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Windkraftgegner machen weiter

Pritzwalk Windkraftgegner machen weiter

Obwohl nicht die notwendige Unterstützerzahl erreicht wurde, sieht Fariba Nilchian das Volksbegehren gegen Windkraft als Erfolg an. Die Windkraftgegnerin als Bölzke glaubt, dass damit eine kritischere Einstellung zu dieser Art der Energieproduktion aus der Tabuzone herausgeholt worden ist. Überhaupot gebe es nach der jüngsten Sitzung der Regionalen Planungsgemeinschaft weiter viel zu tun.

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Fariba Nilchian wird weiter gegen Windkraft kämpfen.

Quelle: Bernd Atzenroth

Pritzwalk. Das Volksbegehren gegen Windkraft ist gescheitert, doch das heißt keineswegs, dass die Windkraftgegner in der Region jetzt einfach klein beigeben. „Wir bleiben dran“, betont Fariba Nilchian und weist auf die jüngste Entwicklung in der Regionalen Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel hin: „Dagegen werde ich massiv kämpfen“, kündigte sie an, „das kann und soll so nicht durchgehen.“ Und sie ist hörbar schon wieder im Widerstandsmodus, wenn sie sich über Regionalräte erregt, die vor zwei Jahren noch eine 10-H-Abstandsregelung befürworteten und sich jetzt mit Abständen zur Wohnbebauung von 450 bis 750 Metern anfreunden können. „Mit Vier-Augen-Gesprächen wurden die Regionalräte weichgekocht“, fuhr sie fort und kritisierte weiter, dass Fragen in der Versammlung neuerdings nicht mehr erlaubt sind. Weil dies niemand gewusst habe, seien sie umsonst zur jüngsten Sitzung der Planungsgemeinschaft gekommen.

Verwundert zeigte sie sich darüber, dass demgegenüber die Windkraft-Betreiber offenbar von solchen Details Kenntnis hatten. Empört ist sie darüber, dass über neue Richtlinien befunden worden sei, ohne dass Einwendungen und kritische Anmerkungen eingearbeitet worden seien. Sei es wie es sei, an dieser Art von Politik will sie sich weiter abarbeiten, auch wenn es neuerdings für Bölzke „gut aussieht“. Die Pläne hier Windräder zu errichten, könnten vom Tisch sein, wenn das nahegelegene Gebiet in Kemnitz einbezogen werde.

Trotz des Ausgangs zieht sie dabei auch ein durchaus positives Fazit des Volksbegehrens. Fariba Nilchian sieht mehrere Gründe dafür, dass die erforderlichen Stimmen im Volksbegehren nicht zusammengekommen sind. „Zum einen glauben viele, dass sie sowieso nichts ändern können, und haben deswegen nicht mitgemacht.“ Diese Leute hätten jetzt ihre Chance verpasst.

Ein weiterer Punkt ist wohl, dass dies eher ein Thema der ländlichen Bevölkerung war. „Es hat sicher auch mit unserer demografischen Schwäche zu tun“, gibt sie auf Nachfrage zu. Das ist wohl auch eine Erklärung, warum es die Gegner der Massentierhaltung einfacher hatten, ausreichend Leute für ihr Anliegen zu mobilisieren, als die Windkraftgegner: Erstere konnten eher in den bevölkerungsreichen Gegenden punkten, während letztere in den kreisfreien Städten wohl ihre schlechtesten Ergebnisse einfuhren.

Fariba Nilchian hat dafür aber auch noch eine andere Erklärung: „Für das Tierwohl zu sein, ist natürlich viel einfacher, als gegen Windkraft zu stimmen.“ Ein Großteil der Leute glaube immer noch, dass Windkraft als Ersatz für Atomkraft der Heilsbringer sei. „Aber da denke ich, dass das Volksbegehren ein guter Schritt war, um mehr Aufmerksamkeit dafür zu erreichen, dass diese Positivmeinungen nicht berechtigt sind“, findet die BI-Sprecherin, „langsam habe ich das Gefühl, dass das Tabu gebrochen ist.“ Immerhin seien ja auch 45 000 Bürger aufs Amt gegangen oder hätten per Briefwahl abgestimmt.

Darum ist sie sich auch sicher, dass es trotz des Scheiterns der richtige Zeitpunkt für ein Volksbegehren war. „Nach dem Volksbegehren ist vor dem Volksbegehren.“ In der kommenden Woche trifft sich das Aktionsbündnis Gegenwind, um zu beraten, wie nun weiter zu verfahren ist, und zwar am Mittwoch, 20. Juli, um 19 Uhr.

Von Bernd Atzenroth

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