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Wittenberge Dampflok-Sommerfest in Wittenberge
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14:08 08.07.2018
Die alten Dampfrösser begeistern die Eisenbahnfans immer wieder. Quelle: Jens Wegner
Wittenberge

Bis weit ins Land war am Wochenende wieder das Pfeifen der Dampfloks zu hören. Die Dampflokfreunde Salzwedel hatten zum Dampflok-Sommerfest auf das Gelände des Historischen Lokschuppens Wittenberge eingeladen. Zahlreiche Fotografen und Hobbyfilmer zog es zwischen die Gleise.

Eisenbahnfreunde zog des zum Dampfloksommerfest. Ihnen boten sich tolle Motive für die Kamera.

Mitfahren konnten die Fans unter anderem in einer von einem „Schienen-Trabi” gezogenen Draisine mit der Motorkraft des 26-PS-Zweitaktmotors des Trabants oder in einem Führerstand auf einer mächtigen Dampflok der 50er Reihe. Unterwegs erzählte der Lokführer Gernot Gattermann den Gästen einiges über das Dampfross.

Sechs Stunden für die Vorbereitung der Dampflok

„Am 30. November 2018 läuft die EBO dieser Lok aus, das ist so eine Art TÜV. Wir sehen zu, dass wir sie verlängern und so weitere acht Jahre mit der Lock fahren können”, sagte er. Die Lok zieht eine Last von 200 000 Tonnen in der Ebene, fährt eine Spitzengeschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde vorwärts und rund 50 km/h rückwärts.

Sechs Stunden braucht es, um die Lok auf den Betrieb vorzubereiten. „Wir machen es in zehn Stunden. Langsamer ist besser. Der Kessel dehnt sich aus, wenn er erhitzt wird. Wird er zu schnell erhitzt, könnte er reißen. Es entstünde ein Schaden von einer Million Euro. Das wollen wir vermeiden”. Nach dem Betrieb lässt man die Lok langsam abkühlen. Dann öffnete Gernot Gattermann für einen Augenblick den Brennraum der Lok, in dem die Kohlen glühend brannten. „Das ist heute nur Spaß. Sonst ist es da drinnen weiß glühend”, berichtete er den staunenden Gästen.

Begeisterung schon bei den Jüngsten

„Mein Opa ist Lokführer bei der Bahn. Überhaupt komme ich aus einer Eisenbahnerfamilie”, sagte Matthias Latta aus Salzwedel. Da wollten er und seine Partnerin Nadine Grünke, der dreijährigen Tochter Sofia die Eisenbahnen zeigen. Eine Führerstandsmitfahrt auf einer Dampflok der 50er Serie bot sich dazu an.

An den Ständen im Lokschuppen, an denen Modelleisenbahnen, Bücher und viel Zubehör rund um die Schienenfahrzeuge angeboten wurden, schlugen die Herzen vieler Eisenbahnfans höher. Zahlreiche Gäste standen an den Schienen und bewunderten die Lokomotivparade über das Gelände. Fahrzeugausstellungen und Werkstattführungen rundeten das Angebot ab.

Kurzzeitig mit Schweröl beheizt

Einige alte Loks konnten von innen und von unten besichtigt werden. Dirk Endisch, stellvertretender Vorsitzender der Dampflokfreunde Salzwedel, führte Besucher durch den Historischen Lokschuppen, berichtete geschichtliches zu den alten Maschinen und erzählte so manche Anekdote.

So wurden eine Zeit lang die Dampfloks mit Schweröl beheizt. Die Heizer mussten nicht mehr schippen. „Am 31. Dezember 1981 endete das abrupt”, erzählte Endisch. Erdöl wurde damals ausschließlich aus der Sowjetunion importiert. 19 Millionen Tonnen jährlich bekam die DDR vom großen Bruder. Zwei Millionen davon wurden in den Westen exportiert, um kostbare Devisen zu beschaffen. Der Staatschef der Sowjetunion, Leonid Breschnew, bekam das mit. Er kürzte den Export um genau zwei Millionen Tonnen. Das war das Ende dieser Loks. Ab 1. Januar 1982 hieß es wieder: Schippe schwingen und Kohlen einwerfen.

Immer dem Pfeifen nach

„Dampfloks waren außerdem beliebte Heizprovisorien. Rund 500 Loks haben so die Wende überlebt und sind von Dampflokvereinen gekauft worden. Erst 1988 war die Ära der Dampfloks bei der Deutschen Reichsbahn beendet.

Lokführer war früher eine schwere körperliche Arbeit”, sagte er. „Wir sind gestern mit unserem Wohnmobil im Wittenberger Hafen angekommen. Heute gucken wir uns die Stadt an. Da haben wir das Pfeifen gehört und sind ihm gefolgt. Dass wir hier sind ist ein Zufallstreffer. Und mein Mann ist begeistert”, schwärmte Beate Berg aus Bielefeld. „Die alte Technik mit Dampf und die Mechanik – das hat mich schon immer interessiert”, sagte Martin Berg. So etwas in dieser Größe hätten sie noch nicht gesehen. Dazu durften sie beide noch eine ganze Stunde lang auf einer Rangier-Lok mitfahren.

Von Jens Wegner

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