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Wenige Mitstreiter, geringer Bedarf

Prignitzer Aktionsbündnis stellt seine Arbeit ein Wenige Mitstreiter, geringer Bedarf

Seit zehn Jahren gab es dort Hilfe insbesondere für diejenigen, die auf Hartz IV angewiesen waren. Doch nun ist Schluss: Das Prignitzer Aktionsbündnis für Arbeit und soziale Gerechtigkeit stellt seine Arbeit ein, wie am Montagabend in Perleberg beschlossen wurde.

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Engagiert und kontrovers diskutierten die Mitglieder des Bündnisses am Montagabend über seine Selbstauflösung.

Quelle: Bernd Atzenroth

Perleberg. Erst im vergangenen Jahr feierte es sein zehnjähriges Bestehen, doch jetzt beendet das Prignitzer Bündnis für Arbeit und soziale Gerechtigkeit seine Tätigkeit. Bei ihrem Treffen am Montagabend entschieden sich von den acht anwesenden Mitgliedern fünf für diesen Schritt, einer enthielt sich, zwei stimmten dagegen. Vor allem zwei Gründe waren dafür ausschlaggebend, wie die Macher in den Räumen der Perleberger Tafel erklärten. „Wir sind nur noch vier Aktive, alle sind Rentner und krank“, sagte Kerstin Walther. Sie ist seit Jahren in dem Bündnis aktiv. „In all den Jahren konnten wir keine neuen stetigen Mitstreiter bekommen.“ Sie hatte zusammen mit Günter Mach den Vorstoß zur Auflösung des Aktionsbündnisses unternommen. Offenbar hat sich auch sonst eine Menge Frust angesammelt: „Absprachen mit Klienten wurden von Klientenseite selten eingehalten. Es wurde versucht, uns für Leistungserschleichung zu missbrauchen“, fuhr Walther auf MAZ-Nachfrage fort.

Bestätigt wurde dies auch von anderen Mitgliedern des Bündnisses, weshalb die Idee, sich selbst aufzulösen, nicht ganz neu ist. „Wir haben darüber schon länger diskutiert“, sagte Marlies Müller. „Wir haben ja auch keinen Jüngeren mehr, der das machen könnte.“ Georg Emmermann, der sich schon vor einiger Zeit als Sprecher des Bündnisses zurückgezogen hatte, sprach sich für einen Schnitt aus: „Es ist uns nicht gelungen, zu wesentlichen Verbesserungen zu kommen. Man kann das Bündnis nicht aufrechterhalten, weil wir dem Anspruch nicht gerecht werden.“ Diejenigen, die sich hier engagierten, würden sich ohnehin auch privat weiter engagieren und ansprechbar für die Probleme der Leute bleiben. Doch nicht alle waren dieser Auffassung. Insbesondere Jürgen Hennig hielt dagegen: „Eine Beendigung der Arbeit wäre falsch. Wir sollten uns des Namens erinnern, denn das Bündnis ist mehr als nur Hartz IV.“

Das Bündnis war von zehn Jahren als Reaktion auf die Folgen der Einführung von Hartz IV gegründet worden. Es hat sich immer als überparteilich verstanden, wenngleich die meiste Unterstützung von der Linken kam. Im Vorjahr hatte die Stadt den Aktivisten sogar ein Büro zur Verfügung gestellt. Doch dieses sei relativ wenig in Anspruch genommen worden. Schon im Jahr zuvor war ein weiteres Angebot – das Sozialfrühstück – mangels Beteiligung eingestellt worden. Fazit: „Unser Anliegen war, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben . Doch es wurde kaum genutzt, eigentlich nicht gebraucht und nicht gewollt.“

Was blieb, waren der Dank und die Anerkennung für zehn Jahre eines großen, aber durchaus undankbaren Engagements, das jetzt ohne das Bündnis weitergeht.

Von Bernd Atzenroth

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