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Wittenberge Schauspielerisch der Sucht auf der Spur
Lokales Prignitz Wittenberge Schauspielerisch der Sucht auf der Spur
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00:21 28.02.2019
Die Auszubildenden standen bereits auf der großen Bühne – sie beenden nun ihre Ausbildung und bekommen schon in Kürze in Zeugnisse. Quelle: privat
Wittenberge

Ein Engel und ein Teufel stehen auf der Bühne. Es sind Schüler, die eine Ausbildung zum Erzieher machen. Regelmäßig treten sie mit ihrem interaktiven Theaterstück vor Grundschülern der fünften und sechsten Klassen auf. Es ist ein einzigartiges Projekt, das die Grundschüler schon frühzeitig mit dem Thema Sucht konfrontieren soll.

Die Kinder gehen gemeinsam mit zwei Moderatoren durch die Welt und stoßen auf kleinere und größere Probleme. Sie sind es, die über die Situationen auf der Bühne entscheiden. Zigaretten, Alkohol und Drogen, aber auch Medien, Essen, Gefühle und Freundschaften spielen dabei eine tragende Rolle. Mit der Entscheidung, ja oder nein, trägt das junge Publikum eine große Verantwortung. Sie müssen die Folgen bedenken. Was macht man, wenn einem Freunde Zigaretten und Alkohol anbieten?

„Die machen das alle freiwillig“

Die Projektgruppe „B-zaubernd in Szene gesetzt“ gibt es schon seit elf Jahren. Es ist in die Erzieherausbildung des Oberstufenzentrums in Wittenberge integriert, wie Projektleiterin Carmen Koynowski erzählt. Gerade hat wieder ein neuer Jahrgang mit etwa 25 Teilnehmern mit dem Projekt begonnen.

Die angehenden Erzieher haben viel gebastelt, vorbereitet und ein eigenes Theaterstück auf die Beine gestellt. Quelle: privat

„Die machen das alle freiwillig“, sagt Koynowski. Es ist keine Pflicht an der Theater-AG teilzunehmen, „für viele ist das auch gar nicht ihr Ding“, spricht die Projektleiterin aus Erfahrung. Es ist ein zusätzliches Fach das schult, informiert und aufklärt, aber auch an die Grenzen gehen kann.

Zertifikat wird hoch angesehen

Es helfe den Teilnehmern in Zukunft, mit dem Thema Sucht besser umgehen zu können. Die Auszubildenden, unter denen alle Altersstufen vertreten sind, wollen Erzieher werden. In Zukunft arbeiten sie tagtäglich mit Kindern zusammen.

Laut Koynowski sind sie eine Art Sozialarbeiter und auch für die Erziehung der Kinder mitverantwortlich, wobei das Projekt hilft. „Für die Teilnahme gibt es auch ein Zertifikat, das hoch angesehen ist“, so die Projektleiterin. Am Freitag war das erste Treffen der Neuen.

Einblick in das Thema Suchtprävention

An dem Projekttag gab es den Einstieg auf das, was in den kommenden eineinhalb Jahren einmal im Monat ansteht. Zunächst haben sich alle vorgestellt, konnten Fragen stellen und einen ersten Einblick in das Thema Suchtprävention bekommen.

Gespannt verfolgen die Grundschüler das Geschehen auf der Bühne. Quelle: privat

Ein weiterer Jahrgang steht kurz vor seinem Abschluss. Die Teilnehmer bekommen in Kürze ihre Zeugnisse und starten in ihren beruflichen Weg mit sicherlich einigem an Wissen und Erfahrung an ihrer Seite. Dabei spielt das Theaterprojekt garantiert eine besondere Rolle.

Parcours mit sechs Stationen

„Die Auszubildenden bereiten alles selbstständig vor. Wir stehen beratend zur Seite“, so Carmen Koynowski. Es gibt ganz unterschiedliche Arbeitsmethoden, es werde viel gebastelt und vorbereitet, bevor es an die Grundschulen geht. Im Anschluss an so eine Vorführung, die eine intensive Vorbereitung benötigt, gibt es für die Schüler mit den Schauspielern einen kleinen Parcours von sechs Stationen, die alle durchlaufen.

Dabei werden die Thematiken des Theaterstücks aufgegriffen, bearbeitet und diskutiert. „Mit der Aufklärung und mit den Gesprächen kann man nicht früh genug anfangen.“ Es sei der Grundstein für ein weiteres miteinander Arbeiten.

Landesauszeichnung vor sechs Jahren erhalten

Möglich machen das Projekt eine Vielzahl an Kooperationspartner. Angesiedelt ist es bei der Polizeiinspektion Prignitz. Unterstützung erfährt es vom Oberstufenzentrum, der Jugendhilfe Nordwestbrandenburg, dem Landkreis, darunter dem Jugendamt, dem Arbeitskreis Kinder- und Jugendschutz Prignitz, dem Land und der Sparkasse Prignitz. Im Jahr 2013 zeichnete das Land „B-zaubernd in Szene gesetzt“ mit dem Landespräventionspreis als beispielhaftes Präventionsprojekt in ganz Brandenburg aus.

Von Marcus J. Pfeiffer

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