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Vortrag: Perleberg als Kreisstadt der Prignitz

Perleberg Vortrag: Perleberg als Kreisstadt der Prignitz

Zum Abschluss der Vorträge und Veranstaltungen zu 200 Jahre Kreisstadt Perleberg referierte am Montagabend Hans Lange, der von 1994 bis 2004 Landrat der Prignitz war, über „Perleberg und die Kreisgebietsreform von 1993“ im Stadt- und Regionalmuseum. Er blickte zurück auf die Zeit nach der Wende und gab Ausblick in die Zukunft.

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Hans Lange referierte über die Kreisgebietsreform 1993 und sprach sich gegen eine weitere aus.

Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Perleberg. Über „Perleberg und die Kreisgebietsreform von 1993“ referierte am Montagabend Hans Lange, der von 1994 bis 2004 Landrat der Prignitz war, im Perleberger Stadt- und Regionalmuseum. „Es ist der Abschluss zum 200. Kreisstadtjubiläum Perlebergs. Das halbe Jahr ist so schnell vergangen, jeden Monat haben wir einen schönen Vortrag passend zum Thema hören können“, sagt Bürgermeisterin Annett Jura. Bereits am 1. April dieses Jahres feierte die Rolandstadt ihr Kreisstadtjubiläum mit einer großen Festveranstaltung.

Nach dem Sieg über Napoleon und dem Wiener Kongress erfolgte im Zuge der Neuordnung Preußens vor 200 Jahren die Bildung der Landkreise West- und Ostprignitz im Nordwesten der preußischen Provinz Brandenburg. Kyritz wurde nach kontroverser Diskussion durch eine Kabinettsorder zur Kreisstadt der Ostprignitz erhoben. Als ­Kreisstadt der Westprignitz stand die alte Kreisstadt Perleberg ohne jeden Zweifel fest. Dies blieb bis 1952 so.

Eine turbulente Zeit nach der Wende im Jahr 1989

Am Montagabend blickte Hans Lange zurück auf eine geschichtsträchtige und turbulente Zeit nach der Wende im Jahr 1989. „Heute kann ich über einige Dinge bestimmt freier Reden als damals“, so Hans Lange zu Beginn seines Referats. Nach der Wende waren wenige Regeln vorhanden, um einen geordneten Neustart der Demokratie zu gewährleisten. „Im Jahr 1990 fanden die ersten großen Wahlen statt, die frischen Wind und Geist herbeiführten“, sagte Hans Lange.

Anfangs zählte der Kreis Perleberg noch zu Schwerin, doch das sollte nicht lange so bleiben. Über die Länderzugehörigkeit sollte abgestimmt werden. „Es begann ein Kampf um die Prignitz, der zum Teil sehr dramatisch war. Es entstand die ‚Heimatinitiative Westprignitz‘ mit Vertretern von überall her“, führte der ehemalige Landrat fort, der die damalige Zeit hautnah miterlebt hat. Zähe Verhandlungen bestimmten die Zeit. „Das Thema Kreisstadt war erstmals im November 1991 Thema. Viele Kreiskon­struktionen wurden abgewägt“, erinnerte sich Hans Lange. Es folgten Zeiten mit zahlreichen Beschlüssen, Veränderungen, Planungen und Verwerfungen.

Mit der Wahl 1993 entstand der heutige Landkreis Prignitz

Im Zuge der brandenburgischen Kommunalwahl am 5. Dezember 1993 trat tags darauf schließlich eine umfassende Kreisgebietsreform im Land Brandenburg in Kraft. Mit dieser Reform entstand der heutige Landkreis Prignitz, der Teile der Ostprignitz mit Pritzwalk, Meyenburg und Demerthin sowie nahezu den gesamten alten Kreis Westprignitz, allerdings ohne Havelberg, das Sachsen-Anhalt angegliedert wurde, umfasst. Mit der Gebietsreform wurde Perleberg zum Kreissitz bestimmt. „Von da an trat das ‚Prignitzgesetz‘ in Kraft, doch ohne tiefgründige Nennung von Gründen, weshalb Perleberg Kreissitz wurde“, hieß es weiter. „Es war eine schwierige Umsetzung und intensive Arbeit, doch wir haben es ­gemeistert. Nach vielen Jahren sind wir strukturell bestens aufgestellt.“

Nur 25 Jahre nach der letzten Kreisgebietsreform steht schon wieder eine solche auf der politischen Agenda. „Die Kreisverwaltung ist fachlich gut, schnell und rechtlich sicher aufgestellt. Sie leistet wesentliche Aufgaben der Daseinsvorsorge. Eine weitere Kreisgebietsreform ist in meinen Augen nicht notwendig und würde keine Reformen schaffen, sondern lediglich die Rahmenbedingungen ändern. Es würde mindestens wieder fünf Jahre dauern, Strukturen zu schaffen“, sagte Hans Lange. „Noch können wir was bewegen, noch können wir was erreichen. Wir dürfen nicht aufgeben, für die Kreisstadt Perleberg zu kämpfen.“

Von Marcus J. Pfeiffer

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