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Wittenberger enttäuscht über Pathologikon

Biologie aus der 5. Klasse Wittenberger enttäuscht über Pathologikon

Die Ankündigung war spektakulär, doch die Realität wohl eher enttäuschend. Die Ausstellung des Pathologikons in der Sporthalle der Allendegrundschule Wittenberge, hielt nicht das, was einige Gäste sich vorstellten. Sie ist nicht mit den „Körperwelten“ eines Gunther von Hagens vergleichbar.

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Dieser Torso war sogar falsch beschriftet.

Wittenberge. Viele Gäste zog es am Sonnabend in die Turnhalle der Allendegrundschule Wittenberge zur Ausstellung „Die Welt der Anatomie”. Als anatomische Körperausstellung wurde sie angekündigt. Wer allerdings plastinierte Körper wie die der „Körperwelten” von Gunther von Hagens erwartete, sah sich enttäuscht. Das Pathologikon biete hautnahen anatomischen Anschauungsunterricht und damit bisher unbekannte dreidimensionale Einblicke in die Welt der Körper. Es gehe bei dieser einmaligen Ausstellung darum, unmittelbar, verständlich und anschaulich anatomisches Wissen zu vermitteln, hieß es in der Ankündigung.

Mit hohen Erwartungen kamen die Gäste in die Turnhalle und waren am Ende nicht ganz zufrieden

Mit hohen Erwartungen kamen die Gäste in die Turnhalle und waren am Ende nicht ganz zufrieden.

Quelle: Wegner

Nicht nur interessierte Schüler oder Laien sondern sogar medizinisches Fachpersonal sollte vom Mehrwert des Pathologikons profitieren. Von einer perfekt organisierten anatomischen Schau, wie es weiter hieß, konnte allerdings nicht die Rede sein. Vor einem eindeutig weiblichen Torso mit geöffnetem Bauch stand zur Erklärung: Geschlechtsloser Klassik-Torso mit geöffnetem Rücken. Gleich am Eingang kam man auf eine Vitrine zu, in der das Modell eines menschlichen Herzens lag, wie man es aus dem Schulunterricht kennt. Dies war eines der rund 400 Exponate, die zu sehen waren. Alles Nachbildungen aus Kunststoff, manche vierfach vergrößert dargestellt, andere im Format eins zu eins. In den Glaskästen lagen Niere, Leber und eine Darstellung des Nervensystems. Abläufe wie etwa die Geburt waren auf Tafeln beschrieben. Weiter gab es Krankheitsbilder wie Schlaganfall, Osteoporose oder Diabetes zu sehen. Einziges „echtes” Ausstellungsstück war die Gefäßdarstellung einer Schweineniere.

Petra Pigors aus Wittenberge zeigte sich enttäuscht. „Ich hatte mir mehr vorgestellt”, sagte sie. „Natürlich ist es lehrreich. Verschiedene Tafeln, auf denen die Auswirkungen von Drogen, Krebs oder das Rauchen aufgezeigt werden, sind auch sehr interessant.” Besonders die über das Rauchen habe sie abgeschreckt. Aber das reiche nur bis sie wieder draußen sei. Ihr Mann Helmut hatte das Original in Berlin gesehen. „Das hier sind nur Plastikpuppen”, meinte er. Seine Frau ist die Letzte in der Familie, die die Körperweltenausstellung noch nicht gesehen hat. Ihre Enkelin zuckt nur teilnahmslos mit den Schultern. Sie hatte gar eine Meinung zur Ausstellung. Ähnlich ging es Antje und Christian Sass aus Weisen. Das hier entspräche dem Biologieunterricht 5. Klasse, mutmaßten sie. „Der Eintrittspreis ist nicht gerechtfertigt. Das Gezeigte kann man sich alles im Internet angucken. Der Hit ist es nicht”, sagte Christian Sass. Kinder jeden Alters könne man ohne Bedenken in diese Ausstellung mitnehmen. „Aber die Turnhalle ist schön geworden.“

Von Jens Wegner

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