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Wittenberge Erster Plusbus in der Prignitz
Lokales Prignitz Wittenberge Erster Plusbus in der Prignitz
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14:13 11.10.2018
Freuen sich über den Plusbus (v. l. n. r.): Uwe Rößler, Geschäftsführender Direktor des Rhenus-Logistikunternehmens, Susanne Henckel, Geschäftsführerin des VBB, Infrastruktur-Staatssekretärin Ines Jesse, Sabine Kramer, Zweite Beigeordnete des Landkreises, Tourismusvereinschef Mike Laskewitz und Biosphärenreservatsmitarbeiter Jan Schormann. Quelle: Kerstin Beck
Lenzen

Er ist zwar schon seit dem 20. August auf der Straße zwischen Wittenberge und Lenzen anzutreffen, aber nun ist er endlich amtlich und offiziell: Der Plusbus Prignitz soll die Strecke zwischen dem Bahnhaltepunkt und der westlichsten Stadt der Prignitz noch attraktiver machen.

Am Donnerstagvormittag kurz vor 10 Uhr traf das betreffende Gefährt ein, um ausnahmsweise direkt vor der Sankt-Katharinen-Kirche zu parken. Und diejenigen, die dann ausstiegen, waren teilweise schon in Berlin in den Zug eingestiegen: Ines Jesse, Staatssekretärin des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung, Susanne Henckel, Geschäftsführerin des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg und Uwe Rößler, Geschäftsführender Direktor des Rhenus-Logistikunternehmens.

Keine Staus und Parkplatzprobleme

Gekommen – aber aus Perleberg – war in Vertretung des Landrates Sabine Kramer. In klaren Worten formulierte die zweite Beigeordnete die Position des Landkreises zur neuen Buslinie: „Es ist nicht selbstverständlich und auch nicht einfach, die Menschen im ländlichen Raum dazu zu bewegen, auf den ÖPNV umzusteigen – denn wir haben hier weder Staus noch Parkplatzprobleme.“ Und dennoch habe sich der Landkreis bewusst für den Plusbus im Stundentakt entschieden. Denn gerade in den ländlichen Regionen müssten alle Potenziale für den öffentlichen Nahverkehr gebündelt werden, um möglichst viele Fahrgäste zu erreichen, sagte Kramer.

Dieses Konzept bedeutet insbesondere ein starkes Angebot für Pendler und Schüler. Sie profitieren vom Stundentakt und vom zeitnahen Umsteigen in Wittenberge mit Weiterfahrmöglichkeiten in die Region sowie in Richtung Hamburg und Berlin. Nicht zuletzt könnte auch der Tourismus im gesamten Radlerparadies belebt werden. Der Stundentakt ist zwar eine Herausforderung in dünn besiedelten Gebieten, aber wir gehen diese an, weil wir den Plusbus als Standortvorteil, mit dem wir werben können, sehen!“

Der Plusbus fährt direkt bis zur Elbe

Das wurde von Biosphärenreservatsmitarbeiter Jan Schormann unterstrichen: „Der Wittenberger Bahnhof ist der am umweltfreundlichsten und mobilsten angeschlossene Bahnhof im Land Brandenburg. Und wir sollten bedenken, dass den Touristen Ländergrenzen nicht interessieren, sondern Kulturräume. Der Plusbus fährt ja direkt bis zur Elbe, aber nicht noch auf die Fähre. Und am anderen Ufer sollten wir uns Partner suchen, so dass wir letztlich mehr als nur Luft hin und her transportieren!“

Was den Experten für Nachhaltige Regionalentwicklung dabei fasziniert, ist, „dass dieser Bus im Stundentakt fährt, und das mit einem Fahrtenpaar.“ Das bedeutet, dass werktags sowohl in Wittenberge als auch in Lenzen jeweils ein Bus abfährt – von 5 bis 20 Uhr. Und an Wochenenden sowie feiertags im Zwei-Stunden-Takt. Man kann auch Fahrräder mitnehmen. Und vor allem: Man kann schon zu Hause in Berlin die Fahrt von Berlin nach Lenzen buchen. „Das ist ein exakter Maßstab für unkomplizierte Mobilität, wie ihn die Großstädter haben möchten!“, sagt Schormann.

Die Umsteigezeiten sind kurz, der Komfort ist gewährt

Was den Plusbus von einem normalen Omnibus unterscheidet, ist dessen Ähnlichkeit mit einem Expresszug: Er befährt eine bestimmte Strecke ohne Umwege und in einem regelmäßigen Takt. Die Umsteigezeiten sind kurz, doch der Komfort ist dabei gewährt. Schließlich ist ein Plusbus modern und barrierefrei ausgestattet und bietet an Bord auch W-LAN-Empfang.

Insgesamt gibt es in Brandenburg damit 14 Plusbus-Linien. Die Linie 944 Wittenberge – Lanz – Lenzen beginnt werktags in Wittenberge um 5.09 Uhr und endet um 5.51 Uhr im Lenzener Mühlenweg – umgekehrt geht es dort um 5.09 los mit Endstation am Wittenberger Bahnhof um 5.51 Uhr.

Aber einen kleinen Wermutstropfen gibt es dennoch: „Wenn ich in Lenzen in den Bus der Firma Hülsebeck einsteige, sagt der Chef „guten Morgen, Frau Sowieso“ zu mir und gibt mir die Hand. Das wird hier aber wohl nicht passieren!“ erzählte eine Besucherin etwas wehmütig.

Von Kerstin Beck

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