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Vorfreude der Angler

Preddöhl Vorfreude der Angler

Bis zu 15 Zentimeter dick war das Eis in diesem Jahr auf den Prignitzer Gewässern, nur langsam steigen die Temperaturen. Die Fische sind noch träge und beißen nicht so recht, aber für Angler wie Tino Schultz ist Angeln ohnehin mehr als nur der Fang, nämlich ein Zeitvertreib inmitten der Natur.

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Für Tino Schultz ist Angeln mehr als der Fang – zum Beispiel Zeitvertreib.

Quelle: Claudia Bihler

Preddöhl. Einen Transportbehälter hat Tino Schultz aus Pritzwalk erst gar nicht mitgebracht, denn dass er tatsächlich an diesem Tag im Preddöhler Stausee etwas fangen würde, davon geht er erst gar nicht aus. Er lacht: „Im Moment geht es nur darum, ein bisschen draußen zu sein, meinen Hund ein wenig toben zu lassen und den Köder zu baden.“ Dann darf Hund Rüdiger nach einem Stock suchen, und sein Besitzer wirft mit einem langen gekonnten Schwung die Angel aus, so dass der Twister weit draußen ins Wasser taucht.

Viele Angler sind an diesem Tag noch nicht am Stausee, auch wenn die Sonne erste ernstzunehmende Frühlingsstrahlen durch die Wolken geschickt hat.

Manche machen ihre Boote für die bevorstehende Saison flott, andere versuchen ihr Glück auch mal an der Staumauer in Preddöhl – aber wie Schultz eher zum Zeitvertreib als zum ernsthaften Angeln – schließlich sind auch die Fische nicht putzmunter, das Wasser des See ist einfach zu kalt.

Mit fünf bis sechs Grad sind die Temperaturen des Sees noch so niedrig, weil das Eis erst vor kurzem geschmolzen ist. 15 Zentimeter dick war es in diesem Winter, so dass in diesem Jahr auch Eisangeln mal wieder möglich war: „Das gibt es ja nur noch alle fünf, sechs Jahre heutzutage”, meint Schulz.

Zudem gilt für die meisten Fische derzeit noch eine Schonzeit, Zander zu angeln wäre möglich. „Oder auch Störe, die darf man immer mitnehmen“, sagt Schultz. „Denn der Besatz in unseren Angelseen ist viel zu hoch.“ Unter den Stören gibt es deshalb auch recht ansehnliche Exemplare, meint Schultz. „Bis zu zwei Meter lange Störe haben Angler in der Region aus den Seen gezogen.” Auch, wenn die bodenlebenden Fische mitunter nach ihrem Lebensraum am Boden der Seen schmecken, weiß er sie zu schätzen: „Gegrillt schmecken sie am besten.“

Große Flachwasserzone

Am Preddöhler Stausee angelt der Pritzwalker nicht ganz so häufig. Er ist Mitglied im Angelverein in Buchholz, der Sadenbecker Stausee und Stamers Kuhle sind seine Stammgewässer. Dennoch kennt er sich auch am Stausee in Preddöhl gut aus, und weiß, dass dieser nicht besonders tief ist. „Die größten Flächen gehören zur Flachwasserzone.”

Dann holt er aus und wirft den Köder weit raus, denn dort, weiter draußen, ist unter der Wasseroberfläche eine Art Tal: Dort fließt die Kümmernitz hindurch – und dort gibt es im Zweifel auch die meisten Fische.

Für den Pritzwalker geht es beim Angeln weniger darum, Fische zu fangen: „Ich nehme auch sonst nicht alles mit, was ich fange, sondern setze viel zurück.” Für ihn ist es eher Naturverbundenheit, die ihn nach draußen zieht: „Viele spielen ständig Videospiele oder so.” Das ist nichts für ihn. Sein Anglerverein in Buchholz kann sich derzeit aber über viel Nachwuchs freuen. „Bis zu 60 Kinder machen bei uns mit und unsere Nachwuchsabteilung unternimmt viel mit ihnen. Zum Beispiel gibt es Nachtangelausflüge nach Sadenbeck.”

In Preddöhl werden die Temperaturen schnell kühler, als die Sonne hinterm Horizont verschwindet. Acht bis neun Grad Wassertemperatur müssen es werden. Dann beißen die Fische wieder besser. Ganz ausdauernde Angler sind auch jetzt schon am Ufer des Stausees zu finden. Doch die richtige Angelzeit beginnt erst im April.

Von Claudia Bihler

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