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Wittenberge: Leben retten im Ernstfall

Prüfen, rufen, drücken Wittenberge: Leben retten im Ernstfall

Der Ernstfall kommt selten, doch wenn er da ist, ist Erste Hilfe oberste Bürgerpflicht. Lehrer des Wittenberger Oberstufenzentrums Prignitz erhielten am Montag von Chefarzt Thomas Libuda und Rettungssanitäter Marcus Giese einige Lektionen darin, wie sie Leben retten können.

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Chefarzt Thomas Libuda (l.) und Rettungssanitäter Marcus Giese führen vor, wie die Reanimation richtig durchgeführt wird.

Quelle: Jens Wegner

Wittenberge. Erste Hilfe kann Leben retten. Doch nicht immer sind sich die zur Verfügung stehenden Personen sicher, was sie im Ernstfall tun müssen. Im Rahmen der deutschlandweit stattfindenden Woche der Wiederbelebung vom 19. bis 26. September wurden deshalb am Montag erstmals Lehrer und Ausbilder des Oberstufenzentrums Prignitz in Wittenberge zum Thema Reanimation geschult. Thomas Libuda, Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin im Kreiskrankenhaus Prignitz, und drei Mitarbeiter des Rettungsdienstes des Landkreises Prignitz unterweisen die Lehrkräfte in wichtigen Fragen der Lebensrettung.

Der Gesetzgeber fordert im Rahmen der Fahrausbildung einen Erste-Hilfe-Kurs, der in der Regel jedoch nicht wieder aufgefrischt wird. In Betrieben sind Ersthelfer verpflichtet, sich regelmäßig schulen zu lassen. In durchschnittlich acht Minuten ist der Rettungsdienst nach seiner Alarmierung beim Patienten. „Das gilt allerdings nur für Orte wie Wittenberge. Muss der Rettungsdienst bis Bad Wilsnack oder Lenzen fahren, sieht das schon ganz anders aus”, sagte Thomas Libuda. Schäden im Gehirn infolge von Sauerstoffmangel treten aber schon nach drei bis fünf Minuten ein. Deshalb ist es wichtig, sofort mit der Reanimation zu beginnen, betonte der Chefarzt. Mögliche Schäden im Gehirn reichen von leichten Störungen, durch die aber schon der Beruf nicht mehr ausgeübt werden könnte, bis hin zum Wachkoma.

Wichtig für den Einsatz des Rettungsdienst ist es, dass die Straße und die Hausnummer gut ausgeschildert sind.Wir fahren manchmal wie die Bekloppten durchs Dorf und finden die Nummer nicht”, berichtetet Libuda. Die Rettungskette führt vom medizinischen Laien am Notfallort über den Rettungsdienst bis zur Rehabilitation. Auch hier gilt: Die Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Dies sei leider oft der medizinische Laie, bedingt durch unzureichende Erste-Hilfe-Kenntnisse. Wer im Notfall nicht hilft, obwohl er dazu im Stande wäre, macht sich sogar wegen unterlassener Hilfeleistung strafbar, mahnte der Anästhesist. „Prüfen, rufen, drücken sind die Basismaßnahmen zur Wiederbelebung”, erklärte er. Zuerst wird der bewusstlose Patient angesprochen. Reagiert er nicht, wird sein Kopf überstreckt, das Kinn vorgezogen und seine Atmung überprüft. Ist keine Atmung vorhanden, wird mit der Wiederbelebung begonnen. Immer erst die Herzmassage. Der Handballen einer Hand wird ungefähr in der Mitte zwischen den Brustwarzen aufgesetzt. Es folgen schnelle, kräftige Drücke, etwa 100- bis 120-mal pro Minute, mit einer Drucktiefe von fünf bis sechs Zentimetern. Nach dreißigmal drücken erfolgt zweimal die Beatmung. Dies wird solange fortgeführt, bis die Rettungskräfte, die vorher von einem Helfer über die Telefonnummer 1 12 alarmiert wurden, eintreffen. „Der Puls wird heute nicht mehr geprüft, da der Laie in der Aufregung zu oft zu Fehleinschätzungen kam”, erklärte Thomas Libuda.

Nach dem theoretischen Teil folgte die Praxis, bei der jeder Lehrer an einem Dummy das Beatmen und die Herzmassage unter Anleitung übten. Im Anschluss sind nun die Schüler dran, wobei die Lehrer dabei vom Rettungsdienst Prignitz unterstützt werden.

Von Jens Wegner

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