Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wittenberge Wegen Kindesmissbrauch verurteilt
Lokales Prignitz Wittenberge Wegen Kindesmissbrauch verurteilt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:32 25.10.2018
Vor dem Landgericht Neuruppin wurde nun ein 34-Jähriger verurteilt. Quelle: Peter Geisler
Wittenberge

Sie hatte ihm ihren neunjährigen Sohn in die Sommerferien nach Österreich mitgegeben. „Ich fand das toll. Dann erlebt er mal was“, hatte die Kindsmutter gesagt.

Tatsächlich erlebte das Kind keine unbeschwerten Ferientage mit dem langjährigen Freund der Familie. Denn er missbrauchte den ihm anvertrauten Jungen. Und das nicht zum ersten Mal. Auch während Besuchen bei der Familie in Wittenberge kam es zu sexuellen Übergriffen durch den Angeklagten.

Gestern wurde der 34-Jährige von der zweiten Großen Strafkammer des Landgerichts Neuruppin wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt.

Das Geständnis ersparte den Kindern eine Vernehmung

Den Strafrahmen hatten die Prozessbeteiligten am ersten Verhandlungstag bereits abgesteckt. Im Gegenzug für ein glaubhaftes Geständnis sicherte das Gericht dem Angeklagten eine Strafe zu, die sich zwischen drei Jahren und neun Monaten sowie vier Jahren und drei Monaten bewegt.

„Alle haben ihm vertraut“, sagte die Staatsanwältin. Die Kindsmutter, die seit Jahren mit dem Angeklagten befreundet war und ihm bedenkenlos ihre damals sieben- und neunjährigen Söhne anvertraute – und auch die Kinder. In der Zeit von Mai bis Dezember 2014 nutzte der Angeklagte seine Besuche in Wittenberge, um sich an den Kindern zu vergehen.

Besonders schwer wogen in den Augen des Gerichts die beiden Fälle, in denen er die Kinder gemeinsam missbrauchte. Mit dieser Erinnerung an die gemeinsam gemachte Erfahrung müssten die Kinder lebenslang fertig werden, sagte die Vorsitzende Richterin.

Nebenkläger: Die Kinder sind traumatisiert

Das Gericht maß andererseits dem Geständnis des 34-jährigen Angeklagten ein beträchtliches Gewicht zu, ersparte es doch den Jungen eine Aussage vor Gericht. „So schwer die Vorwürfe auch wiegen, der Angeklagte hat einen großen Beitrag dafür geleistet, dass die Kinder hier nicht vernommen werden mussten“, sprach Verteidiger Uwe Meyer für seinen Mandanten.

„Die Kinder sind traumatisiert. Sie werden mit großer Sicherheit nicht vergessen, was er ihnen angetan hat“, sagte hingegen der Nebenklägervertreter.

Er hoffe, dass der Angeklagte seine Neigung therapiere und unter Kontrolle bringe. Dass er sich zu Jungen hingezogen fühlt, damit hatte er nicht hinter dem Berg gehalten. Er hatte sich in Österreich, wo er zuletzt wegen verschiedener Straftaten im Gefängnis saß, fachkundige Hilfe holen wollen. Die sei ihm verwehrt worden, hatte er vor Gericht gesagt.

Schon früher wegen Kinderpornografie verurteilt

Er hätte sich schon viel früher um Hilfe bemühen müssen, warf ihm die Staatsanwältin vor. Immerhin sei er bereits vor sieben Jahren wegen Kinderpornografie verurteilt worden, drei Jahre vor diesen Taten.

Auch in Österreich ging es neben vier Einbrüchen um den sexuellen Missbrauch eines Elfjährigen, den der Angeklagte nackt fotografiert und mit der Drohung, die Bilder zu veröffentlichen, zu sexuellen Handlungen gezwungen hatte. Verteidiger Meyer sah keinen Grund, warum diese Taten im vorliegenden Fall berücksichtigt werden sollten.

Der Angeklagte hatte auf Nachfrage verneint, selbst als Kind missbraucht worden zu sein. Warum er sich dann seinerseits an kleinen Jungen vergeht, liegt aus Sicht von Verteidiger Uwe Meyer an seiner Kindheit, in der er hin- und hergeschoben wurde.

Von Dagmar Simons

Die Verwaltung informierte betroffene Bürger über die Pläne beim Straßenbau. Als es um die Kosten für die Anlieger ging, gab es für viele eine böse Überraschung.

24.10.2018

Auch vor Schulen oder Rathäusern machen Sprayer keinen Halt. In Prignitzer und Ruppiner Städten kostet das Entfernen der Schmierereien nicht nur viel Geld, sondern auch Arbeitszeit.

23.10.2018

Ein 25-Jähriger aus Wittenberge hat am Montag die von ihm getrennt lebende Mutter seines Kindes geschlagen. Der Mann war mit der Frau in der Kita in Streit geraten.

23.10.2018