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Prignitz Wenn man 8 Stunden in der Notaufnahme warten muss
Lokales Prignitz Wenn man 8 Stunden in der Notaufnahme warten muss
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00:19 12.11.2017
Symbolbild Quelle: dpa
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Perleberg

Eine Wartezeit von über acht Stunden in der Notaufnahme des Kreiskrankenhauses in Perleberg beklagen Patienten. Gleich zwei Fälle trugen Betroffene an die Redaktion der MAZ heran. Beide ereigneten sich am 25. Oktober. „Wir mussten sehr lange auf eine Behandlung warten. Im Anschluss hat man uns nach Hause geschickt“, heißt es vom Enkel einer Patientin. Letztendlich stellte sich nach eigenen Angaben ein akutes Nierenversagen heraus. Bei einem weiteren Patient ergab sich ein ähnliches Bild. Eine stationäre Aufnahme schien hier nicht möglich aufgrund fehlender Betten.

Über 398 Betten verfügt das Kreiskrankenhaus, das sind 30 mehr, als der Landkreis Prignitz der Einrichtung eigentlich zuteilte. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

„Zu keinem Zeitpunkt bestand für die Patienten eine lebensbedrohliche Lage“, entgegnet Jeanette Telschow, Leiterin des Medizincontrollings vom Kreiskrankenhaus. Nach Rücksprache mit der diensthabenden Ärztin stellte sich allerdings heraus, dass der 25. Oktober durchaus ein besonderer Tag in der Notaufnahme war. „Es war ziemlich viel los. Ab Mittag kamen immer mehr Patienten, so dass die diensthabende Ärztin zu ihrem Schichtbeginn am Nachmittag bereits eine Vielzahl an Fällen übernahm“, weiß Jeanette Telschow.

Die Notaufnahme ist die letzte Option

Zunächst erfolgt immer eine administrative Aufnahme der Patienten. „In den beschriebenen Fällen wurde eingeschätzt, dass die Personen nicht vital bedroht sind“, so die Leiterin des Medizincontrollings. Es folgte die Klassifizierung im sogenannten Triage-System, eine Einstufung der Behandlungspriorität. „Anhand einer Farbcodierung von rot, gelb und grün stufen wir die Patienten ein. Dementsprechend sind Wartezeiten möglich“, sagt Belegungsmanager Dirk Roggentin. Doch Wartezeiten von über acht Stunden sind eine reine Ausnahme, meint Geschäftsführer Karsten Krüger. „Wir versuchen alles die Häufigkeit solcher langen Wartezeiten gering zu halten“, verspricht der Geschäftsführer. „Auf jeden Vorfall werden wir reagieren und versuchen daraus zu lernen.“

Die Gründe für derartige Fälle sind eindeutig: Nicht jeder Patient ist ein Notfall, doch viele schätzen ihre Situation selbst so ein. Die Notaufnahme sei aus Sicht von Karsten Krüger die letzte Option. Hausärzte, Fachärzte und der ärztliche Bereitschaftdienst wären zum größten Teil die eigentlich richtigen Ansprechpartner, doch leider gibt es auch dort lange Wartezeiten und Nachmittage oder Wochenenden, wo niemand zu erreichen ist. Der 25. Oktober war ein solcher Mittwochnachmittag. „Auch am Freitag oder Samstag ist das spürbar“, weiß Karsten Krüger.

„Im Vorhinein kaum zu planen“

Zwei Schockräume mit je einem Bett und zwei Diagnostikräume mit je zwei Betten stehen in der Notaufnahme für jährlich über 18 000 Patienten zur Verfügung. Das reicht nicht immer, wie an diesen beiden Beispielen deutlich wird. „Doch solche Fälle sind nicht vorherzusehen. Die benötigten Kapazitäten sind im Vorhinein kaum zu planen“, sagt Karsten Krüger. „Wir wissen manchmal selbst nicht, warum es an einigen Tagen zu solchen Engpässen kommt“, so der Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses weiter. Perleberg sei damit keine Ausnahme. Patienten wegzuschicken gehe allerdings nicht, es besteht eine Fürsorgepflicht allen gegenüber.

„Ich finde es schade, dass unsere Mechanismen scheinbar nicht richtig greifen. Wir haben in letzter Zeit viel getan“, meint Geschäftsführer Karsten Krüger. „Jeder hat die Möglichkeit, die Verantwortlichen zu kontaktieren, um nach solchen Sachen ins Gespräch zu kommen.“

Von Marcus J. Pfeiffer

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