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Prignitz „Wir alle sind Europäer“
Lokales Prignitz „Wir alle sind Europäer“
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11:15 17.09.2017
Martin Gorholt (l.) Bevollmächtigter des Landes Brandenburg beim Bund, gratulierte zur lebendigen Städtepartnerschaft. Quelle: Wolfram Hennies
Perleberg

Die polnische Stadt Szczawnica und Perleberg verbindet seit dem 19. Juli 2002 eine Städtefreundschaft. Am Samstag wurde im Perleberger Rathaus von Tomasc Moskalik, stellvertretender Bürgermeister von Szczawnica, und Annett Jura, Bürgermeisterin von Perleberg, eine Vereinbarung unterzeichnet, in der es heißt: „Anlässlich des 15jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft bekräftigen beide Städte ihr besonderes Interesse an der Fortführung der Zusammenarbeit“. Dazu war eine neunköpfige Delegation aus Polen angereist, zu der auch die Vorsitzende des Stadtparlaments Anna Gebala gehörte. Als Gast nahm neben Perleberger Stadtverordneten und Bürgern Martin Gorholt teil. Der Bevollmächtigte des Landes Brandenburg beim Bund, zuständig für internationale Beziehungen, gratulierte zur Städtepartnerschaft, die „etwas ganz Besonderes“ sei: „Glückwunsch, dass Sie diese so lebendig leben!“ Gorholt verschwieg nicht die gegenwärtigen Disharmonien zwischen Polen und der Bundesrepublik: „Brandenburg hat kein Interesse an weiteren Problemen“, sondern wünschte sich eine weitere europäische Entwicklung zum Vorteil beider Länder. „Ich ermuntere Sie, Ihre Beziehung von unten weiter zu pflegen, sie soll vor allem die Jugend ergreifen“.

In 15 Jahren ein Fundament geschaffen

Auch Tomasc Moskalik griff die von „gewissen Leuten geschürten Probleme“ auf. „Wir wollen keine Mauer in Europa, denn sie bedeutet Isolation. Die 15 Jahre haben ein Fundament geschaffen, wir haben Brücken gebaut und wollen, dass die Partnerschaft weiter besteht.“ Annett Jura bekräftige: „Wir sollten weiter an den freundschaftlichen Beziehungen arbeiten trotz der politischen Probleme. Wir alle sind Europäer. Wir Kommunalpolitiker wollen gemeinsam in einem friedlichen und freien Europa leben. Das ist unser Auftrag für die nächsten 15 Jahre.“ Die Bürgermeisterin erinnerte, dass es nicht nur um die Kontakte zwischen den Verwaltungen ging sondern um den vielfältigen Austausch zwischen den Menschen. Sie nannte die Feuerwehr, die Lebenshilfe, die kulturellen Aktivitäten, um die Sitten und Gebräuche der anderen kennenzulernen. Es gab ein gemeinsames Jugendzeltlager am Rudower See, viele Urlaubsreisen, die Martin Sengebusch organisierte. Zur 775-Jahr-Feier Perlebergs trat eine Musikgruppe aus Szczawnica auf: „Es ist eine richtige Freundschaft entstanden. Wir brauchen den Austausch zwischen den Menschen.“ Mit Blumensträußen dankte Annett Jura mehreren Perleberger Bürgern für ihren Einsatz. Nach dem Austausch von Gastgeschenken wurde auf die Freundschaft zwischen beiden Städten angestoßen.

Von Wolfram Hennies

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