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Wer hier badet, tut dies auf eigene Gefahr

Sadenbeck Wer hier badet, tut dies auf eigene Gefahr

Zwar ist das Badeverbot am Sadenbecker Speicher etwas in Vergessenheit geraten, aber gleichwohl gilt es fort. Das bestätigte die Kreisverwaltung am Freitag. Das wegen Algenbefalls erlassene Verbot gilt seit drei Jahren. Das Gesundheitsamt sieht im Moment keinen Anlass, den See wieder zu beproben.

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Kein offizielles Badegewässer: Der Sadenbecker Flachlandspeicher kann nur auf eigene Gefahr genutzt werden.

Quelle: Claudia Bihler

Sadenbeck. Zum Angeln und Baden wird er zwar von dem ein oder anderen genutzt – ein offizielles Badegewässer ist der Sadenbecker Stausee aber nicht. Das erklärte auf MAZ-Nachfrage Falko Dietsch von der Unteren Wasserbehörde beim Landkreis Prignitz.

Er war ein wenig überrascht von der vehementen Reaktion des Pritzwalker Bürgermeisters Wolfgang Brockmann auf einen MAZ-Beitrag über das Gewässer in der Dienstagsausgabe. Zum Hintergrund: In den Jahren 2011 bis 2013 ist für den See ein Badeverbot wegen Algenbefalls erlassen worden. Seitdem wurde der See auch nicht mehr beprobt. Ein Badeverbotsschild von 2014 steht noch am See. Im Kern hatte sich Brockmann in einem Statement am Mittwoch vor der Stadtverordnetenversammlung gegen die Aussagen gewehrt, dass die Stadt vergessen habe, das Verbotsschild wieder abzumontieren, und dass sie 2015 selbst veranlasst habe, dass der See nicht mehr beprobt werde. Brockmann hatte erklärt, dass die Stadt nicht Eigentümer des Sees und damit nicht zuständig sei und dass Beprobung wie Verbotsverfügung im Zuständigkeitsbereich und Ermessen des kreislichen Gesundheitsamtes lägen – eine Badeverbotsverfügung von 2013 sei nie außer Kraft gesetzt worden.

Keine Verpflichtung zur Beprobung, weil kein offizielles Badegewässer

„Das Badeverbot ist mehr oder weniger in Vergessenheit geraten“, sagte Falko Dietsch dazu. Gleichwohl ist die Darstellung der Stadt wohl zutreffend, dass es weiter gilt und nicht einfach vergessen wurde, das am See seit Jahren stehende Badeverbotsschild abzumontieren. Denn zwar ist Falko Dietsch der Auffassung, dass man die Einschätzung, ob in einem Gewässer gebadet werden darf, eigentlich zu jeder Saison wiederholen müsste. „Es gibt aber keine Verpflichtung dazu, weil es keine offizielle Badestelle ist“, betonte Falko Dietsch, der sich in dieser Sache auch mit seinem Kollegen Jan Waldmann vom kreislichen Gesundheitsamt abgesprochen hatte.

Überhaupt gebe es derzeit in der Prignitz keine offiziellen Badegewässer mehr, weshalb das Gesundheitsamt momentan nicht in der Pflicht stehe, sie zu beproben. Aus diesem Grund sei dies auch am Speicher Sadenbeck seit 2013 nicht gemacht worden. Die entsprechende Badeverbotsverfügung, auf die sich auch Wolfgang Brockmann in seiner Reaktion in der Stadtverordnetenversammlung berufen hatte, sei dementsprechend nicht befristet. Dass Falko Dietsch selbst den See schriftlich als „Angel- und Badegewässer“ bezeichnet hatte, sei deshalb „im Sinne der Nutzung“ zu verstehen gewesen, nicht im Sinne eines offiziellen Status. Soll heißen: Menschen baden und angeln auf eigene Gefahr in dem See, obwohl es nicht als Badegewässer ausgewiesen ist.

Badeverbotsschild muss nicht stehen bleiben

Das Gesundheitsamt hatte im Juli 2013 dem Pritzwalker Ordnungsamt mitgeteilt, dass es die Badewasserüberwachung für das Flachspeicherbecken in Sadenbeck beendet. Es werde aufgrund der langjährigen, schlechten Wasserqualität als nicht zum Baden geeignet angesehen. Falko Dietsch erklärte nun nach seinem Gespräch mit Jan Waldmann, dass das Gesundheitsamt auch weiterhin keinen Anlass für eine Beprobung sehe – es sei denn, dies werde gewünscht.

Das soll nicht heißen, dass das Badeverbotsschild unbedingt stehenbleiben müsste, wie Dietsch dann noch meinte. Klar sein müsse aber: Wer in dem See badet, tue dies im Moment nur auf eigene Gefahr.

Von Bernd Atzenroth

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