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Prignitz Wasserstände in der Prignitz sinken weiter
Lokales Prignitz Wasserstände in der Prignitz sinken weiter
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00:21 30.07.2018
Auf vielen kleinen Nebenarmen der Stepenitz werden die Sandbänke immer größer und das Wasser wird immer weniger – wie hier an der Neuen Mühle bei Perleberg. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
Perleberg

Der derzeitige Wasserstand an Elbe, Stepenitz, Dömnitz und Co wird schwindend gering. Täglich sinkt der Pegel. Nur noch wenige Zentimeter sind die aktuellen Zahlen von Negativrekorden der vergangenen Jahrzehnte entfernt. „Das ist schon eine außergewöhnliche Situation“, meint Kurt Augustin, Abteilungsleiter Wasser und Wirtschaft im Landesumweltamt.

Das hat auch erhebliche Auswirkungen im Schiffsverkehr. Erst am vergangenen Sonntag wurde die Besatzung eines Segelbootes auf der Elbe bei Lenzen von Starkwind, Regen und Hagel überrascht, woraufhin ihr Boot auf die Seite schlug und voll Wasser lief. Die Polizei ging davon aus, dass das Boot einen zu großen Tiefgang hatte und auf Grund liefen, weshalb es dann auch kippte.

Entspannung nicht in Sicht

Über Wehre versuche die zuständige Bundeswasserstraßenverwaltung einen Ausgleich zu schaffen, um die Fahrrinnen für Schiffe befahrbar zu lassen. „Auch das Landesumweltamt hat eigene Anlagen und Schleusen“, sagt Kurt Augustin. An der Oder ist der Schiffsverkehr bereits eingestellt. „Auch an anderen Fließgewässern haben wir eine ernste Situation.“

Und eine Entspannung sei vorerst nicht in Sicht. „Wir steuern unsere Anlagen so, dass wir nach Möglichkeit immer einen Mindestwasserfluss erreichen“, so der Experte im Landesumweltamt. Dabei stimme sich das Landesumweltamt immer mit den unteren Wasserbehörden vor Ort ab.

Keine Auswirkungen auf Trinkwasser

Dabei kann es auch zu Einschränkungen für die anliegenden Anwohner kommen. „Es sind Verbote zur Wasserentnahme aus dem Fluss denkbar“, betont Augustin. So dürfte dann mit Flusswasser nicht mehr bewässert werden. Bisher blieb aber ein derartiges Verbot aus. „Es kann aber in den nächsten Wochen durchaus erfolgen.“

Allerdings haben die niedrigen Pegelstände in den Flüssen keine direkten Auswirkungen auf das Trinkwasser aus der Leitung. „Dieses Wasser kommt woanders her.“ Allerdings werde auch dort mehr Wasser verbraucht als üblich, weshalb die Trinkwasserbetriebe auch an ihre Grenzen kommen können.

Fische suchen Schutz

Die enorme Hitze und Trockenheit hat zudem Auswirkungen auf die vielen kleinen und großen Lebewesen in den Gewässern. „Denen geht es genauso, wie uns Menschen“, sagt Kurt Augustin. Das Wasser erwärme sich stark. Der Sauerstoffgehalt im Wasser gehe aus diesem Grund stark zurück.

„Die Fische suchen sich deshalb schattige Plätze, beispielsweise unter Baumbeständen“, erklärt der Abteilungsleiter Wasser und Wirtschaft im Landesumweltamt. Das könne auch Auswirkungen auf die Fortpflanzung der Tiere haben.

Trockenheit ist kein Novum

Doch es ist kein Jahr der Superlative. Solche Hitze und Trockenheit gab es schon. „Zwar nicht in den vergangenen Jahren, aber es ist kein Novum“, so Kurt Augustin. Trotzdem verdeutlicht er, dass es sich in diesem Jahr schon um Extreme handelt – dabei verweist er vor allem auf die lange Zeit, in der diese Situation herrscht.

Aktuelle Pegelstände in der Prignitz

Elbe, Wittenberge: Freitag, 27. Juli, um 10 Uhr; Pegel: 83 Zentimeter, NNW: 45 Zentimeter (1947)

Stepenitz, Perleberg: Freitag, 27. Juli, um 10 Uhr; Pegel: 122 Zentimeter, NNW: 103 Zentimeter (2006)

Stepenitz, Wolfshagen: Freitag, 27. Juli, um 10 Uhr; Pegel: 44 Zentimeter, NNW: 26 Zentimeter (1978)

Stepenitz, Meyenburg: Freitag, 27. Juli, um 10 Uhr; Pegel: 91 Zentimeter, NNW: 78 Zentimeter (1996)

Dömnitz, Pritzwalk: Freitag, 27. Juli, um 10 Uhr; Pegel: 136 Zentimeter, NNW: 106 Zentimeter (1976)

NNW = niedrigster jemals gemessener Wasserstand an der betreffenden Messstelle

Von Marcus J. Pfeiffer

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