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Wittenberge Wittenberger bedroht Polizisten mit Messer
Lokales Prignitz Wittenberge Wittenberger bedroht Polizisten mit Messer
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16:04 29.01.2019
Die Lenzener Straße war während des Einsatzes zwischenzeitlich komplett gesperrt. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
Wittenberge

Zwei Polizisten suchten am Dienstagvormittag gegen 10.15 Uhr die Wohnung eines 28-Jährigen in der Lenzener Straße in Wittenberge auf, weil dieser nicht zu seiner Verhandlung im Amtsgericht Perleberg erschienen war. Stattdessen bedrohte der Mann die Polizei mit einem Messer und verschanzte sich.

Schaulustige behinderten die Polizei

„Die Klinge des Messers hatte eine Länge von 20 bis 30 Zentimetern“, berichtet Gruppenleiter Gabor Schmid von der Polizeiinspektion Prignitz. Ein alleiniger Zugriff wäre zu gefährlich, entschieden sich die Polizeibeamten und forderten ein Spezialkommando aus Potsdam in die Elbestadt an.

Ein 28-jähriger Wittenberge kam am Dienstagvormittag nicht zu seiner Verhandlung im Amtsgericht Perleberg. Stattdessen bedrohte er Polizei mit einem Messer und verschanzte sich in seiner Wohnung in der Lenzener Straße.

Zwischenzeitlich eilten immer mehr Einsatzkräfte zu dem Mehrfamilienhaus unweit des Sterns und des Busbahnhofes – die Hauptschlagader von Wittenberge. Etwa zehn Polizisten aus der Prignitz, zwei Rettungswagen und ein Notarzt waren mit vor Ort. Ringsherum hatten sich etliche Schaulustige versammelt.

Immer wieder mussten die Polizisten eingreifen und die unzähligen Gaffer hinter die Absperrungen schicken. Es kam auch vor, das Radfahrer die Sperrung völlig ignorierten und mitten in die Einsatzstelle fuhren.

Vorwürfe: Beleidigung, Körperverletzung und Widerstand

Zwei Stunden, nachdem die beiden ersten Polizisten das Haus aufgesucht hatten, traf das Spezialkommando ein und rüstete sich für den Einsatz. Mit schwerem Gerät, scharfen Waffen und gut gesichert rückten sie zu einer ersten Lageerkundung aus. Der 28-Jährige habe jegliche Verhandlung verweigert, informierte der Gruppenleiter.

Mit Rammbock, Kettensäge und Diensthund gingen die Spezialkräfte vor. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Der Wittenberger war am Vormittag als Angeklagter zu einem Gerichtstermin nach Perleberg geladen. „Es geht um mehrere Angelegenheiten: Beleidigung, Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“, so Roger Schippers, Direktor des Amtsgerichtes, auf Nachfrage.

Laut Gabor Schmid ist der 28-Jährige kein Unbekannter und der Polizei schon mehrfach aufgefallen, vorwiegend wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln. Für den Angeklagten wäre es am Dienstag der erste Verhandlungstag gewesen.

Spezialkräfte stürmten die Wohnung

„Es ist völlig normal, dass der zuständige Richter die Polizei beauftragt, den Angeklagten bei sich zu Hause aufzusuchen“, bestätigt Schippers. Der Termin solle schließlich gehalten werden. In der kommenden Woche war die Fortsetzung geplant. Ob diese nun stattfinden kann, ist noch offen.

Der Rettungswagen brachte den jungen Mann unter Polizeischutz zum Amtsgericht. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Denn das Spezialkommando aus Potsdam musste die Wohnung des jungen Mannes gewaltsam stürmen. Währenddessen war die Lenzener Straße sogar für den Fahrzeugverkehr voll gesperrt. Mit Rammbock, Kettensäge und Diensthund gingen die Spezialkräfte vor, um den aggressiv auftretenden Wittenberger festzusetzen.

Gegen 13.30 Uhr erfolgte der Zugriff. Ein lauter Knall war zu hören – ein Täuschungsmanöver, wie sich später herausstellte. „Der 28-Jährige konnte mit Handfesseln auf dem Boden fixiert werden“, informiert der Gruppenleiter der Polizei an der Einsatzstelle vor Ort. Unter Begleitschutz der Polizei konnte er mit dem Rettungswagen zum Amtsgericht nach Perleberg gebracht werden.

Richter erließ Haftbefehl

Der Wittenberger wurde einem Haftrichter vorgestellt. Dieser erließ einen Haftbefehl gegen ihn. Damit soll verhindert werden, dass der 28-Jährige bei erneuten Verhandlungen wieder nicht beim Amtsgericht in Perleberg erscheint. Der 28-Jährige kam in eine Justizvollzugsanstalt.

Von Marcus J. Pfeiffer

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