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Prignitz Wittenberge wächst ohne Geburtenzuwachs
Lokales Prignitz Wittenberge wächst ohne Geburtenzuwachs
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00:27 17.12.2015
Zuhause in Wittenberge. Quelle: epd
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Wittenberge

Eine positive Bilanz des vergangenen Jahres zog der Wittenberger Bürgermeister Oliver Hermann. Vor allem die wirtschaftliche Entwicklung sei erfolgreich verlaufen. Mit dem Neubau des Werkes von MV Pipe Technologies, und der Ansiedlung der Firma Förderanlagen Lau seien weitere namhafte Investoren gewonnen worden.

„Das ist sehr erfreulich“, sagte das Stadtoberhaupt, „verschärft aber natürlich den Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte.“ Daran herrsche seit einigen Jahren ein echter Mangel in Wittenberge und der gesamten Prignitz, der sich wegen des Bevölkerungs­rückgangs noch verschärft. Doch dieser Trend scheint erstmals seit vielen Jahren gebremst zu sein. Ursache ist die Aufnahme von Flüchtlingen, berichtete der Bürgermeister.

Demnach hatte die größte Stadt der Prignitz per 30. November dieses Jahres 17 534 Einwohner. Das sind die eigenen Zahlen des städtischen Meldeamtes. Die offiziellen Werte des Landesbetriebs für Statistik können davon abweichen. Einem Wegzug von 574 Einwohnern stand ein Zuzug von 798 Personen gegenüber. Daraus ergibt sich ein Plus von 224 Menschen. „Wir hatten ja in den vergangenen Jahren schon häufiger den Fall, dass mehr Menschen nach Wittenberge zogen als aus der Stadt wegzogen, aber der Zuwachs in diesem Jahr ist schon deutlich“, sagte Oliver Hermann. Die Einwohnerverluste, die Wittenberge in den zurückliegenden Jahren immer wieder verkraften musste, resultierten vor allem aus dem Missverhältnis zwischen Geburten und Sterbefällen. Das Jahr 2015 macht da keine Ausnahme. Auch im Zeitraum bis zum 30. November lag die Zahl der Sterbefälle mit 294 deutlich über jener der Geburten mit 99. Doch der negative Saldo von 200 Einwohnern konnte mit unterm Strich 224 Zuzüglern mehr als ausgeglichen werden. „Natürlich resultiert dieser Zuwachs vor allem aus der Flüchtlingsproblematik“, erklärt der Bürgermeister. Daher sei das jetzt zu beobachtende leichte Plus allenfalls eine Momentaufnahme. „Aber man erkennt, dass in der Flüchtlingskrise auch eine gewisse Chance für die Region liegen kann, denn Einwohnerzuwachs ist für eine Kommune natürlich erst einmal gut.“ Nun komme es darauf an, Flüchtlinge, deren Status das zulässt, so schnell wie möglich zu integrieren.

Von Andreas König

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