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Wasserwerk Glöwen mit neuem Innenleben

Glasklares Trinkwasser für 1400 Haushalte Wasserwerk Glöwen mit neuem Innenleben

Ein neues Innenleben besitzt das Wasserwek Glöwen. Die Technik aus der Mitte der 80er Jahre wurde im Auftrag des Westprignitzer Trinkwasser- und Abwasserzweckverbandes komplett erneuert. Das Wasser wird aus einer Tiefe von bis zu 70 Metern gefördert. Die ältesten Vorkommen stammen aus der Kreidezeit, ist also mehrere Millionen Jahre alt.

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Das Wasserwerk Glöwen wurde saniert.

Quelle: Andreas König

Glöwen. Es strahlt wie eben erbaut, dabei stammt es bereits aus dem Jahr 1985: Das Wasserwerk Glöwen hat ein komplett neues Innenleben erhalten. Auch die Rohre und Pumpen, die es mit den drei Trinkwasserbrunnen auf dem Gelände verbindet, entsprechen jetzt dem neuesten Stand der Technik.

Der Westprignitzer Trinkwasser- und Abwasserzweckverband (WTAZV) hat die Einrichtung seit Oktober vergangenen Jahres sanieren lassen. „Die Filter, Rohre und Pumpen stammten zum größten Teil noch aus der Zeit, als das Wasserwerk Glöwen gebaut wurde“, sagt Harald Blumeier. Der technische Ingenieur ist beim WTAZV für die Investitionen verantwortlich und damit auch für das inzwischen nahezu fertiggestellte Wasserwerk Glöwen.

„Das Werk wurde 1985 errichtet“, sagt Harald Blumeier. „Damals wurden vor allem noch Gusseisen und Stahl verbaut. Nach solch einer langen Zeit müssen diese Materialien ganz einfach ersetzt werden.“

Während die meisten Leitungen sowie die Filter noch durchgehalten hatten, musste der Druckkessel im Inneren des Werks bereits vor einigen Jahren ersetzt werden. Das kommt dem Verband nun zugute, konnte dieses Element doch als einziges weiterverwendet werden. Das übrige Innenleben des Wasserwerks ist nun neu. Heute treffen sich Auftraggeber, Projektanten und Vertreter der Baufirmen zur wahrscheinlich letzten Baubesprechung. Das erneuerte Wasserwerk soll voraussichtlich zum 9. September übergeben werden. Rund 460 000 Euro investierte der Verband in die Sanierung, etwa ein Drittel der Summe steuerte das Land als Fördermittel bei.

Es versorgt rund 1400 Haushalte in den Plattenburger Ortsteilen rund um Glöwen mit Trinkwasser. „Ausgezeichnete Qualität“, wie Harald Blumeier sagt. Für das gesetzlich vorgeschrieben Aufbereiten genügen Kiesfilter, technisch gesehen, die einfachste Art, das Rohwasser in Reinwasser zu verwandeln. „Wir pumpen das Trinkwasser aus drei Brunnen“, erklärt der Ingenieur. Mindestens zwei sollten es der Ausfallsicherheit wegen sein. Die Grundwasserreserven der Prignitz sind – im Gegensatz zu anderen Gebieten von sehr guter Qualität. „Wir haben bisher keinerlei Probleme mit zu hohen Nitratwerten oder ähnlichem“, sagt Harald Blumeier. Der tiefste der Glöwener Brunnen reicht 70 Meter tief in die Erde. Sein Wasser dürfte aus dem Tertiär stammen, also praktisch aus der Kreidezeit.

Während der Sanierungsarbeiten hatte die Baufirma MBA aus Neubrandenburg provisorisch ein zweites Wasserwerk aus dem Container errichtet, wie Polier Norbert Ramp sagt. Die Funktionsweise war mit der des eigentlichen Werks identisch. Nun wurden die zusätzlichen Rohre, Filter und Pumpen abgebaut. Seit zwei Wochen kommt das Wasser wieder aus dem richtigen Wasserwerk.

Vor allem Eisen und Mangan sollen dem Wasser entzogen werden. Während die Filterwirkung bei Eisen sofort eintritt, dauert es etwa ein Vierteljahr, bis die Anlage auch das Mangan herausfiltert. „Wir haben für die kurzfristige Überschreitung des Grenzwertes natürlich eine Ausnahmegenehmigung“, versichert Harald Blumeier. Im Übrigen werde die Qualität des Trinkwassers regelmäßig vom Gesundheitsamt kontrolliert. Biologisch müsse gar nichts unternommen werden, das Wasser aus der Tiefe ist zwar uralt, aber praktisch keimfrei.

Das Glöwener Wasserwerk ist im Verbandsgebiet das vorletzte, das umfänglich saniert wurde. Als nächstes ist das Wasserwerk in Baek (Groß Pankow) an der Reihe. Derzeit betreibt der Verband 21 Wasserwerke. Zur Wende waren es 35 Werke.

Von Andreas König

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