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Prignitz Wittenberge: Gärtner stellt Flüchtling ein
Lokales Prignitz Wittenberge: Gärtner stellt Flüchtling ein
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19:11 04.05.2016
Der iranische Flüchtling Rasul Javadi (l.) begann am 18. April als Gärtner in der Wittenberger Gärtnerei Haering. Inhaber Steffen Haering und Mitarbeiterin Silke Dambrowski sind sehr zufrieden mit seinem Einsatz. Quelle: Foto: Andreas König
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Wittenberge

„Rasul ist sehr freundlich, er hilft, wo er kann und sorgt einfach für gute Stimmung.“ Ein schöneres Kompliment, als es Silke Dambrowski ihrem neuen Kollegen macht, kann man wohl kaum erwarten. Rasul heißt mit vollständigem Namen Rasul Javadi und kommt aus dem Iran. Er ist einer von insgesamt 24 Teilnehmern der Maßnahme „Perspektiven für geflüchtete Menschen“ der Bundesagentur für Arbeit und des Jobcenters Prignitz.

Rasul Javadi ist 31 Jahre alt und kam im März vergangenen Jahres nach Deutschland. In seiner Heimat war er als Bauarbeiter tätig, hat aber auch gärtnerische Erfahrungen gesammelt. Beides kam ihm bei seinem Praktikum in der Wittenberger Gärtnerei Haering zugute. Vor allem aber begeistert sein Einsatz für Kollegen und das Unternehmen. Geschäftsführer sowie Mitarbeiter loben den schlanken Mann mit den dunkelbraunen Haaren. „Er erfüllt alle Aufgaben zu unserer vollen Zufriedenheit und gibt sich die größte Mühe, die Arbeitsabläufe zu verinnerlichen“, sagt Gärtnereibesitzer Steffen Haering.

Während seines Praktikums hat sich Rasul Javadi so geschickt angestellt und sich so engagiert, dass daraus eine Festanstellung als Gärtner wurde. „Herr Javadi hat eine Bleibeperspektive“, versichert Ina Kaiser-Hagenow vom Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit. Sein neuer Chef Steffen Haering hakt sofort ein: „Den Rasul, den lassen wir nicht mehr gehen.“ Wenn nach Ende der Aufenthaltsdauer wider Erwarten doch eine Abschiebung drohe, „werden wir uns was einfallen lassen. Dass Rasul Javadis Bleibeperspektive recht gut ist, liegt nicht zuletzt daran, dass er in der Prignitz seine große Liebe fand. Seine Freundin, eine Deutsche mit kubanischen Wurzeln väterlicherseits, möchte er im Juli heiraten.

Die größte Schwierigkeit bei der Integration von Flüchtlingen sind die fehlenden Sprachkenntnisse. Rasul Javadi, der nach seiner Ankunft in der Prignitz zunächst in Karstädt wohnte, hat versucht, sich die deutsche Sprache über das Internet anzueignen. Für den persischen Muttersprachler kein leichtes Unterfangen. Seit er in der Maßnahme der Arbeitsagentur ist, gab es noch einmal einen vierwöchigen Sprachkurs. Den hat Viorica Sirbu von der Gesellschaft für innovative Beschäftigung (Gib) aus Ludwigslust abgehalten. Rasul Javadi kann sich verständlich machen, aber er möchte sein Deutsch selbst gern verbessern.

Doch warum ist er geflohen? „Ich bin Christ“, sagt Rasul Javadi. Vor Jahrzehnten hätten im Iran Menschen aller Religionen relativ friedlich zusammengelebt. Doch inzwischen sei es für Menschen christlichen Glaubens nicht mehr sicher. Er floh über die Türkei, nach Griechenland, von wo er mit einem Schlauchboot die Ägäis überquerte. Weiter ging es zu Fuß die Balkanroute entlang bis nach Österreich. Von dort reiste er im Zug nach Deutschland weiter.

„Herr Javadi hat zunächst in einem Baubetrieb gearbeitet“, berichtet Peggy Hildebrand, Geschäftsführerin der Gib. „Aber dann hat er uns gesagt, dass er gerne in einer Gärtnerei arbeiten würde.“ Da traf es sich gut, dass die Gärtnerei Haering gerade einen Mitarbeiter suchte, weil nach der Übernahme der CJD-Gärtnerei in Perleberg dort Personal gebraucht wurde.

„Das ist ein gelungenes Beispiel für die Integration geflüchteter Menschen“, sagt Melanie Speck, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit in Neuruppin. Allerdings müssten für den Erfolg solcher Bemühungen verschiedene glückliche Umstände zusammentreffen. Das klappe jedoch nur in den seltensten Fällen. 160 arbeitssuchend gemeldete Flüchtlinge aus nichteuropäischen Asylländern sind bei der Agentur und dem Jobcenter gemeldet. Eine feste Anstellung haben bisher gerade einmal zwei von ihnen gefunden.

Von Andreas König

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