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Prignitz Warnstreik bei Nordgetreide
Lokales Prignitz Warnstreik bei Nordgetreide
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15:45 12.06.2013
Pünktlich zum Schichtwechsel traf sich gestern die Belegschaft zumWarnstreik vor demWerkstor Quelle: Claudia Bihler
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Falkenhagen

Mit Trillerpfeifen und großen Fahnen machte gestern die Belegschaft des Falkenhagener Nordgetreidewerks auf sich aufmerksam: Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hatte zum Warnstreik gerufen, nachdem zuvor Verhandlungen in der Tarifkommission ergebnislos abgebrochen wurden. Im vergangenen Jahr war der geltende Tarifvertrag abgelaufen. Doch die sechs Prozent mehr Lohn, die die Falkenhagener fordern, sind für sie gar nicht das Wichtigste: Stattdessen wollen sie einen neuen Manteltarifvertrag, der deutlich bessere Regelungen für den Freizeitausgleich vorsieht.

Bei Nordgetreide wird regelmäßig in rollender Schicht auch an den Wochenenden und den Feiertagen gearbeitet, und zwar je nach Funktion der Mitarbeiter zwischen 40 und 48 Stunden. „Stück für Stück war das ein schleichender Prozess“, sagte die Betriebsratsvorsitzende Karin Stumpp, „dass die Feiertage auch zu arbeiten ist.“ „Sieben Tage Arbeit, zwei Tage frei, sieben Tage Arbeit, zwei Tage frei, sieben Tage Arbeit, drei Tage frei“, so beschreibt ein Mitarbeiter seinen Schichtplan: „Und wenn ich an den Feiertagen nicht zur Schicht gehen möchte, muss ich dafür Überstunden abbummeln. Die Mitarbeiter sind am Ende, sie sind ausgelaugt, und sie müssen sich auch mal um ihre Familien kümmern. Unser Limit ist erreicht.“

Während Conny Weißbach, die für die NGG in der Tarifkommission sitzt, zwar ein zumindest teilweise offenes Ohr für Gehalts- und Urlaubsgeldverhandlungen festgestellt haben will, sei die Arbeitgeberseite bei Verhandlungen „gar nicht diskussionsbereit“. Um den Forderungen Nachdruck zu verleihen, war der gestrige einstündige Warnstreik ausgerufen worden.

Im Einzelnen verlangt die Belegschaft neben mehr Lohn (im westdeutschen Schwesterwerk werden bis zu 15 Prozent mehr als in Falkenhagen für die gleichen Tätigkeiten bezahlt), mehr Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld und bezahlte An- und Umkleidezeiten. 30 Tage Urlaub stehen ebenfalls auf der Forderungsliste. (Von Claudia Bihler)

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