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Wittenberge kämpft um City-Supermarkt

Einziger Nahversorger in der Innenstadt vor dem Ende Wittenberge kämpft um City-Supermarkt

Das ist ein harter Schlag für Wittenberge: Mit dem Edeka-Aktiv-Markt soll das einzige Lebensmittelgeschäft in der Innenstadt geschlossen werden. Für Marktbetreiberin Elke Gülzow und ihre noch neun Mitarbeiter wäre das der Verlust der Existenz. Noch gibt es Hoffnung. Bürgermeister Oliver Hermann will mit Eigentümerin Monika Rieker reden. Im Gepäck hat er 3500 Unterschriften.

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Edeka-Marktbetreiberin Elke Gülzow hat die Kündigung erhalten.

Quelle: Andreas König

Wittenberge. Das Ende zeichnete sich schon seit längerem ab, nun ist es fast amtlich: Der Edeka-Aktiv-Markt in der Prignitz-Galerie in der Wittenberger Bahnstraße soll zum Jahresende geschlossen werden. Damit würde die Prignitz-Galerie nach der Schließung des Kaufhauses Henwi innerhalb eines Jahres ein weiteres großes Geschäft verlieren. Doch damit nicht genug. Der Edeka-Markt ist das einzige Lebensmittelgeschäft in der Bahnstraße und damit in der Wittenberger Einkaufsmeile

„Im April erfuhr ich erstmals, dass Edeka Nord mit der Besitzerin der Prignitz-Galerie über die Höhe der Miete verhandeln will“, berichtet Elke Gülzow. Die 48-jährige ist seit neun Jahren selbstständige Betreiberin des Edeka-Marktes, arbeitet aber bereits seit 19 Jahren in diesem Geschäft. Man sei sich nicht einig geworden, erfuhr Elke Gülzow dann.

Mietvertrag gekündigt – Mitarbeiter folgen

Die Konsequenz: Edeka kündigt den Mietvertrag mit der Besitzerin der Prignitz-Galerie, Monika Rieker, zum Jahresende. „Für mich bedeutet das, ebenfalls alle Verträge zu kündigen“, sagt Elke Gülzow bekümmert. Noch beschäftige sie neun von vormals 14 Mitarbeiterinnen. In dem Edeka-Markt befindet sich eine von zwei Postfilialen. Mit der Lage und dem Kundenzuspruch sei sie zufrieden, sagt die gelernte Einzelhandelskauffrau. Etwa 1000 Kunden kauften jeden Tag in dem Markt ein. „Sicher, zu uns kommen vor allem ältere Kunden, die schieben nicht die großen vollen Einkaufswagen aus dem Laden, aber sie schätzen das persönliche Wort und kommen vor allem immer wieder.“ Hinzu kommt ein Lieferservice für Lebensmitteleinkäufe. „Wir haben viele Bestellungen und liefern die Einkäufe in der ganzen Stadt aus“, sagt Elke Gülzow.

Edeka-Problem ist Chefsache

Kein Wunder, dass die Kunden, vor allem ältere Bürger besorgt sind. Als die Schließungspläne bekannt wurden, hätten viele gefragt, wie sie der Betreiberin und den Mitarbeiterinnen helfen können. Immerhin 3500 Unterschriften seien zusammengekommen. Die wurden Bürgermeister Oliver Hermann übergeben. Der hat das Problem zur Chefsache erklärt. „Gemeinsam mit Bauamtsleiter Martin Hahn fahre ich Anfang der kommenden Woche nach Süddeutschland, um mit Frau Rieker zu sprechen“, sagte Oliver Hermann. Er erwarte konkrete Zusagen zur Zukunft eines Nahversorgers in der Prignitz-Galerie. „Wir prüfen natürlich auch alternative Standorte“, sagt da Stadtoberhaupt. Denkbar wäre ein Lebensmittelgeschäft am Stern. „Doch der Vorzugsstandort ist eben die Prignitz-Galerie.

Geschäftsführung äußert sich bisher nicht

Auskünfte zum Geschäftsbetrieb könne nur die Geschäftsführung geben. Von ihr liegen bisher keine Mitteilungen vor, hieß es aus der Unternehmenszentrale der Firma DLG GmbH in Bodelshausen bei Tübingen.

Erst zum Ende des vergangenen Jahres war das Kaufhaus Henwi aus der Prignitz-Galerie ausgezogen. Auseinandersetzungen über die Höhe des Mietzinses spielten dabei ein Rolle. Noch immer verkünden Schilder in den Schaufenstern: „Hier entsteht ein neuer Shop. Freuen Sie sich.“

Edeka-Marktbetreiberin Elke Gülzow hat wieder etwas Hoffnung geschöpft. „Mal sehen, was bei den Gesprächen herauskommt“, sagt sie.

Von Andreas König

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