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Prignitz Wiener Nachmittag im Modemuseum
Lokales Prignitz Wiener Nachmittag im Modemuseum
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00:17 11.05.2016
Meisterbäckerin Ines Bartels servierte Sachertorte und Schlagobers.
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Meyenburg

Walzerklänge am Klavier, dazu klappern Kaffeetassen und Kuchengabeln führen ein Stück von der Sachertorte zum Mund, die Gespräche surren wie im Bienenstock. Schon verschmilzt das Wochenende zur Idylle. Alltagsflucht und dann mitten hinein ins Vergnügen. So und nicht anders muss die Atmosphäre im Wiener Kaffeehaus sein!

Das Schloss in Meyenburg tauchte am Sonnabend in die kulinarische Hochkultur aus Österreich ein. Unter dem Titel „Wiener Melodien und Sachertorte“ präsentierten die Mitglieder vom Trägerverein Modemuseum ihren Gästen Leckerbissen für Gaumen, Auge und Ohr.

Die Idee stammt von Vorstandsmitglied Manfred Tansinne und damit traf er den Nerv des Publikums. Vor ausverkauftem Haus servierten Ines Bartels und ihre Kollegen die Sachertorte. „Neun Torten habe ich gebacken“, so Bartels bescheiden. Derweil ging sie von Tisch zu Tisch und verzierte die Teller mit Schlagobers. Dahinter verbirgt sich natürlich Schlagsahne, die ideal zur Torte passt.

Annegret Hahn (2.v.l.) führt Gäste übers Schlossgelände. Quelle: Christamaria Ruch

Manfred Tansinne klärte auf: „Schon 1718 und 1749 gab es in österreichischen Kochbüchern so etwas Ähnliches wie Sachertorte. Das erste Mal tauchte sie unter diesem Namen 1832 auf.“ Fürst Metternich orderte damals eine besondere Kreation zum Dessert. Der 16-jährige Lehrling Franz Sacher bewirtete dann die Gäste mit der Torte, die später seinen Namen erhielt. „Heute gibt es die echte und originale Sachertorte“, so Manfred Tansinne.

Am Klavier spielte Anne-Marie Michel aus Berlin und ließ Wiener Chansontradition der 1920er Jahre aufleben. „Das Typische dabei ist, dass darin versteckte kleine Schmankerl stecken“, so Michel. Ein Gassenhauer ist etwa „Schnucki, ach Schnucki“. Dort heißt es: „Ein Sioux-Indianer sah eines Tages eine Squaw, er folgte ihrer Fährte bis ins nächste Jagdrevier und fragte dann, Schnucki, ach Schnucki, fahr`n wir nach Kentucky“. Hermann Leopoldi (1888 bis 1959) komponierte dieses leicht frivole Stück.

„Da steckt Wiener Humor drin, denn diese urtümlichen und leichten Schlager nehmen humorvolle Wendungen an“, so die 26-jährige Pianistin. Und: „Sonst spiele ich pure Klassik, das ist heute eine Premiere für mich.“ An ihrer Seite las Josefine Edle von Krepl aus dem Buch „Irre!“ von Peter Tramontana. Lieder und Geschichten in Wiener Mundart stecken darin.

Josefine Edle von Krepl (l.) hat Wiener Wurzeln. Quelle: Christamaria Ruch

„Ich lese ja heute nicht von ungefähr, meine Familie stammt aus Wien“, so von Krepl. Ihre Eltern kamen Anfang der 1940er Jahre nach Berlin und von Krepl wurde schließlich 1944 in Fürstenwalde geboren. „Schulfreunde sagten oft zu mir, dass sie unsere Familiensprache hören möchten“, verriet sie dem Publikum. Hinter dieser Familiensprache steckte natürlich die Wiener Melodie. Mit einer Hommage an ihre Mutter eröffnete Josefine Edle von Krepl das Programm. Das Lied „Meine Mutter war eine Wienerin“ las sie, während Michel am Klavier Hintergrundmusik spielte.

Martina Grubetzki aus Wittstock fand eine einfache wie treffende Erklärung für das ausverkaufte Haus: „Essen und Musik und dazu Führungen durch die Museen sind in ihrer Kombination sehr reizvoll.“ Grubetzki stattete das zweite Mal dem Modemuseum einen Besuch ab. Gemeinsam mit Ehemann Roland sicherte sie sich rechtzeitig einen Platz am Kaffeetisch.

Eine Stunde vor dem Programm im Festsaal erlebten die Besucher zeitgleich Führungen durch Modemuseum, Schlosspark oder Heimatmuseum. „Kommen Sie wieder und bringen dann Zeit für eine lange Führung mit“, sagte Bianka Schmidt, Mitarbeiterin im Modemuseum.

Von Christamaria Ruch

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