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Prignitz Wer nicht sucht, der wird gefunden
Lokales Prignitz Wer nicht sucht, der wird gefunden
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00:18 30.08.2017
Immer präsent: das Königspaar von Albavita-Tiefland alias Jürgen und Ellen Walther, hier samt Gefolge am Schluss der Aufführung. Quelle: Bernd Atzenroth
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Meyenburg

Als sich Tausendschön und der Prinz Adalbert Silvester Auriklus Kasimir von Albavita-Tiefland endlich gefunden hatten, gab es gleich eine Doppelhochzeit. Denn Bella, ehemals Prinzessin von Pomade und Mascara, war inzwischen Hans im Glück über den Weg gelaufen, der sich gerne der zuvor verstoßenen Adligen annahm, nachdem er selbst erfolglos eine andere Prinzessin für sich hatte gewinnen wollen. Die Märchenfee hatte in den gut 90 Minuten zuvor die Geschichte augenzwinkernd begleitet und dabei sogar Franz Kafka zitiert: „Wer sucht, der findet nicht – wer nicht sucht, der wird gefunden.“ Und so war es ja in der Märchenparodie „Hans im Glück und Tausendschön“, die das Laientheater „Adebar“ am Samstag im Meyenburger Schloss erstmals aufführte.

Vergeblicher Schminkversuch bei Ex-Prinzessin Bella. Quelle: Bernd Atzenroth

Handlung: Das Königspaar von Albavita-Tiefland alias Jürgen und Ellen Walther drängt seinen Sohn, den Prinzen, gespielt von Markus Schönegge, dazu, endlich eine Frau zu suchen, um den Nachwuchs für das Königshaus zu sichern. Drei Prinzessinen werden zum Casting eingeladen – „coole challenge“, findet Hans im Glück, der sich selbst gerade woanders um eine Prinzessin bemüht. Doch ob Prinzessin Bella von Pomade und Mascara (Christina Gätke), Prinzessin Marille Peperona von Vegetarien und Bärenklau (Anja Feldhorst) oder Prinzessin Gwendolina von Buchheim-Rivalien (Cordula Schönegge) – keine kann das Herz des Prinzen erwärmen, wobei ihr jeweiliger Name auch Programm ist. Tausendschön (Cordula Schönegge) wiederum wird von ihrer Mutter, der Zauberin Minerva (Annette Schneider), dazu gedrängt, um den Prinzen zu werben. Sie verzaubert ihn, damit er sich in Tausendschön verliebt. Doch das will diese gar nicht. So funkt es erst richtig, als der Zauber wieder aufgehoben ist. Letzte Hürde ist es für Tausendschön, sich an höfische Sitten zu gewöhnen. Zwischendurch kündigte der Zeremonienmeister alias Dizvar Haso immer die Ankunft neuer Protagonisten an. Garniert wird alles mit musikalischen und tänzerischen Einlagen.

Tausendschön und Hans im Glück. Quelle: Bernd Atzenroth

Als am Schluss das Publikum begeistert applaudierte, zeigte sich Regisseurion Johanna Schmittmann total gerührt: „Das war das erste Stück, das ich wirklich selbst geschrieben habe“, erklärte sie auf der Bühne. Man merkte, dass sie selbst viel Spaß am Schreiben hatte. Neben Kafka schaffte es auch ein Brecht-Zitat ins Stück, und mit lockeren und flapsigen Formulierungen wurde noch jedes Märchenklischee gekonnt durch den Kakao gezogen. „Würdest Du mich auch lieben, wenn ich hässlich wäre?“, fragte Tausendschön, doch der Prinz antwortet: „Du bist aber schön.“

Der Spaß war ganz auf der Seite ihrer elf Mitstreiterinnen und Mitstreiter, darunter Souffleuse Elvira Simroth und Technikerin Monika Hamann. „Ich freue mich, wie gut meine Schauspielerinnen und Schauspieler geworden sind“, sagte sie, und da mochte niemand widersprechen. Ihnen allen hat Johanna Schmittmann eine kleine Schauspielausbildung angedeihen lassen, inklusive Yoga-Übungen, Stimm- und Atemtraining. Das macht sich bezahlt, zumal auch die Bühnenausstattung immer besser wird. Beim inzwischen fünften Stück sind drei neue Schauspieler dabei.

Zum Schluss verneigte sich das gesamte Ensemble inklusive Johanna Schmittmann, Souffleuse Elvira Simroth und Technikerin Monika Hamann. Quelle: Bernd Atzenroth

Von Bernd Atzenroth

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