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Prignitz Wie Musik in Holz geformt
Lokales Prignitz Wie Musik in Holz geformt
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00:17 15.02.2017
Schwungvoll sind sowohl die Arbeiten von Franziska (l.) Zänker wie von ihrer Mutter Ursula Zänker. Quelle: Claudia Bihler
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Pritzwalk

Das „Bilderrätsel“, das Bernd Weimar zu seiner Laudatio zur Ausstellungseröffnung in die Pritzwalker Galerie in der Marktstraße mitgebracht hatte, war nicht allzu schwer zu lösen – dafür aber um so treffender. „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ war die Auflösung. Ein Sprichwort kann kaum treffender angewendet werden, als bei den beiden Künstlerinnen Ursula und Franziska Zänker. „Eigentlich wollten wir erst im Mai mit dem Ausstellungsbetrieb beginnen“, sagte Horst Kontak, Vorsitzender des Vereins Kunstfreunde Pritzwalk, „aber als ich hörte, dass die Künstlerinnen ausstellen, war ich sofort begeistert.“ So können die Pritzwalker bereits jetzt eine Ausstellung genießen, und zwar für den langen Zeitraum bis zum 8. April.

Was es mit dem Apfel und dem Stamm auf sich hat, das sollten die Gäste in der Galerie bald erfahren. Hier stellen Mutter und Tochter gemeinsam aus, Ursula Zänker zeigt Keramik aus ihrer Werkstatt in Karwe (Ostprignitz-Ruppin), Franziska Zänker stellt Holzkunst aus ihrer Werkstatt in Alt Ruppin aus.

Horst Kontak, Vorsitzender der Kunstfreunde Pritzwalk, freut sich, dass die erste Ausstellung in der Marktgalerie in diesem Jahr von Ursula und Franziska Zänker stammt. Quelle: Claudia Bihler

Der Parallelen gibt es viele. Beide Künstlerinnen haben in ihrem Metier zunächst das Handwerk gelernt. Ursula Zänker hatte unter anderem ein praktisches Jahr bei Bürgel absolviert, bevor sie ein Studium an der Hochschule für industrielle Formgestaltung in Halle belegte. Ihr handwerkliches Fundament ergänzt sie heute durch eine kunstvolle Interpretation der Natur um sie herum – wie etwa bei der Wandgestaltung „abgeerntetes Rapsfeld“, das sie direkt vor ihrer Haustür vorfand und mit seinen vielfältigen Schattierungen in Ton umarbeitete. Die strenge Formgebung wird durch zurückhaltende Farben unterstrichen. Dass das Kunstwerk gleichzeitig auch klangvolles Windspiel ist, sei „Zufall“ gewesen: „Der Brand war gut.“ Strenge Formen finden sich als Steinzeug in Form von Blütenknospen und Samenständen wieder. Ungewöhnlich: Fast alles arbeitet die Künstlerin auf der Töpferscheibe – auch jene Objekte, die ihre Herkunft hinter unrunden, schwungvollen Kurven verbergen, wie die engobierten Vasen, die Akzente mittels glänzender Glasur erhalten.

Schwungvolle Holzarbeiten

Schwungvoll sind auch die Holzarbeiten von Franziska Zänker. Natürlich spielte der Zufall eine Rolle, dass Peter Jekal, der mit seinem Saxophon die Vernissage begleitete, mit seinem Instrument in direkter Sichtlinie vor dem hängenden Holzexponat zu finden war. Dennoch: Wenn Musik in Holz gestaltet werden sollte, dann wäre das Ergebnis mit Sicherheit etwa dem „Notenschlüssel“ ähnlich, den der eine oder andere in dem Werk erkannt hat. „Die Grenzen des Werkstoffs ausloten“ will Franziska Zänker ebenso wie ihre Mutter. Hauchdünnes Sperrholz verknüpft sie zu unglaublich verschlungenen Formen: „Ja, die Spannung ist dabei ein Thema, aber auch das Gewicht.“ Das handwerkliche Rüstzeug hat sie sich bei ihrer Ausbildung zur Tischlerin erworben, die künstlerischen Aspekte hat sie bei mehreren Studiengängen, darunter einem zur Holzdesignerin, ausgebildet.

Die Ausstellung ist bis zum 8. April jeweils freitags und samstags von 14 bis 18 Uhr in der Pritzwalker Marktgalerie geöffnet.

Von Claudia Bihler

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