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Prignitz Wittenberge: Elbe führt wenig Wasser
Lokales Prignitz Wittenberge: Elbe führt wenig Wasser
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00:35 21.08.2015
Das Niedrigwasser der Elbe bei Wittenberge soll in der vergangenen Woche den Scheitelpunkt erreicht haben. Laut Prognosen steigt der Pegel nun wieder. Quelle: Jens Wegner
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Wittenberge

Der derzeitige Elbpegel in Wittenberge bedeute eine Fahrrinnentiefen von durchschnittlich 70 Zentimetern, sagt Hubert Finke vom Wasser- und Schifffahrtsamt Magdeburg, Außenbezirk Wittenberge. Einige Bereiche sind mehrere Meter tief. Dazu gehören die sogenannten Kolke, die sich an den Buhnenköpfen bilden. Und es gibt Schwachstellen wie die bei Müggendorf, wo die Elbe besonders flach ist. Wer also die Elbe durchschreiten möchte, ist gut beraten, solche Schwachstellen zu wählen. „Allerdings”, gibt Finke zu bedenken, „die Elbsole fließt. Alles ist in Bewegung. Ruck zuck liegt man auf dem Rücken.” Sportbootfahrer, die die Elbe befahren wollen, sollten sich über die Fahrrinnenverhältnisse, dem Fahrrinnenkasten, informieren und die Fahrrinnen einhalten, rät Finke.

„Niedrigwasser sowie auch Hochwasser gab es schon immer, seit Jahrhunderten oder gar seit Jahrtausenden. Das ist eigentlich nichts besonderes“, fasst es Bernd Lindow, Sachbereichsleiter Natur- und Gewässerschutz des Landkreises Prignitz, zusammen. Das Niedrigwasser der Elbe sei Natur. Im Wittenberger Hafen und an der Stepenitzmündung werde der durchschnittliche Wasserstand der Elbe gemessen. Und im Moment kann man an der Stepenitzmündung die Sedimentauflage der letzten 20 Jahre sehen. Es ist aber auch zu erkennen, dass noch Wasser der Stepenitz in die Elbe abfließt. Steigt der Elbepegel, wird auch das Delta wieder verschwunden sein. Vergangene Woche hatte der Nebenfluss der Elbe am Pegel Wolfshagen einen Wasserstand von 40 Zentimetern. Dann ist das Kanufahren auf der Stepenitz aus Naturschutzgründen verboten. Die Vorschrift diene dazu, Schäden zu vermeiden, die an den Kiesbänken entstehen können, da die Areale auch als Laichplätze dienen. Um die Stepenitz mit dem Kanu befahren du dürfen, muss der Fluss einen Wasserstand von mindesten 50 Zentimetern haben.

Am Montag wurde am Pegel Wolfshagen bereits wieder ein Wasserstand von über 70 Zentimetern gemessen. Die Stepenitz reagiert sehr schnell auf Regen, so wie er am Wochenende auftrat. Vor dem Wochenende hatte die Stepenitz einen Abfluss von einem Kubikmeter pro Sekunde. Am Montag waren es bereits fünf bis sieben Kubikmeter. „Das Niedrigwasser der Elbe wirkt sich nicht nur auf das Leben in der Elbe sondern auch auf alle Nebenflüsse des Stroms und auf die gesamte Landschaft aus”, sagte Sven Rannow, Leiter des Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe-Brandenburg. Es sei eine besondere Belastung für die Natur, die allerdings auch immer wieder vorkomme. „Auch die Aue ist ein sehr dynamischer Lebensraum. Niedrigwasserphasen gehören dazu. Gerade bei einem so ausgeprägtem Niedrigwasserfluss wie der Elbe”, sagte er. Niedrigwasser werde aber massive Folgen haben. Bäume sterben ab. Bis sie nachwachsen dauert es 50 bis 100 Jahre. Schneller wird sich der Fischbestand erholen. Die Höhe der Schäden ist noch nicht absehbar. Sie hängen auch davon ab, wie häufig sich ein solches Ereignis in Zukunft wiederholt, so Rannow. Von der Oberförsterei Gadow wurden durch das Niedrigwasser der Elbe bis jetzt keine oder nur geringe Ausfälle gemeldet. „Unsere Aufforstungen werden, schon wegen der Regenarmut der vergangenen neun Monate, regelmäßig gewässert. Jede Pflanze erhält bis zu sechs Mal pro Jahr 20 Liter Wasser. Die älteren Bäume im Alter von drei bis vier Jahren haben bereits so ausgeprägte Wurzeln durch die sie sich selbst versorgen können”, sagte Funktionsförster Eckhard Kakstein von der Oberförsterei Gadow.

Aus den deutschen Nebenflüssen wie der Saale und der Mulde fließt aktuell wieder mehr Wasser in die Elbe, so dass der Elbpegel wieder steigt, so die Prognosen. Derzeit aber führt die Elbe noch Niedrigwasser. „Der Pegel gibt nicht den tiefsten Punkt des Flusses an. Der Nullpunkt ist ein Wert, der von Menschen festgelegt wurde. Deshalb haben wir an unterschiedlichen Orten der Elbe auch unterschiedliche Pegel, in Magdeburg manchmal sogar einen Minuswert”, erklärt Hubert Finke. Mancherorts wurde der Pegelnullpunkt deshalb schon um einen Meter tiefer gesetzt, so auch in Wittenberge im Jahr 1938.

Von Jens Wegner

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