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Vortrag und Film im Judenhof

Perleberg Vortrag und Film im Judenhof

Einen Vortrag über „Frömmigkeit und Judenhass am Ende des Mittelalters“ hält am 1. Juni der Religionshistoriker Hartmut Kühne im Perleberger Judenhof. Begleitend zur Ausstellung „Martin Luther und die Juden“ gibt es zudem am Freitag einen Film über „Jan Hus“.

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Quelle: Privat

Perleberg. Um Glauben und Aberglauben von Martin Luther geht es bei zwei Veranstaltungen zur Ausstellung „Martin Luther und die Juden“ im Perleberger Judenhof.

So spricht am Donnerstag, 1. Juni, um 19 Uhr der Religionshistoriker Hartmut Kühne im Perleberger Judenhof über „Frömmigkeit und Judenhass am Ende des Mittelalters“. Der Reformator Luther ist bekannt für seine drastische Sprache. Glaube und Aberglaube dieser Zeit lebte im Volk vor allem durch drastische Bildmotive. Hostien bluteten wenn eine Kirche, wie im damaligen Wilsnack, abbrannte, oder der „Leib Christi“ von Juden „geschändet“ zurückblieb. Auch wenn es nur wenige Tropfen waren, sie addierten sich in den Legenden zu ganzen Strömen von Blut. Das Frommsein damals musste körperlich erfahrbar sein, Gefühle mussten ausgelöst, Unheil und Heiliges musste greifbar sein. Die meisten Menschen konnten weder lesen noch schreiben, mathematische Fähigkeiten allerdings wurden sehr wohl benötigt. Jeder Blick auf eine Reliquie (Überreste von Heiligen) wurde mit 100 Tagen aufgerechnet, die man im Fegefeuer weniger Qualen ertragen musste, eine Pilgerreise brachte in dieser Jenseitsfürsorge Jahre an abgelassener Sühnezeit.

Lange Filmnacht am Freitag

Die Juden damals, von Kirchenvätern zu Teufeln erklärt, brachten der Legende nach gehörnte Babys zur Welt. Wiederum wurde das Blut christlicher Kinder zu deren Entfernung benötigt. Gerüchte, Ängste, Lügen und Phantasien – Fake-News waren damals in der Lage, Massaker auszulösen. Was für eine fremde Welt, fragt Kühne provokativ. Diese Veranstaltung wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“.

Die Lange Filmnacht führt mit „Jan Hus“ dann am Freitag, 2. Juni, in das Leben des vorlutherschen Reformators ein. Der Film von Jiri Svoboda wird in zwei Teilen gezeigt. Beginn ist ebenfalls um 19 Uhr, in der Parchimer Straße 6a, Perleberg. „Wir nehmen keinen Eintritt, dafür Austritt, sprich – wir sammeln Spenden“, erläutert Rainer Meißle vom Projekt Judenhof.

Die aktuelle Ausstellung „Martin Luther und die Juden“ selbst ist derzeit von Mittwoch bis Freitag jeweils von 14 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag jeweils von 11 bis 16 Uhr geöffnet.

Von Beate Vogel

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