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Land soll vorhandene Flächen nutzen

Wirtschaftsförderer aus der Prignitz setzen auf Bestandsentwicklung Land soll vorhandene Flächen nutzen

Die Situation der Gewerbegebiete in den Kreisen Barnim und Prignitz ist ähnlich: Beide Regionen haben vor Jahren sehr große Gewerbegebiete entwickelt und können dort durchaus auf erfolgreiche Ansiedlungen verweisen. Dennoch gibt es noch große Flächen, die noch nicht genutzt werden. Das soll sich nun ändern.

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Wirtschaftsförderer aus Prignitz und Barnim trafen sich vor dem ehemaligen Schlecker-Logistikzentrum in Falkenhagen.

Quelle: Claudia Bihler

Falkenhagen. Dennoch gibt es große Flächen, die bisher nicht genutzt werden, wie etwa im Gewerbegebiet Falkenhagen: Von 240 Hektar nutzbarer Fläche sind 82 Hektar besiedelt. Bei Eberswalde gibt es eine 135 Hektar große Fläche, von der 80 Hektar noch zu haben sind. Grund genug für die Wirtschaftsförderer aus den Regionen, beim Arbeitsgespräch gemeinsame Probleme zu erörtern und über weiteres Vorgehen zur Vermarktung der Flächen zu beraten.

Einigkeit herrschte bei Ronald Thiel, Vize-Bürgermeister in Pritzwalk, und Thomas Ditten vom Landkreis Prignitz zu Falkenhagen: Den Fokus auf Neuansiedlungen zu richten, ist zwar sinnvoll. Wichtiger ist jedoch heute, vor allem die existierenden Firmen zu unterstützen. "Wenn ein Unternehmen im Bestand seine Türen schließen muss, sind gleich drei bis vier neue Ansiedlungen nötig, um das Personal unterzubringen", begründet Thomas Ditten. Altsubstanz zu nutzen steht zudem im Vordergrund - für beides ist das ehemalige Schlecker-Logistik-Zentrum ein Beispiel. Bei der Immobilienmesse Expo-Real hatten die Wirtschaftsförderer Kontakt zu dem Grundstücksunternehmen gefunden, das auch für den Papierkonzern Glatfelter arbeitet. Das Ergebnis: Glatfelter nutzt das ehemalige Schlecker-Gelände nun als Lagerfläche. "Damit ist das Falkenhagener Logistikzentrum das erste unter vielen in ganz Deutschland, das nach der Schlecker-Pleite wieder genutzt wird", freut sich Ditten.

Für große Ansiedlungen müssen die Regionen in ihren Gewerbegebieten zusammenhängende Flächen als so genannte Vorhaltgebiete frei halten - in Falkenhagen sind dies 20 Hektar. "Da wir diese Gebiete frei halten müssen, steht das Land auch in der Pflicht, diese Gebiete in seiner Ansiedlungspolitik zu berücksichtigen", meint Ronald Thiel: "Es kann nicht sein, dass an vielen Orten bei Großansiedlungen neue Gewerbegebiete entwickelt werden, während hier die Flächen mit einem hohen Standard bereits vorhanden sind."

Dass die Prignitz selbst weitere Gewerbegebiete etwa in Karstädt entwickelt, ist für Thomas Ditten der kommunalen Planungshoheit geschuldet: "Das ist eine Fläche der Kommune, deren Selbstverwaltung darf der Landkreis nicht behindern." Rüdiger Thunemann, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Wito im Barnim, sagte: "Das kann man durchaus kritisch sehen, mehr Zusammenarbeit bietet sich da immer an." Auch der Barnimer Wirtschaftsförderer sieht das Land in der Pflicht: "Man kann auf hochwertige, bereits vorhandene Flächen in attraktiver Lage zurückgreifen und muss keine neuen beispielsweise in der Uckermark entwickeln."

Von Claudia Bihler

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