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Wittenberge Wenn die ganze Kirche klingt
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00:19 11.07.2018
Kirchenmusikdirektor Wolfgang Karius und die Kirchenmusiker Christoph Bornheimer, Dorothea Uibel und Oana Maria Bran (v. l. n. r.) gestalteten die diesjährige Lenzener Orgelnacht. Quelle: Kerstin Beck
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Lenzen

Ein „alter Hase“ und drei „Neue“, so gestaltete sich am Samstagabend die elfte Lenzener Orgelnacht. Gekommen waren zu dem Musikmarathon nämlich Wolfgang Karius aus Aachen, Christoph Bornheimer aus Strausberg, Dorothea Uibel aus Perleberg und die Gastgeberin – die Lenzener Kantorin Oana Maria Bran.

Ersterer hatte in Lenzen bereits zweimal musiziert; der inzwischen 75-jährige ehemalige Kantor der Aachener Annakirche und für seine Verdienste mit dem Titel Kirchenmusikdirektor ausgezeichnete Musiker glänzte insbesondere mit Johann Christian Heinrich Rincks „Variationen über ein Thema von Corelli, op 56“, hatte aber auch Johann Sebastian Bach mit „Praeludium g-Moll“ im Programm. Letzteres wiederum war zu erwarten gewesen, denn der Kirchenmusiker hatte 25 Jahre hindurch in Aachen den Bachverein geleitet.

Orgelstücke, die nicht für das Instrument geschrieben sind

Bach gab es auch bei dem Strausberger Kantor Christoph Bornheimer zu hören, hier aber mit „Toccata und Fuge E-Dur für Orgel“ sowie „Passacaglia c-Moll“. Der auch als Hochschullehrer tätige und erst 30-jährige Kirchenmusiker lieferte ebenfalls eine Improvisation. „Das sind Romanesca-Variationen, und ein Romanesca ist ein aus Spanien stammender Tanz, bei dem es verschiedene Akkorde gibt.“

Besonders hörenswert: Samuel Scheidts „Alamanda“, die wiederum ebenfalls auf Tanzvariationen basiert. „Das Interessante daran ist, dass das Stück ja viel älter als die Orgel selbst ist, die Orgel sich aber perfekt dazu eignet.“

Immer wieder Bach

Für Dorothea Uibel war die Orgelnacht zwar der zweite Auftritt in Lenzen, aber immerhin das erste Konzert. Und auch die Perleberger Kantorin brachte ein Werk Johann Sebastian Bachs zu Gehör, und zwar mit der Partita „Christ, der du bist der helle Tag“.

Der 1705 als Kantor der Neuen Kirche in Arnstadt angestellte Johann Sebastian Bach legte in diesem Jahr mehr als 400 Kilometer bis nach Lübeck zu Fuß zurück – nur um sein musikalisches Vorbild Buxtehude zu hören und vermutlich auch Unterricht bei ihm zu nehmen. So gab es dann auch zwei Kompositionen des Lübecker Komponisten, der als der berühmteste Vertreter der norddeutschen Orgelschule gilt.

148 Kerzen angezündet

Bei Oana Maria Bran gab es dann keinen Bach zu hören. Die Gäste wurden hier mit frührenaissancezeitlichen Werken überrascht. Die wohl älteste dargebrachte Komposition, „Ricercarda“ des italienischen Komponisten Marco Antonio Cavazzoni, ist schließlich 200 Jahre älter als die Lenzener Orgel, die auch die weiteren Stücke von im 15. und im 16. Jahrhundert geborenen Komponisten wie Giulio Segni, Hernando de Cabezon oder Correra de Arauxo hervorragend „schaffte“. Und von allen vier Interpreten war vor dem Konzert fast gleichzeitig zu hören: „Es ist für mich eine Ehre, hier spielen zu dürfen!“

Gekommen zu dem Höhepunkt des Lenzener Orgeljahres, wozu Kirchenältester Norbert Nußbaum liebevoll 148 Kerzen in der Kirche aufgestellt hatte, waren hauptsächlich Prignitzer, aber auch Gäste aus Hamburg und dem westfälischen Münster. Viele Lenzener fehlten. Denn: Obwohl die Orgelnacht alljährlich ihren festen Termin am ersten Juli-Samstag hat, gab es zeitgleich das diesjährige Stadtfest, auf dem das Tanzbein geschwungen wurde. „Das ist eben in Lenzen so, denn es ist hier ja nicht das erste Mal, dass zwei Veranstaltungen gleichzeitig stattfinden“, kommentierte eine Prignitzerin das unkoordinierte Geschehen.

Von Kerstin Beck

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