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Wittenberge Tierhalter protestieren gegen den Wolf
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17:06 02.11.2018
Hatten bereits ihre schlechten Erfahrungen mit Wölfen: Falk Dahms, Michael Ryll und Christian Reschke auf der Weide bei Bälow. Quelle: Bernd Atzenroth
Bälow

Es ist ein sonniger Vormittag im Elbland. Auf der Wiese der Agrargenossenschaft Abbendorf bei Bälow grasen friedlich ungefähr 30 neugeborene Kälber und 90 Mutterkühe, die kurz vor dem Kalben stehen. Das scheinbar friedliche Bild ist aber getrübt. Halter Falk Dahms, der im Betrieb für die Mutterkühe verantwortlich ist und über die Wiese führt, hat erst Anfang Oktober das dritte Kälbchen durch einen Wolfsangriff verloren und möchte das möglichst nicht noch öfter erleben. Falk Dahms hat 500 Tiere in Betreuung, von „hinter Quitzöbel immer die Elbe lang bis hin nach Lütjenheide“. Allein das erklärt eine Hauptschwierigkeit, die er hat: Es ist schlicht nicht möglich, das Gelände vollständig zu kontrollieren. „Wir gucken am Tag zweimal hin“, sagt er trotzdem. Außerdem würden die Wiesen angestrahlt.

„Nie Ärger, bis der Wolf kam“

Bei Hobbyhalter Christian Reschke ist das ähnlich: Über Nacht ist sein zwei Kilometer von Bad Wilsnack entferntes Gelände beleuchtet, im Schuppen ist ein Radio aufgestellt. Es sind dabei im Moment nur noch neun Tiere, die er hält – fünf Schafe sind vor einem Monat von einem Wolf gerissen worden. „Seit 25 Jahren habe ich Wildzaun und Stacheldraht und hatte nie Ärger, bis der Wolf kam“, sagt Christian Reschke. Sein Gelände sei „eher gegen Ausbruch als gegen Einbruch gesichert“ gewesen.

Michael Ryll hat seine Tierhaltung momentan ganz aufgelöst und ist darüber sehr traurig: „Das war ein Traum gewesen. Ich wollte immer ein Damwildgehege haben.“ Er hatte es mit einem zwei Meter hohen Zaun umgeben, aber „irgendwie sind die Wölfe rübergeklettert“. 14 Tiere waren dem Angriff Mitte Juli, der vom Gutachter auch als Wolfsangriff bestätigt wurde, zum Opfer gefallen.

„Ausrotten wollen wir sie ja nicht“

Noch höhere Zäune halten die drei nicht für die Lösung des Problems. Für Michael Ryll ist ganz klar: „Das Jagdrecht muss verändert werden, unbedingt. Der Wolf muss dringend ins Jagdrecht aufgenommen werden.“ Mit Falk Dahms und Christian Reschke ist er sich darüber einig, aber auch darüber, dass nur zur Jagd berechtigte Personen Wölfe jagen können sollen, „ausrotten wollen wir sie ja nicht“.

Der materielle Schaden hatte bei Ryll 4000 Euro betragen, bei Reschke waren es 2000 Euro. Dahms betont: „4000 Euro – das ist bei Michael Ryll nur der Wiederbeschaffungswert. Aber der ideelle Wert ist viel höher, der Schaden sei demzufolge nicht wirklich zu beziffern. Und: „Man muss immer sehen, was man damit vorhat“, sagt Dahms. Er zum Beispiel will Rinder züchten, darum hat für ihn ein Kalb auch ideell einen höheren Wert als die veranschlagten 200 Euro.

Aufruf zur Anti-Wolf-Demo

Alle drei erzählen von Wolfsbeobachtungen. Man sehe sie mittlerweile sogar am hellichten Tag. „Kürzlich wurden im Wald zwischen Plattenburg und Bad Wilsnack vier Wölfe gesehen“, sagt Ryll. Sechs Welpen seien bei Uenze gesichtet worden. Die offiziellen Wolfsbestandszahlen für die Region glauben sie nicht.

Die drei Tierhalter fahren am kommenden Samstag, 10. November, zur Demo des Bauernbunds Brandenburg nach Potsdam, protestieren gegen die weitere Ausbreitung des Wolfs und für die Anerkennung der weiteren Schäden. „Möglichst viele aus diesem Landkreis sollten nach Potsdam mitfahren“, wünscht sich Dahms. Der Zug fährt um 8 Uhr, um 10 Uhr geht es los.

Von Bernd Atzenroth

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