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Prignitz Wildschweine in Sadenbeck gestreckt
Lokales Prignitz Wildschweine in Sadenbeck gestreckt
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00:26 04.11.2015
Vier Überläufer haben die Jäger auf dem Maisfeld bei Sadenbeck am Donnerstag erlegt. Quelle: Claudia Bihler
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Sadenbeck

Vier Stunden lang harrten die Jäger am Donnerstag am Rand des Maisfeldes in Sadenbeck aus, zum Schluss konnten sie sich über einen erfolgreichen Jagdausflug freuen: Vier Sauen haben sie geschossen, alles einjährige Überläufer. Insgesamt aber hatten die Fahrer der Erntemaschinen bei der Ernte von Körnermais 14 Tiere auf dem einen Feld gesichtet. Die meisten sind davongekommen und haben sich direkt ein neues Domizil in den angrenzenden Feldern und in den Waldstücken gesucht. „Vermutlich kommen sie aber heute Abend zurück auf das alte Feld“, meinte Klaus Bürger, Jäger und brandenburgischer Jagdaufseher.

Eingeladen hatte zum Jagdausflug der Jagdpächter Rainer Buttnick, der seinerseits zwar kein Schwein, sondern ein Reh erlegte, das ebenfalls von den Erntemaschinen aus dem Maisfeld vertrieben wurde. Begleitet wurde er von drei weiteren Jägern aus der Region und der Jagdgenossenschaft aus Sadenbeck. Treiber hatten die Jäger in diesem Fall nicht dabei: „Das hat der Maishäcksler erledigt“, sagt Bürger. Erst nach der Ernte konnten die beiden Jagdhunde – darunter ein Langhaardackel – zur Aufsuche der geschossenen Tiere aufs Feld gelassen werden. Anschließend wurden die Wildschweine noch auf dem Feld aufgebrochen. Bürger: „Sie dürfen nicht verhitzen. Sie werden belüftet und der Aufbruch entsorgt.“ Bevor sie jedoch zerlegt in die Tiefkühltruhen als Weihnachtsbraten wandern, mussten die Jäger noch Proben entnehmen. Bürger: „Die Entnahme können wir selbst übernehmen, dann schicken wir die Proben ein.“ Bei allen Wildschweinen ist nämlich eine Untersuchung vorgeschrieben, ob die Tiere an Trichinen leiden. Ein Befall mit den Parasiten kann für Menschen im schlimmsten Fall mit dem Tode enden.

Seit Jahren bereitet der übermäßige Besatz an Wildschweinen den Landwirten Sorge. Und nicht immer verläuft die Zusammenarbeit zwischen Jägern und Landwirten so harmonisch wie in Sadenbeck: Während die Landwirte häufig über großflächige Wühlschäden auf den Feldern klagen, beschweren sich die Jäger, dass der Bestand nicht zu kontrollieren sei, weil die Schläge immer größer werden – und so der Zugang immer schwieriger ist. An vielen Stellen wird deshalb kurz vor Beginn der Rauschzeit (Brunftzeit des Schwarzwildes) bei der Maisernte Jagd auf Wildschweine gemacht.

Vor allem im Mais fühlen sich die Wildschweine jedoch sehr wohl: In den hohen Beständen sind sie nicht nur gut geschützt, sondern finden als Allesfresser auch alles zum Leben, was sie benötigen.

Nicht immer war die Jagd auf Wildschweine so einfach wie heute: Vor der Einführung von Feuerwaffen mussten sich die Jäger oft in große Gefahr begeben und mit Schlag- und Stichwaffen Nahkämpfe mit den bis zu 200 Kilogramm schweren Tieren ausfechten. Später veranstaltete der Adel Sauhatzen zu Pferde, doch mussten Treiber die Tiere vor die Flinten der adligen Gesellschaft hetzen. Die Bürger, die zur Versorgung auf das Fleisch angewiesen waren, mussten sie diesem abkaufen. Das galt sogar für die Bauern: Die hatten zwar schon damals umfangreiche Wildschäden hinzunehmen, durften die Schweine aber nur mit Knüppeln von ihren Anbauflächen vertreiben.

Von Claudia Bihler

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