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Wittenberge Opfer geschlagen, getreten und beraubt
Lokales Prignitz Wittenberge Opfer geschlagen, getreten und beraubt
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00:22 15.02.2019
Vor dem Landgericht Neuruppin musste sich ein 23-Jähriger aus Wittenberge wegen Raubes verantworten. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

„Ich erzähle die ganze Wahrheit“, sagte ein 23-Jähriger aus Wittenberge vor dem Landgericht Neuruppin. Dort muss er sich für eine Tat verantworten, die er am 6. August vergangenen Jahres begangen haben soll. Nämlich einen Bekannten in dessen Wohnung aufgesucht, ihn geschlagen und bestohlen zu haben.

Verteidiger spricht von einem schonungslosen Geständnis

Das gab der Angeklagte auch unumwunden zu. Oder wie sein Verteidiger sagte: „Er hat schonungslos vor Gericht ausgepackt.“ Das sah auch der Staatsanwalt so. Er wertete das Geständnis als schuldmindernd, ebenso, dass der 23-Jährige erheblich unter Drogen stand.

Deshalb, so der Staatsanwalt, sei eine verminderte Schuldfähigkeit nicht auszuschließen. Er beantragte eine Gesamtstrafe von vier Jahren und vier Monaten. Darin einbezogen sind zwei vorangegangene Urteile.

Mit Wut im Bauch zum späteren Opfer

Was geschah am Abend des 6. August? Der arbeitslose junge Mann war mit zwei Freundinnen unterwegs. Eine berichtete, dass das spätere Opfer gesagt habe, der Angeklagte und seine Clique seien nicht gut für sie, sie würde dann wieder Drogen nehmen. Das machte den Angeklagten wütend, wie er selbst sagte. Er suchte Verstärkung, um denjenigen zur Rede zu stellen. In Begleitung eines 16-Jährigen suchte er den 21-Jährigen in dessen Wohnung auf.

Schläge statt Worte

Geredet wurde nicht, stattdessen schlug der Angeklagte zu, nachdem der Wohnungsinhaber die Tür geöffnet hatte. Der so Malträtierte musste sich auf die Couch setzen, bekam noch einen Hacken ins Gesicht getreten.

Der zweite Besucher habe nur daneben gestanden und zugeguckt, so der 21-Jährige. Erst als es daran ging, Sachen zusammenzusuchen, sei er mit dabei gewesen. Der Wohnungsinhaber musste seinen eigenen Fernseher von der Wand abschrauben, seine Halskette abnehmen.

Lediglich sein Handy durfte er behalten, nachdem er hoch und heilig versprochen hatte, nicht die Polizei anzurufen. Was er später aber doch gemacht hat. Die gestohlenen Gegenstände hat er zum großen Teil wieder zurückbekommen.

Unter Drogen und Alkohol

Auch von einem Messer, das der Angeklagte hatte, war die Rede. Er bestätigte vor Gericht, das er lediglich gesagt habe, der 21-Jährige könne froh sein, dass er einen guten Tag habe, sonst würde er das Messer benutzen.“ Er habe an jenem Tag stark unter Alkohol und Drogen gestanden, so der Angeklagte. Er sprach von anderthalb Flaschen Wodka und hatte wohl einige Tage nicht mehr geschlafen, drogenbedingt.

Das Opfer sagte aus, das Messer nur ganz kurz gesehen zu haben, und bestätigte die Aussage des Angeklagten, nicht damit gedroht zu haben. Das allerdings erst, als das Gericht ihn auf die Widersprüchlichkeit dessen, was er bei der Polizei und nun vor Gericht sagte, hingewiesen hatte. „Das ist wichtig für den Angeklagten. Es geht um Jahre“, sagte die Richterin.

Mit dem Messer habe er sich in der Wohnung noch eine „Linie“ gezogen, von dem mitgebrachten Speed, so der Angeklagte.

Geständnis minderte Strafforderung

Aus Sicht des Staatsanwaltes spricht für den Angeklagten das umfassende Geständnis, das durch die Aussagen der Zeugen bestätigt wird. Zudem hat das Opfer die meisten der entwendeten Dinge wie Fernseher, Laptop und Kette zurückbekommen.

Für den Verteidiger ist der Vorfall in der Wohnung „aus dem Ruder gelaufen“. Als sein Mandant wieder zu Hause war, sei ihm bewusst geworden, was er angestellt habe und habe dem Opfer über Facebook geschrieben, dass es seine Sachen zurückbekomme. Er forderte eine Gesamtstrafe von drei Jahren und zehn Monaten. Das sei ausreichend, so der Verteidiger, da sein Mandant noch zwei weitere Verfahren vor sich habe und „da noch was drauf komme“.

„Er hat Mist gebaut und muss dafür geradestehen, aber man sollte ihm nicht jede Perspektive nehmen.“ Der Angeklagte will nach eigenen Worten nicht mehr kriminell werden und sein Leben in den Griff bekommen. Nach zwei gescheiterten Berufsvorbereitungsmaßnahmen zieht er diese im Gefängnis jetzt durch und will sich anschließend zum Maurer ausbilden lassen.

Die Entscheidung des Gerichts wird am Mittwoch verkündet.

Von Dagmar Simons

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