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Wegen Datenschutz wird nicht gratuliert

Demerthin Wegen Datenschutz wird nicht gratuliert

Eine neue EU-Richtlinie zum Datenschutz hat sich als echtes Problem für die ehrenamtlichen Ortsvorsteher erwiesen. Sie können nun nicht mehr den Senioren in ihren Dörfern zu allen Geburtstagen gratulieren, da sie die entsprechenden Daten nur noch für bestimmte Ehrentage erhalten.

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Mit einem Blumenstrauß gratulieren die Ortsvorsteher den Senioren zum Geburtstag.

Quelle: Peter Geisler

Demerthin/Mechow. Ob in Demerthin, Mechow oder anderswo, das Unverständnis der Ortsvorstände ist groß. Und zwar über die Tatsache, dass sie von den Meldebehörden nicht mehr über anstehende Geburtstage ihrer älteren Mitbürger informiert werden und auch in der Zeitung dazu nur noch dann etwas steht, wenn Angehörige oder Verbände die Daten der MAZ mitgeteilt haben.

„Es ist für viele ältere ­Menschen sehr wichtig gewesen, dass einer kam und gratuliert hat. Die Senioren denken doch jetzt, dass wir sie vergessen haben. Die ­Geburtstage waren für viele im Dorf auch Anlass, mal anzurufen und so in Kontakt zu bleiben“, beschreibt Eberhard Kalisch, Ortsvorsteher von Demerthin, die Situation.

Einige Senioren leben allein

Auch die Mechower Ortsvorsteherin Petra Höger ist immer gerne persönlich mit einem Blumenstrauß gratulieren gewesen und sah dies als ganz wichtige Aufgabe an: „Manchmal haben die Leute ja keine Familie mehr oder es kann keiner vorbeikommen. Wenn ich sie dann besuche und ein bisschen mit ihnen rede, dann freuen die Senioren sich und fühlen sich als Mitglied der Gemeinde.“

Ab dem 100. Geburtstag gibt es jährlich Auskunft

Schuld an der jetzigen Situation ist eine EU-Richtlinie zum Datenschutz, die nach und nach in deutsches Recht umgesetzt wurde. Im November vergangenen Jahres gab es eine Änderung im Bundesmeldegesetz. Demnach dürfen die Meldebehörden Daten zu den sogenannten Altersjubiläen, sofern die Beteiligten damit einverstanden sind, nur noch zum 70. und jeden fünften weiteren Geburtstag an Ortsvorsteher, ehrenamtliche Bürgermeister und Presse übermitteln. Ab dem 100. Geburtstag darf dann wieder jährlich Auskunft erteilt werden. Für die Ortsvorsteher sind die neuen gesetzlichen Vorgaben bindend.

Die wichtige soziale Funktion, die mit der Würdigung der Ehrentage einhergeht, sei nun auch nicht mehr ­gegeben, beklagen nicht nur Petra Höger oder Eberhard Kalisch. Eine mögliche Lösung sehen die Ortsvorsteher jedoch nicht. Die Altersjubiläen dürften aber nicht ignoriert werden.

Von Anja Schael

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