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Wittenberge Muttour endet in Wittenberge
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13:23 30.07.2018
Teilnehmer der Mut-Tour 2018 beendeten ihre Kajak-Tour in Wittenberge. Quelle: Jens Wegner
Wittenberge

Bei der Mut-Tour 2018 legen insgesamt 60 Teilnehmer in Teams zu je sechs Leuten insgesamt 5250 Kilometer mit Tandem-Fahrrädern, Zweier-Kajaks und zu Fuß beim Wandern durch ganz Deutschland zurück. Die Mut-Tour ist ein Aktionsprogramm, das sich seit 2012 durch Deutschland bewegt. Insgesamt haben 134 depressionserfahrene und -unerfahrene Menschen über 25 500 Kilometer zurückgelegt.

Seit dem 16. Juni bis zum 2. September sind die Teams unterwegs. Mutige Teilnehmer möchten anderen Menschen Mut machen. Ihre Perspektive ist es, einmal in einer Gesellschaft zu leben, in der sowohl betroffene als auch nicht betroffene Personen angst- und schamfrei mit psychischen Erkrankungen umgehen können.

Immer die Havel entlang bis zur Mündung

Die Kajak-Gruppe beendete ihre Tour am Sonntag in Wittenberge. Sie kommen aus Frankfurt am Main, Hamburg, Leipzig, Wuppertal und Bremen. Am 21. Juli trafen sie sich, bauten alles auf und probierten das Anpaddeln auf dem Templiner See. Vier Zelte, Kochzeug, Geschirr und die persönlichen Sachen – alles wollte gut verstaut sein.

Von Potsdam aus fuhren die sechs Teilnehmer am 22. Juli mit ihren Kajaks los über die Havelseen, die Havel entlang bis zur Mündung in die Elbe und auf der Elbe bis nach Wittenberge. Sie besuchten auf ihrer Reise Orte wie Brandenburg, Havelberg oder das kleine Dörfchen Strodehne am Gülper See. Ihre letzte Rast legten sie etwa 20 Kilometer vor Wittenberge ein.

Mehr Kranke, weniger Therapeuten

Übernachtet wurde immer in Zelten. „Das dritte Jahr sind wir nun auch mit Kajaks unterwegs. 2016 waren wir auf der Weser. 2017 fuhren wir die Elbe entlang von Wittenberg/Lutherstadt bis Tangermünde. Wir möchten mit unseren Touren die Depression als Krankheit salonfähig machen”, sagte Gert Treuter, ein Betroffener mit Depressionserfahrungen aus Leipzig. Es gäbe eine wachsende Zahl Depressionskranker. Die Zahl der Behandler sei aber nicht adäquat mitgewachsen, bemängelte er. Leider gäbe es zu wenig Therapeuten und zu wenig Therapieplätze.

„Diese Touren sind für die Teilnehmer so etwas wie eine Therapie, auch wenn wir keine ausgebildeten Therapeuten sind.” „Es ist die Gemeinschaft, in der wir uns gegenseitig helfen”, ergänzte Laura Friedrich aus Hamburg. Das Ganze sei eine Kombination aus geregelter Tagesstruktur mit Pausen, falls jemand mal Zeit für sich brauche. Und immer sei man an der frischen Luft.

Austausch mit anderen

„Wir haben Fasane, Gänse, Kormorane und sogar einen Elbe-Biber gesehen. Es gibt so viel Schönes zu entdecken in diesem Land. Das geht aber nur, wenn man sich in einem Zustand befindet, in dem man das auch entdecken kann”, betonte Gert Treuter. Eines der Hauptziele dieser Touren ist auch die Öffentlichkeitsarbeit. „Wir kommen unterwegs gern mit Leuten ins Gespräch und tauschen uns aus.”

„Wer sich fit fühlt und an einem Kennenlern- und Mitmach-Wochenende teilnehmen möchte soll sich anmelden”, forderte Gert Treuter auf. Auf der Homepage www.mut-tour.de gibt es ein Anmeldeformular. „Man kann mit Depressionen leben und muss sich nicht dafür schämen. Eine bunte Pille zu nehmen reicht aber nicht. Man muss auch selbst an sich arbeiten”, so Treuter.

Von MAZ-online

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