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Wie ein Ort der schwer erkrankten Sophie Kukuk hilft

Pritzwalk Wie ein Ort der schwer erkrankten Sophie Kukuk hilft

Sophie Kukuk aus der Prignitz leidet an einer seltenen Bluterkrankung und benötigt eine Knochenmarkspende. In ihrer Heimat gibt es eine überwältigende Welle der Hilfsbereitschaft.Für den 8. Oktober ist eine große Aktion geplant.

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Sophie Kukuk.

Quelle: Foto: privat

Pritzwalk. Knochenmarkspende – das verbinden die meisten sicher mit der Hilfe für an Leukämie erkrankte Menschen. Und in der Tat: 95 Prozent derjenigen, denen über die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) geholfen werden kann, sind Blutkrebspatienten. Immerhin sechs Millionen Menschen haben sich deutschlandweit bereits für eine Knochenmarkspende registrieren lassen, 4,7 Millionen davon bei der DKMS, die restlichen bei anderen Organisationen. Und für immerhin sechs von sieben an Blutkrebs Erkrankten wird tatsächlich ein passender Spender gefunden, wie Antonia Lukas von der DKMS am Dienstag im Pritzwalker Gymnasium erklärte. Das liegt auch an medizinischen Fortschritten, denn mittlerweile reicht dafür auch schon eine Übereinstimmung von 95 Prozent aus.

Im Fall Sophie Kukuk ist es aber etwas anders. Denn sie leidet an PNH, einer äußerst seltenen Bluterkrankung, bei der sich das Blut nicht mehr selbst nachbildet. „Wir wurden noch nie damit konfrontiert“, sagt Antonia Lukas. Auch hier kann eine Knochenmarkspende helfen, wie übrigens auch bei einer Reihe von anderen Krankheiten, wie Antonia Lukas weiter meinte. Doch benötigt die aus Schönhagen stammende 23-jährige Sophie Kukuk, die zurzeit in Kiel studiert und dort auch in Behandlung ist, tatsächlich einen Spender mit hundertprozentiger Übereinstimmung. Wird dieser gefunden, kann sie allerdings auch vollständig geheilt werden und wieder ein normales Leben weiterführen.

Warben für den Termin am 8 Oktober (vl)

Warben für den Termin am 8. Oktober (v.l.): Bürgit Pache, Michael Path, Sören Vogt, Ines Dallmann und Antonia Lukas.

Quelle: Bernd Atzenroth

Es geht also um viel bei den vielen Hilfsaktionen, die in und um Pritzwalk angelaufen sind, seit die Menschen vom Schicksal der jungen Frau erfahren haben. Das hat jetzt gleich die gesamte Jahrgangsstufe 12 am Pritzwalker Gymnasium motiviert, sich als Knochenmarkspender registrieren zu lassen. Sören Vogt war einer der 54 Schülerinnen und Schüler aus der Jahrgangsstufe, die am Dienstag dabei mitmachten. Gefragt nach seiner Motivation, bei der Aktion mitzumachen, sagte er: „Es ist eine gute Sache, mit meinem Blut das Leben eines anderen Menschen retten zu können.“

Gut fand er auch, dass es den Jugendlichen leicht gemacht wurde, sich registrieren zu lassen. Denn Antonia Lukas und die Lehrerinnen Bürgit Pache und Ines Dallmann hatten die Aktion vor Ort perfekt vorbereitet. Bürgit Pache war einst Klassenlehrerin von Sophie, die 2012 in Pritzwalk ihr Abitur gemacht hat, und Ines Dallmann ihre Tutorin. Auch Friedrich von Möller, Vorsitzender der Schulkonferenz und des Schulfördervereins des Gymnasiums, hat einen persönlichen Bezug zu Sophie Kukuk, die mit seiner Tochter befreundet ist.

