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Waldkita Stepenitz betreut auch Flüchtlinge

Kitaleiterin freut sich über den Zuwachs Waldkita Stepenitz betreut auch Flüchtlinge

In der Waldkita in Stepenitz werden seit einiger Zeit auch zwei kleine Jungen aus Flüchtlingsfamilien betreut. Kitaleiterin Gisela Fentroß sieht das als Bereicherung – auch wenn es im alltäglichen Miteinander eine Herausforderung ist. Vor allem die Sprachbarriere bringt Probleme, etwa im Gespräch mit den Eltern.

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Ebrahem (l.), der immer freundlich guckt, schaut sich mit Selina und Albert ein Buch an.

Quelle: Beate Vogel

Stepenitz. Als Meyenburgs Amtsdirektor Matthias Habermann bei Gisela Fentroß angerufen hatte, um sie zu fragen, ob sie Flüchtlingskinder in ihrer Kita betreuen würde, sagte sie spontan „Ja“. „Ich war ganz gespannt, wie sich das entwickelt“, erzählt die Leiterin der Waldkita in Stepenitz. Seit November vergangenen Jahres betreuen sie und ihre Kolleginnen und den siebenjährigen Kiya aus Eritrea. Am 1. Februar kam der fünfjährige Ebrahem aus Syrien hinzu. Die Familien leben auf dem Gelände des Kloster Stifts Marienfließ.

„Na klar gab es anfängliche Schwierigkeiten“, erzählt die Pädagogin. „Manche Eltern hatten Vorbehalte.“ Andere – die Mehrheit, wie sie versichert – suchten spontan Kindersachen heraus, brachten eine Wickelkommode und einen Kinderwagen in die Unterkunft. Auch Gardinen waren ruckzuck herangeschafft.

Ganz ohne Probleme läuft der Alltag nicht ab

Für die Kinder in der Kita war vor allem Kiya mit seiner dunklen Haut eine Überraschung. „Das war für sie total neu“, so die Kita-Chefin. Und es bot die Gelegenheit, auf der Weltkarte gleich mal zu gucken, wo Eritrea überhaupt ist. Ebrahem habe es da etwas leichter gehabt. „Und jetzt gehören sie beide dazu.“ Ganz ohne Probleme läuft der Alltag dennoch nicht ab. „Es war schwierig, da beide Kinder kein Deutsch konnten und ich kaum Englisch spreche“, erzählt die 60-Jährige. Der Kitaalltag muss aber dennoch gemeistert werden. Beim Mittagessen wählt Gisela Fentroß jetzt etwas anders aus zwischen den Angeboten des Versorgers: „Ich suche das optimale Essen.“ Schweinefleisch darf generell nicht dabei sein. Während Kiya gern Geflügel und Rind isst, mag Ebrahem lieber Kartoffeln und Fisch.

Bei der Verständigung half die Willkommensinitiative

Kiya spricht inzwischen hervorragend Deutsch. Er fragt viel und überlegt, wenn er etwas nicht gleich verstanden hat. „Er ist ein hochintelligentes Kind“, sagt Gisela Fentroß. Ebrahem spielt gern für sich allein, kuschelt aber auch mit den anderen Kindern.

Als Ebrahem in die Kita kam, habe er die erste Woche kein Wort gesagt. Die Pädagogin vermutet, dass er „eine schlimme Vergangenheit“ hat. Jetzt strahlen seine dunkelbraunen Augen und er lächelt die ganze Zeit. „Er spricht alles nach“, so die Kitaleiterin. Seine Eltern verständigen sich auf Englisch. Bei den Gesprächen mit ihnen half die Willkommensinitiative aus Meyenburg, die eine Dolmetscherin organisierte.

Die Frauen machen in der Sportgruppe mit

„Ebrahems Vater hat erklärt, wie toll er es findet, dass es für seinen Sohn die Kita gibt“, berichtet Gisela Fentroß. Sie erläuterte den Eltern, wie der Tagesablauf in der Einrichtung ist, dass die Kinder in der Vorschule Zahlen und Mengen lernen. Wenn Gisela Fentroß kurzfristig Nachrichten für die Eltern hat, hilft zur Not auch ein Übersetzungsprogramm aus dem Internet.

Die jüngeren Frauen verständigen sich meist in Englisch mit den Stepenitzern. „Sie haben sich mit den Frauen im Ort gut angefreundet und machen einmal in der Woche bei der Frauensportgruppe mit.“ Inzwischen sehen die Stepenitzer die neuen Mitbürger als Bereicherung – trotz oder vielleicht gerade wegen der damit verbundenen Herausforderung. Der größte Teil der Leute sei zufrieden, vor allem, „weil wir hier Familien haben.“ Und Kinder sind in der Waldkita laut Gisela Fentroß ohnehin immer willkommen.

Von Beate Vogel

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