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Prignitz Wirtschaftspolitischer Sprecher in Pritzwalk
Lokales Prignitz Wirtschaftspolitischer Sprecher in Pritzwalk
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19:05 01.10.2015
Helmut Barthel (M.) zu Besuch im Haus der Wirtschaft, wo die Präsenzstelle der Fachhochschule ihr Domizil hat. Quelle: Claudia Bihler
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Pritzwalk

Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD im brandenburgischen Landtag, Helmut Barthel, hat bei einem Informationsbesuch in Pritzwalk deutlich gemacht, dass sinnvolle Projekte außerhalb der Regionalen Wachstumskerne (RWK) seit dieser Wahlperiode wieder leichter gefördert werden können: „Es steht seit Beginn der Legislaturperiode fest, dass gute Ideen auch außerhalb der RWKs anerkannt werden.“

Dass die Region im Autobahndreieck Wittstock gleich einige gute Ideen vorweisen kann, hat sich bei Barthels Besuch am Montag bestätigt. Unterstützung verdienen seiner Meinung nach die Erweiterung der Präsenzstelle der Fachhochschule Brandenburg in Pritzwalk sowie das Pilotprojekt „Energy Cloud“, mit dem der Förderverein Autobahndreieck für die Nutzung regionaler erneuerbarer Energien sorgen möchte, insbesondere durch Speichertechnologien und Angebote zu Wasserstofftechnologien.

Die Präsenzstelle hatte in den vergangenen Jahren dafür gesorgt, dass die Zahl der Studierenden aus der Region wesentlich gestiegen ist: „Das ist eine Win-Win-Situation für die Region und die FH: Die Qualität der Ausbildung ist so gut, dass die jungen Leute die Region nicht verlassen wollen, weil sie hier Karrierechancen haben.“ Die Erweiterung der Präsenzstelle um eine weitere Stelle für den Technologietransfer in die Prignitz unterstütze er deshalb.

Pilotprojekt für Speichertechnologien

Gleiches gilt für das Projekt „Energy Cloud“. Für dieses setzt sich der Förderverein Wachstumskern ein und will erreichen, dass sich rund um die Power-to-Gas-Anlage der Eon in Falkenhagen weitere Nachhaltigkeitsprojekte etablieren können. Der Verein möchte bei dem Pilotprojekt vom Land unterstützt werden. Für Helmut Barthel wäre die Förderung eine sinnvolle Maßnahme für das ganze Land Brandenburg: „Es entspricht vor allem auch unserer Strategie, Speichertechnologien zu fördern.“ Den Piloteffekt sieht er allerdings auch darin, dass es bisher noch nicht gelungen sei, die großen Mengen von erneuerbaren Energien, die in der Region gewonnen werden, vor Ort wirtschaftlich zu nutzen: „Ob es nun Wasserstoffmobilität oder Speichertechnologien sind – die Energy Cloud kann Beispielwirkung auch für andere Regionen haben.“

Der Verein Autobahndreieck Wittstock würde gern den Wasserstoff der Eon für ein Mobilitätsprojekt für den Fernverkehr zwischen Berlin und Hamburg nutzen, Speicherkapazitäten für Strom aus Öko-Quellen fürs Gewerbe installieren und so die starken Preisschwankungen auf dem Strommarkt sinnvoll und als Vorteil für die Region nutzen.

Helmut Barthel fasst zusammen: „Die Region hat auch als nicht offizieller Wachstumskern, sozusagen als natürlicher Wachstumskern, eine hervorragende Wirtschaftsförderung.“ Mike Blechschmidt, Vorsitzender des Autobahnvereins, freut sich über das Lob: „Es findet beim Land auch ein Meinungsumschwung in Sachen RWK statt. Es wird langsam klar, dass man auch Aspekte wie die Bruttowertschöpfung oder Nachhaltigkeit betrachten muss, um eine vernünftige Strategie zu erreichen.“

Im Anschluss an die Gesprächstermine war der Landtagsabgeordnete noch eingeladen, die im Umbau befindliche Pritzwalker Tuchfabrik zu besichtigen.

Energy-Cloud und Power to Gas

In der Power-to-Gas-Anlage im Pritzwalker Industriegebiet Falkenhagen wird aus überschüssigem Windstrom seit zwei Jahren Wasserstoff hergestellt, der anschließend ins Erdgasnetz eingespeist wird.

Rund um das Werk bildete sich das Projekt „Energy Cloud“, das zum Ziel hat, die Vorteile der regenerativen Energien auch in wirtschaftlicher Hinsicht vor Ort zu nutzen.

Dabei geht es um Speichertechnologien, die Verwendung von Wasserstoff für den Verkehr oder andere direkte Zwecke.

Der Landtagsabgeordnete Helmut Barthel sieht im Projekt ein Modell, das lange über den Experimentalcharakter hinausgewachsen ist. Stattdessen sei es das erste Modell, das auch eine wirtschaftliche Nutzung demonstriere.

Von Claudia Bihler

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