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Prignitz Wartehäuschen in der Warteschleife
Lokales Prignitz Wartehäuschen in der Warteschleife
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00:19 16.12.2017
Willi und Emelie Zerbin sowie Leanne Hüselitz dürfen nicht in der überdachten Bushaltestelle (hinten) auf den Schulbus warten. Quelle: Sandra Bels
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Schönhagen

Es klingt wie ein schlechter Scherz, ist aber Realität: In Schönhagen müssen zwei Mädchen morgens im Freien auf einer Wiese auf den Schulbus warten, obwohl nur ein paar Meter weiter eine gemauerte Bushaltestelle steht und auf Fahrgäste wartet. Die dürfen dort aber nicht mehr einsteigen. Die Haltestelle wird nicht mehr genutzt, seit das Unternehmen Prignitzbus mit dem Linienverkehr im Landkreis Prignitz betraut wurde.

Leanne Charlotte Hüselitz und Emelie Zerbin besuchen das Kyritzer Gymnasium. Der Bus, der sie morgens etwa um 6.50 Uhr dorthin bringt, kommt aus Görike und hält in Schönhagen kurz vor der Einmündung nach rechts in die Dorfstraße. Dort müssen die Mädchen einsteigen. Das gelingt ihnen oft nicht trockenen Fußes, weil direkt an der Haltestelle, die nur von einem Schild angezeigt wird, ein großer See steht. Der Straßenrand ist ausgefahren und die angrenzende Wiese ebenfalls meist feucht. Der Bus hält mitten in dem See, nimmt die Mädchen mit, fährt dann um die Kurve und an der komfortablen Bushaltestelle vorbei.

Im kommenden Jahr wird Emelies Bruder Willi eingeschult, und dann muss auch er morgens mit dem Bus fahren. Sven Zerbin, Vater von Emelie und Willi, hofft dass die Situation bis dahin eine andere ist als bisher. Einiges hat er bereits versucht, ist aber nicht weiter gekommen und wendete sich deshalb jetzt an die MAZ.

Er berichtete, dass er von Prignitzbus unter anderem die Auskunft bekommen habe, dass es keine gesetzlichen Vorschriften für Haltestellen gebe. Im Gespräch mit Verkehrsplaner Christian Klöden von der Firma Prignitzbus hatte der ihm mitgeteilt, sich die Situation vor Ort noch einmal ansehen zu wollen. Zerbin bat darum, dabeisein zu können. Die Besichtigung fand dann aber doch ohne ihn statt, wie Zerbin am Telefon erfuhr. „Für mich ist die ganze Situation nicht kinderfreundlich“, sagt der Familienvater. Er schaut jeden Morgen besorgt zur Haltestelle, wenn seine Tochter und ihre Freundin auf dem weißen Stein sitzen und den Bus erwarten.

Kein Recht darauf, trockenen Fußes in den Bus zu steigen

Die MAZ fragte bei Christian Klöden nach, wie es zu der Situation gekommen ist und ob man daran etwa ändern kann. „Das ist gemacht worden, weil diese Kreuzung in alle Richtungen bedient wird“, sagt er. Aus jeder Richtung sei deshalb vor der Kreuzung ein neues Haltestellenschild aufgestellt worden. Das sei laut Klöden die sinnvollste Lösung gewesen. Klöden sagt auch, dass man in dem Fall nicht nur einen Bus betrachten könne, sondern das gesamte System sehen müsse. Und er gab auch zu Bedenken, dass Fahrgäste kein Recht darauf hätten, trockenen Fußes in den Bus zu steigen.

Bus fährt direkt an dem Wartehäuschen vorbei

Das ist für Sven Zerbin völlig unverständlich. Der Schulbus, die Linie 925, fährt laut Zerbin morgens von Görike kommend nur nach rechts und dann aus dem Ort raus in Richtung Gumtow. Auch am Nachmittag kommt die Linie 925 aus Görike, biegt nur nach rechts ab und steuert kein anderes Ziel mehr im Ort an. Die MAZ sah sich die Situation vor Ort an und fand genau das vor. Der Bus hält am Schild im Regenwasser und fährt dann an der gemauerten Haltestelle ohne See vorbei nach Gumtow.

Die überdachte Haltestelle gehört der Gemeinde Gumtow. Würden dort Fahrgäste ein- oder aussteigen, sind sie laut Christian Klöden nicht versichert. Er würde deshalb auch keinem Busfahrer raten, dort anzuhalten. Die Gemeinde sei über die Neuaufstellung der Haltestellenschilder nicht nur in Schönhagen informiert worden, hätte aber keine Einwände hervorgebracht. „Gumtow hatte den Fokus eher darauf gelegt, dass alle Orte angefahren werden“, so der Verkehrsplaner. Das bestätigt Gumtows Bürgermeister Stefan Freimark. „Wir sind damals davon ausgegangen, dass es ein vorübergehender Zustand ist, der verändert werden kann., weil die Fahrpläne regelmäßig geändert werden“, sagt er und fügt an, dass die Gemeinde bereit ist, zusammen mit Prignitzbus nach einer Lösung für alle Beteiligten zu suchen.

Das bot auch Verkehrsplaner Christian Klöden im MAZ-Gespräch an. Kurzfristig etwas zu machen, sprich, die befestigte Haltestelle zu nutzen, das hält er jedoch für unrealistisch. „Das ist alles mit Anträgen verbunden“, erklärt der Verkehrsplaner. Und die müssten erst gestellt werden. Außerdem müsse auch darüber gesprochen werden, ob die Gemeinde für bessere Straßenverhältnisse an der neuen Haltestelle sorgen kann. Das werde laut Stefan Freimark jedoch schwierig, denn es handelt sich um eine Landesstraße, die nicht in der Zuständigkeit der Gemeinde liegt.

Von Sandra Bels

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