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Prignitz Wandertag in Pritzwalk
Lokales Prignitz Wandertag in Pritzwalk
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02:16 30.09.2015
Nach so einer Wanderung durch den Hainholzer Kindermärchenwald schmeckt das Eis am besten. Quelle: Michael Beeskow
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Pritzwalk

So viele zufriedene Gesichter sind nicht jeden Tag im Hainholz zu sehen. Eine große Kinderschar hatte sich in Begleitung einer Märchenfee, des Gestiefelten Katers und einer Zauberin auf dem Märchenpfad begeben. „Erkennst du das Märchen?“, hieß es immer wieder. Natürlich wussten sie über Hänsel und Gretel, Frau Holle, Schneewittchen oder die Bremer Stadtmusikanten bestens Bescheid. Und so heimsten sie so manchen Preis ein und sangen auch gemeinsam zu den Märchen passende Lieder. Die Krönung war dann vielleicht das Eis am Stand des Hofladens von Jeannine Groth aus Preddöhl. Zufrieden und vertieft in den Eisgenuss klang dieser schöne Samstagvormittag für die Mädchen und Jungen aus. Während die Eltern zufrieden ihren eisschleckenden Sprösslingen zusahen.

Zufriedenheit zeigte sich auch auf den Gesichtern der Veranstalter, bei Ingo Sonnenberg, Leiter der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald in der Prignitz, bei Daniela Nerding vom SV Drehscheibe, bei Anett Krassin, Niederlassungsleiterin der AOK-Prignitz, und auch bei Hans-Werner Boddin von der Stadt Pritzwalk.

Aber nicht nur die Jüngsten kamen am Sonnabend auf ihre Kosten. Ingo Sonnenberg sagte: „Die Kombination unserer traditionellen Pilzwanderung mit dem Familientag zahlt sich aus.“ Im Vorjahr zählte er gut 30 Besucher, diesmal kamen weit über 100 Wandersleute. Das trägt bei zur Belebung der Waldschule und des Hainholzes. Das Wetter am Samstag darf man ­allerdings als ideal bezeichnen. Für Daniela Nerding hatte dies allerdings nichts mit der Zauberin von der SV Drehscheibe zu tun. „Wir haben das einfach bestellt“, erklärte sie. Allerdings verriet sie nicht, wo sie die Bestellung aufgegeben hat. Anett Krassin freute sich, dass es gelungen sei, die ­ganze Familie in die Natur zu ­bringen. „Wir wollen zeigen, dass es noch etwas anderes gibt, als vor dem Computer zu sitzen.“

Essbar oder nicht essbar? Das ist hier die Frage. Quelle: Michael Beeskow

So war auch für jeden Geschmack etwas dabei. Drei verschiedene Wanderstrecken standen zur Auswahl. Familien mit kleineren Kindern gingen auf eine Wanderung über den Märchenpfad, wo es viel zu erleben gab. Eine zweite Wanderstrecke führte durch den Waldpark Hainholz. ­Immerhin waren sechs Kilometer zu bewältigen. Ganz im Trend lag die geführte Geo-Caching ­Wanderung, auf der mit moderner Technik zuvor verborgene Schätze im Wald aufgespürt wurden. „Der Zuspruch ist richtig gut“, ­beobachtete am Sonnabend Anett Krassin.

Da die Pilze derzeit nur so sprießen, fehlte es auch nicht an Teilnehmern der traditionellen Pilzwanderung. Immerhin 50 Sammler machten sich auf die Suche. Gemeinsam mit den Pilzsachverständigen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Giftig oder nicht giftig? Essbar oder nicht essbar? So lauteten die immer wieder an die Pilzsachverständigen gestellten Fragen während der Wanderung – aber auch danach bei der Begutachtung der Pilzfunde.

Bizarre Pilzformen erfreuen Sammler

Eine Ausnahme unter den Pilzsammlern war der Berger Peter Steinacker. Natürlich esse er auch Pilze, aber: „Ich sammle vor allem zu ­dekorativen Zwecken.“ Während alle anderen vor allem den Boden absuchen, schaut er etwas höher, was an den Bäumen wächst. „Erst kürzlich fand ich einen ­ Zunderschwamm“, berichtete er. „Das ist ein riesiges Tellerbrett, das jetzt in meinem Garten steht.“ Er kann sich überhaupt an den bizarren Formen erfreuen. So gefällt ihm etwa der Tintling, obwohl man mit ihm nichts anfangen kann. „Der bleibt unbeachtet. Viele gehen an ihm einfach vorbei.“ Nur aufpassen muss man, denn der Tintling hat nicht zu unrecht seinen Namen. Er enthält eine schwarze Flüssigkeit, die so schwer wie Tinte wieder zu entfernen ist.

Ein breites Spektrum an Pilzen offerierte in der Waldstation eine schöne Pilzausstellung. Bei einem Waldpicknick mit Herzhaftem vom Grill sowie Kaffee und Kuchen konnten sich schließlich alle über ihre Funde austauschen.

Von Michael Beeskow

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