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Walter Schönenbröcher stellt Werke aus

Pritzwalk Walter Schönenbröcher stellt Werke aus

Hufschmied, Uhrmacher, Goldschmied oder Geigenbauer: Walter Schönenbröcher beschäftigt sich in seinen Werken gern mit traditioneller Handwerkskunst auseinander. Mehr als 600 Arbeiten hat der Fotokünstler aus dem Rheinland schon geschaffen. Eine Auswahl von 26 Arbeiten stellt er derzeit in Pritzwalk aus.

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Der Fotokünstler Walter Schönenbröcher (r.) eröffnete die Ausstellung „Handwerk“ im Pritzwalker Museum.

Quelle: Andreas König

Pritzwalk. Traditionelle Kunst verlangt danach, künstlerisch dargestellt zu werden. So etwa lässt sich das Credo von Walter Schönenbröcher zusammenfassen. Der aus dem Rheinland stammende und in Cottbus lebende Fotokünstler setzt bevorzugt traditionelle, geradezu vom Aussterben bedrohte Handwerkskünste in Szene. Auf weit über 600 Arbeiten ist sein Werk bereits angewachsen. Im Pritzwalker Stadt- und Brauereimuseum zeigt der Künstler eine Auswahl von 26 Arbeiten.

Sie zeigen Bodenständiges, wie einen Hufschmied beim Beschlagen eines Pferdes, einen Uhrmacher oder einen Goldschmied, aber auch ein Geigenbauer oder ein Reifendreher sind zu sehen. Das heißt, von den Menschen, die das Handwerk ausüben, sind oft nur die Hände, Werkzeuge und der Arbeitsgegenstand zu sehen. Manchmal noch nicht einmal das. Eines von Walter Schönenbröchers Lieblingsbildern, „Eisengießer“, zeigt zum Beispiel nur drei Gießpfannen, die an eine urige Lehmwand gelehnt stehen.

Walter Schönenbröcher sucht seine Motive auch im Ausland

Auf der Suche nach Motiven beschränkt sich Walter Schönenbröcher nicht auf Brandenburg oder Deutschland. Seine Reisen führten ihn bereits nach England, Frankreich oder Spanien. „Es geht mir vor allem darum, diese alten Künste zu dokumentieren.“ Doch beschränkt er sich nicht auf die bloße Dokumentation, sondern erschafft eigene Kunstwerke, die zwar das Wesentliche des Schaffensprozesses zeigen, aber auch eine Stimmung transportieren, die den Betrachter gleichsam in die Werkstatt des Meisters entführt. „Bei diesem Bild glaubt man den Stallgeruch wahrzunehmen“, bemerkte Wolfgang Simon, Vorsitzender der Gesellschaft für Heimatgeschichte Pritzwalk und Umgebung. Zum Bedauern der Besucher stammt keine der Aufnahmen aus der Prignitz. „Den Wunsch, mehr lokale Handwerker zu fotografieren, höre ich immer wieder“, sagte Walter Schönenbröcher. „Doch das geht natürlich nicht immer.“

Ihn als „Wessi“ habe vor allem der Beruf des Reifendrehers fasziniert. So bezeichnet man die erzgebirgische Schnitzkunst, bei der ein Holzreifen auf einer speziellen Drehbank so bearbeitet wird, dass sein Querschnitt die Form von Tieren und anderen Figuren annimmt. Für die passenden Fotomotive musste sich der Künstler freilich nach Seiffen begeben, das Zentrum der erzgebirgischen Spielzeugherstellung.

Eine zusätzliche Dimension der Arbeiten schuf Matthias Körner

Kunst über Kunst in besonders künstlerischer Form stellen die Arbeiten dar, die der Cottbuser Matthias Körner auf spezielles Papier gebannt hat. Intagliotypie nennt sich das Verfahren, das als umweltfreundliche Alternative zu anderen Drucktechniken gilt. Körner hat mit dieser Methode einige Arbeiten von Schönenbröcher bearbeitet. Die Fotos gewinnen dank der besonders kräftigen Kontraste ein zusätzliche grafische Dimension. Andere Bilder sind als Collagen ausgelegt, die versuchen den kompletten Schaffensprozess einzufangen.

Für das Stadt- und Brauereimuseum Pritzwalk, das ja zu einem Handwerksmuseum entwickelt werden soll, ist die Ausstellung ein besonders passender Programmpunkt. „Neben dem informativen Wert wollen wir das Museum auch verstärkt für Kunstausstellungen nutzen“, sagte Leiter Lars Schladitz.

Die Ausstellung „Handwerk Walter Schönenbröcher Fotografie“ ist im Stadt- und Brauereimuseum Pritzwalk bis 28. März zu sehen.

Von Andreas König

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