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Prignitz Wer zieht in den Bundestag?
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19:31 11.09.2017
Die Kandidaten und Moderatoren direkt vor dem Wahlforum. Quelle: Ivo Haase
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Neuruppin

Mehr als 150 Gäste verfolgten am Montagabend im Neuruppiner Stadtgarten den Schlagabtausch der Bundestags-Direktkandidaten im Wahlkreis 56. Angetreten waren die Direktkandidaten der sechs aussichtsreichsten Parteien im Bundestag: Sebastian Steineke (CDU), Kirsten Tackmann (Linke), Dagmar Ziegler (SPD), Martin Wandrey (Grüne), Michael Nehls (AfD) und Volkmar Richter (FDP). Volkmar Richter aus Ketzin kam als Vertreter seines Parteifreundes Andreas Hoffmann aus Havelaue, der aus terminlichen Gründen abgesagt hatte.

Doch die anderen fünf Direktkandidaten wollten sich die Chance nicht entgehen lassen, vor Wirtschaftsverbänden und Unternehmern ihre Positionen klar zu machen. CDU-Mann Sebastian Steineke etwa findet: „Eine starke Wirtschaft ist das Fundament für gute Lebensbedingungen in unserer Region.“ Steineke hat seine erste Legislaturperiode im Bundestag absolviert. Der Rechtsanwalt aus Neuruppin errang 2013 bei seiner ersten Kandidatur überraschend das Direktmandat.

Der Grüne Martin Wandrey sorgte sich um die Lebensqualität auf dem Lande, die man unbedingt erhalten müsse. „Dazu brauchen wir mehr Busse und Bahnen und eine funktionierende Gesundheitsversorgung“, sagte er.

FDP-Vertretungsmann Volkmar Richter lag besonders der Breitband-Ausbau am Herzen. Globalisierung heiße aber auch, Glasfaser und Mobilfunk lückenlos bereitzustellen. „Und wir müssen die elektronische Verwaltung endlich nutzen“, sagte er.

AfD-Mann Michael Nehls – nicht überraschend – polarisierte: „Erst kommt Deutschland, dann die Partei, und zum Schluss die einzelne Person“, sagte er. Er tritt für Volksdemokratie und Volksabstimmungen ein, ist der Überzeugung, dass Politik vom Volk gemacht werden müsse.

Kirsten Tackmann von den Linken, schon seit 2005 im Bundestag, treibt der soziale Frieden in Deutschland um. Alle Menschen hätten ein Recht auf ein Leben in Würde – im Kleinen und im Großen“, sagte sie. Die Schere zwischen Arm und Reich gehe aber immer weiter auseinander.

Auch Dagmar Ziegler von der SPD sitzt schon seit langem im Bundestag. Die frühere Brandenburger Finanzministerin und Arbeitsministerin ist seit 2009 Bundestagsabgeordnete. Ihre Herzensangelegenheit ist die Bildung. „Bildung muss Bundessache werden“, sagte sie.

Sechs Themenkomplexe

Sechs Themenkomplexe hatten die Moderatoren Kathrin Gottwald und Andreas Vogel vorbereitet. Die Kandidaten bezogen Stellung zur Windkraft (Brauchen wir noch mehr Windräder in der Region oder sind es schon zu viele?), zur Rentenpolitik, zum geplanten privat finanzierten A-24-Ausbau, zum Zustand der Schulen in der Region, zum Prignitzexpress und zum Gesundheitssystem.

Im Saal saßen nicht nur Anhänger der Kandidaten, sondern auch viele Unternehmer der Region und MAZ-Leser, die sich um eine Einladung zu diesem Forum beworben hatten. Der informative Abend war organisiert worden von den Wirtschafts-Junioren Ostprignitz-Ruppin, dem Wachstumskern Autobahndreieck Wittstock/Dosse, der Ruppiner Wirtschaftsgemeinschaft, dem Unternehmerstammtisch Neuruppin und Umgebung und von der MAZ

Von MAZ-Online

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