Große Aktion am 8.Oktober

Auch Maike Hasak, ehemalige Schülerin des Gymnasiums und jetzt Zahntechnikerin, ist eine Freundin von Sophie und hat sich jetzt der Hilfsaktion verschrieben, die ihren Höhepunkt am Samstag, 8. Oktober, haben soll. Dann nämlich ist von 10 bis 15 Uhr eine große Registrierungsaktion in der Goethehalle II, ehemals Sporthalle der Jahnschule, am Perleberger Tor geplant. Und dann soll ganz Pritz-walk erreicht werden. 260 Dömnitzstädter haben sich bereits bei der DKMS registrieren lassen. Immerhin zwei von ihnen haben auch schon Stammzellen gespendet. Antonia Lukas hofft, dass „sich alle Pritzwalker so verhalten wie die Schüler“. Sie wäre sehr zufrieden,wenn sich die Anzahl der registrierten Pritzwalker verdoppeln ließe. „Man sollte zehn bis 15 Minuten Zeit einplanen. Eine Einverständniserklärung muss unterschrieben werden, und dann werden fünf Milliliter Blut abgezapft. Das war es auch schon.“ Nicht jeder ist als Stammzellenspender geeignet – schwere Diabetes, schweres Rheuma, Asthma und frühere Krebserkrankungen können Ausschlussgründe sein – auch ein paar Schüler kamen nicht infrage. Doch die allermeisten Menschen sind geeignet, um so helfen zu können. Registrieren lassen kann man sich im Alter von 17 bis 55 Jahren. Noch nicht Volljährige benötigen das Einverständnis der Eltern. Man sollte mindestens 50 Kilogramm wiegen und keinen Body Mass Index haben, der größer als 40 ist.

Die Aula war rappelvoll mit jungen Leuten, die sich für eine Knochenmarkspende registrieren lassen wollten

Die Aula war rappelvoll mit jungen Leuten, die sich für eine Knochenmarkspende registrieren lassen wollten.

Quelle: Ines Dallmann

Wer Angst vor der eigentlichen Prozedur der Stammzellenspende hat, könnte dazu auch den Perleberger Michael Path fragen. 2009 hatte er sich für eine Spende registrieren lassen, 2011 hat er dann mit einer Stammzellenspende zur Rettung eines sechsjährigen Kindes in Spanien beigetragen, wie er in Pritz­walk erzählte. Zwei Tage lang musste er dafür einplanen. Sein Arbeitgeber spielte mit, zumal die DKMS alle Kosten und die Organisation übernahm. Er selbst würde es immer wieder machen.

Am 8. Oktober sollten aber auch alle kommen, die sich nicht registrieren lassen, aber die Sache unterstützen wollen. „Es gibt ein Rahmenprogramm und der Erlös geht an die DKMS“, sagte dazu Antonia Lukas. Die benötigt auch Spenden für ihre Arbeit. „Wir haben überall Spendenbüchsen verteilt“, sagt dazu Ines Dallmann. Auch mit einem neuen Flugblatt wird auf die Hilfsaktion aufmerksam gemacht. Es zeigt eine lachende und lebensfrohe Sophie Kukuk, die sicher nichts mehr will, als wieder positiv in die Zukunft gucken zu können.

Dass dieser Termin in dieser Weise zustandekommen kann, ist auch dem Verein Wachstumskern Autobahndreieck Wittstock (Dosse) zu verdanken, der die Informationen zur der Typisierungsaktion verbreitet. Einen großen Anteil daran haben Viola Gärtner-Goosmann und Cornelia Palak von der Firma Glatfelter, die die Aktion auch finanziell unterstützt. Die beiden haben einen guten Teil der Umfeldorganisation für den 8.Oktober übernommen und die Neudorfer Fleischerei für die Beköstigung gewonnen. Bei der Registrierung, Blutentnahme und Betreuung hat die DKMS Helferinnen und Helfer vom DRK und von der KMG. Helfen werden auch die Klassenstufen 11 und 10 des Gymnaiums.

Mehr Infos zu Sophie unter www.facebook.com/Sophiewillleben und zur DKMS unter www.dkms.de

Von Bernd Atzenroth

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