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Prignitz Wo Kinder das Licht der Welt erblicken
Lokales Prignitz Wo Kinder das Licht der Welt erblicken
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17:06 16.03.2017
Die Niederkunft ist auch auf einem Gebärstuhl möglich, wie Hebamme Kathrin Schröder (hinten) demonstriert. Quelle: Christian Bark
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Neuruppin

Beim Wort Kreißsaal habe ich immer an einen großen Raum mit zahlreichen Operationsinstrumenten gedacht, in dessen Mitte eine Frau unter Schmerzen schreiend ihr Kind zur Welt bringt. In meinem Heimatort war der Kreißsaal sogar in einem runden Anbau untergebracht, weshalb selbst mein Vater lange dachte, dass der Begriff daher rühre.

In der Gebärwanne entspannen sich die Muskeln bei warmem Wasser. Quelle: Christian Bark

Stimmt alles gar nicht, wie Kathrin Schröder erklärt. Die Pritzwalkerin ist seit mehr als 30 Jahren Hebamme, arbeitet freiberuflich in Wittstock und erklärt werdenden Eltern in fünfwöchigen Vorbereitungskursen, was vor, während und nach der Geburt zu beachten ist. Zum Kurs gehört auch der Besuch der Klinik für Geburtshilfe und Gynäkologie in Neuruppin, wo die meisten der von ihr betreuten Mütter ihre Kinder zur Welt bringen. „Sechs bis achtmal im Jahr mache ich junge Eltern mit den Begebenheiten in der Klinik vertraut“, sagt Kathrin Schröder. So auch am Dienstag, als sie vier jungen Paaren aus Wittstock und der Nähe von Pritzwalk zeigt, auf welche Weise sie in der Klinik ihre Kinder zur Welt bringen können.

Neues Mutter-Kind-Zentrum eröffnet bald

760 bis 785 Kinder werden jährlich in der Neuruppiner Klinik geboren. 2016 waren es sogar 830 Geburten.

Die Mütter kommen vornehmlich aus dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin, aber auch aus der Prignitz.


sind das einzige Perinatalzentrum (Versorgung von Frühgeborenen) im Nordwesten Brandenburgs.

14 Hebammen arbeiten an der Klinik. Außerdem gibt es Zusammenarbeit mit externen Hebammen. 13 Ärzte und 19 Krankenschwestern verstärken das Team.

Seit 2015 entsteht für rund fünf Millionen Euro das neue Mutter-Kind-Zentrum. Es soll im Frühsommer eröffnen und auch drei Familienzimmer beherbergen.

Zum Beispiel in der Geburtswanne. Die sieht aus wie ein großer Whirlpool, ist über eine Tür gut zugänglich und hat für die Geburt mehrere Vorteile, wie die Hebamme erklärt. „Die Wärme tut gut und lockert die Muskulatur“, sagt sie. Zudem bestehe unter Wasser weniger Verletzungsgefahr für die Frau, weil sie durch die Entspannung weniger verkrampfe. An der Wanne befinden sich Griffe, an denen sich die Frau festklammern kann. „Wer oben mehr zudrückt lässt unter mehr locker“, erklärt Kathrin Schröder.

Frauen können an Seilen auch stehend gebären. Quelle: Christian Bark

Die Geburt ist aber auch ganz klassisch im Kreißbett möglich. Die Hebamme führt die Gruppe in einen der insgesamt drei Kreißsäle. Der hat nichts mit den Vorstellungen zu tun, die ich von einem solchen Raum hatte. Er wirkt wie ein Krankenzimmer, nur das Bett ist multifunktional. Kathrin Schröder demonstriert, wie sich das Kreißbett verstellen lässt, damit die Frau verschiedene Positionen einnehmen kann. Danach erklärt sie, dass der Begriff nichts mit einem runden Raum zu tun habe. „Früher war das ein großer Saal, in dem die Frauen maximal durch Paravents voneinander getrennt wurden“, sagt sie. „Kreiß“ komme von mittelhochdeutsch „krîzen“, was soviel wie schreien oder stöhnen bedeute und heute im Wort „kreischen“ fortlebt. Früher seien bei der Geburt auch die Väter nicht anwesend gewesen, heute verlaufe die Geburt sehr viel intimer.

OP-Saal ist gleich nebenan

Mit dabei sind Kathrin Schröder zufolge die Frau, eine Hebamme sowie ein Gynäkologe. Familienangehörige würden im Raum ebenfalls Platz finden. Bis zu zwei Stunden bleibe die Frau nach der Geburt im Kreißsaal, in der Zeit würden dann auch die Kinderärzte den Gesundheitszustand des Neugeborenen kontrollieren. Sollte ein operativer Eingriff notwendig sein, um das Kind zu holen, befinde sich im Nebenraum gleich ein OP-Saal.

Im Storchennest ist Platz für das Neugeborenen und seine älteren Geschwister. Quelle: Christian Bark

Auf ganz natürlichem Wege kann die Frau ihr Kind auf einem Gebärhocker zur Welt bringen. Hinter ihr hat auch die Hebamme Platz, um ihr die Hände zu halten und gut zuzureden, wie Kathrin Schröder mit einer werdenden Mutter demonstriert. Über ihnen ist an der Decke ein Haken mit Ösen angebracht. „Wenn sie sich an ein Geburtsseil klammert, kann die Frau auch stehend gebären“, erklärt die Hebamme. Auch helfe die oben investierte Kraft, den Unterleib zu lockern. Übrigens gibt es eine solche Vorrichtung auch im „Storchennest“, wo Kathrin Schröder die Gruppe danach hinführt. Das Apartment dient dem Aufenthalt der Familie vor und nach der Geburt und kann nach Bedarf gemietet werden. Kathrin Schröder deutet auf die Vorrichtung an der Decke. „Auch hier gab es schon Geburten, wenn die Kreißsäle belegt waren“, sagt sie.

So einige Kinder werden in der Klinik im Haus „K“ noch das Licht der Welt erblicken, zumindest bis zum Frühsommer. Dann soll nach Auskunft der Kliniksprecherin Verena Clasen das neue Mutter-Kind-Zentrum im Haus S, der ehemaligen Gefäßchirurgie, eröffnen. „Für die werdenden Eltern wird der Aufenthalt in den Ruppiner Kliniken dann noch etwas angenehmer“, kündigt die Sprecherin an. Dort soll es drei Familienzimmer mit Sitzecke, Doppelbett, Kleinküche und eigenem Bad geben. Die Mahlzeiten könnten im stationseigenen Aufenthaltsraum eingenommen werden, Frühstück und Abendessen gebe es vom Buffet. Auch führe ein Fahrstuhl bis in den obersten Stock. Was dann aus dem Haus „K“ werden soll, kann Verena Clasen derzeit noch nicht sagen.

Von Christian Bark

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