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Prignitz Weltmeister im Weihnachtsbaum-Weitwurf
Lokales Prignitz Weltmeister im Weihnachtsbaum-Weitwurf
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15:39 10.12.2017
In der Waldschule konnte man sich aufwärmen und Gestecke basteln.
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Gadow

Normale Weihnachtsmärkte gibt es schon genug. Aber in Gadow herrscht vor der Oberförsterei wie jedes Jahr das ungeschriebene Motto: „Darf es ein bisschen sportlich sein?“ Denn hier ist wie am Sonnabend ein ungewöhnlicher Titel zu erringen – den des Weltmeisters oder der Weltmeisterin im Weihnachtsbaum-Weitwurf. Zum Einsatz kommt in diesem Jahr ein relativ handliches Wurfgerät, eine anderthalb Kilo leichte und etwa 1,20 Meter lange Fichte aus dem Gadower Wald.

Gegen 11.30 Uhr ist der Wettkampf bereits in vollem Gange. Assistiert von Maximilian Wahls aus Rohlsdorf, der hier eine Lehre zum Forstwirt absolviert, lassen die Besucher den Baum durch die Luft sausen. Holger Schulz, Revierföster aus Groß Linde, führt exakt die Kandidatenliste, denn der weiteste Wurf gewinnt schließlich. Was dann als Hauptgewinn dem besten Baumwerfer winkt, steht momentan noch in den Sternen.

Enkel wirft fast so weit wie die Oma

Gekommen ist auch Familie Hartmann aus Wittenberge. Nach dem Motto „dabeisein ist alles“ versuchen sich alle Familienmitglieder in der ungewöhnlichen Disziplin. Aber so richtig fliegen will die Fichte dann doch nicht. Christel Hartmann schafft immerhin 3,80 Meter, Ehemann Dieter schaut sich dagegen erst einmal die Wurftechnik an. Ganz eifrig ist dann der achtjährige Enkel Finn Henning aus Motrich, der mit 3,50 Metern fast die Weite seiner Großmutter erreicht.

Besonders die jüngsten Besucher wie Finn Henning aus Motrich hatten großen Spaß an der Weitwurf-WM. Quelle: Kerstin Beck

Später stehen die Leute hier Schlange, denn mit lediglich 50 Cent ist hier jeder mit drei Würfen dabei. „Es zählt in erster Linie der Spaßfaktor. Das Geld, das wir hiermit einnehmen, stecken wir im Sommer wieder in unsere Arbeit mit Kindern“, sagt Revierförster Holger Schulz. Im Mai gibt es hier immer Waldjugendspiele, und dafür kaufen die Förster dann die Preise. „Vielleicht kommt ja wieder Frank Pubanz, und der wird bestimmt gewinnen!“, sagt der Forstmann.

Bullig warm in der Köhlerhütte

Vor der Oberförsterei kann man sich mit Glühwein von der sportlichen Herausforderung erholen. Dann gibt es Stände mit lokalen Spezialitäten: Wildfleisch und -wurst, geräucherte Forellen, Mufflonwurst, Honig und deftigen Eintopf. Wer etwas durchgefroren ist, kann wählen: In der Köhlerhütte ist es bei einem Lagerfeuer, Waldgeistertee und Stollen bullig warm. Ebenso überhitzt fühlt man sich in der Waldschule. Hier treffen kleine und große Gäste auf Kathrin Schmidt, die seit Mai „frischgebackene“ Waldpädagogin ist. „Die ersten Besucher kamen hier schon vor einer halben Stunde“, sagt sie fröhlich. „Es macht mir einen Riesenspaß, den Leuten beim Basteln zu helfen!“

Der kleine Gregor Johns aus Dallmin ist mit ganzem Ernst dabei, für seine Eltern ein schönes Adventsgesteck zu schaffen. Da Gadow ja für seinen besonderen Baumbestand bekannt ist, gibt es hier alle möglichen schmückenden „Zutaten“ für die Adventszeit: Zapfen von Schwarzkiefern, Fichten und normalen Kiefern, Lärchen und Erlen, Baumscheiben und natürlich auch Tannenzweige und rote Kerzen. Das Geschäft brummt hier bald.

Siegerweite lag bei 10,60 Meter

Kathrin Johns, die Mutter des kleinen Künstlers, meint: „Wenn wir hiermit fertig sind, kommen die Gestecke in die Küche und ins Wohnzimmer – dann kann Weihnachten kommen!“ Bis dahin tut sich draußen aber noch einiges: Die Jagdhornbläser haben sich aufgestellt und musizieren nicht nur Weihnachtslieder, sondern auch Signale wie „Sau tot“ – was ja sein muss, bevor es den weihnachtlichen Wildschweinbraten gibt.

Ein lustiger Waldgeist begrüßte die Gäste. Quelle: Kerstin Beck

Inzwischen hat sich auch bei der Weitwurf-Weltmeisterschaft einiges getan. Altmeister Frank Pubanz aus Neu Premslin ist tatsächlich gekommen, und hat, wie erwartet, den ersten Preis abgeräumt – diesmal ist es eine große, geräucherte Forelle. Seine Wurfweite: 10,60 Meter. Bestleistung ist das aber nicht, 2014 waren bei ihm schon einmal 11,65 Meter drin. Diesmal musst sich der 45-jährige auch einer harten Konkurrenz stellen: André Lemke schaffte ebenfalls 10,60 Meter. Zur endgültigen Bewertung wurde dann schließlich der nächstbeste Wurf herangezogen, bei dem sich der Alt-Weltmeister als der Bessere erwies.

Übrigens gibt es nach wie vor in Gadow – und das bis zum 24. Dezember – den Weihnachtsbaumverkauf. Bei Familie Galonska in der Lindenallee 2 können täglich Nordmanntannen, Fichten und Blaufichten sowie Kiefern aus dem Gadower Wald erworben werden. Ratsam ist eine vorherige telefonische Anmeldung unter 038780/7 07 00.

Von Kerstin Beck

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