Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Prignitz Wo sich Hünen betteten
Lokales Prignitz Wo sich Hünen betteten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:22 25.01.2019
Das Großsteingrab von Mellen, einer von sechs zentrale archäologische Orte der Prignitz. Quelle: André Reichel
Mellen

Die Prignitz ist eine äußerst geschichtsträchtige Region. Zahlreiche Baudenkmale aus mehreren Jahrhunderten, darunter auch einige Burgen aus dem späten Mittelalter, zeugen davon. Jedoch ist der nordwestlichste Zipfel Brandenburgs den Menschen schon viel länger zur Heimat geworden.

Bereits kurz nachdem die Gletscher der letzten Eiszeit vor rund 11 000 Jahren abschmolzen kamen die ersten Menschen in die Region. Sie bestritten ihren Lebensunterhalt als Jäger und Sammler, umherziehend in damals noch karger Landschaft.

Das „Hünenbett“ von Mellen

In der Jungsteinzeit vor rund 4500 Jahren waren die Ur-Prignitzer bereits sesshaft und betrieben auf leichten, sandigen Böden bescheidenen Ackerbau. Aus jener Zeit sind zahlreiche Funde aus Siedlungen an Flussufern und Seen bekannt. Einzig sichtbares Zeugnis jener Zeit in der gesamten Prignitz ist jedoch das im Volksmund „Hünenbett“ genannte Großsteingrab von Mellen, einem alten Bauerndorf, das sich auf halber Strecke zwischen Karstädt und Lenzen befindet.

Zu übersehen ist die urtümliche Grabanlage mit Sicherheit nicht. Von Karstädt kommend, befindet sie sich am Ortseingang links unmittelbar neben der Straße. Die steinzeitliche Begräbnisstätte, bestehend aus einer steinernen Grabkammer in einem 22 Meter langen und acht Meter breiten aufgeschütteten Erddamm, der wiederum von gewaltigen Granitblöcken umsäumt wird, ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Das Auto kann man auf einem rund 50 Meter entfernten kleinen Parkplatz abstellen.

Grabanlage gehört dem Amt Lenzen-Elbtalaue

Auf halber Strecke zum Hünengrab befindet sich eine Informationstafel und gleich daneben lädt eine Schutzhütte zum Verweilen ein. Das gesamte Areal rund um die für die Prignitz einzigartige Grabanlage gehört dem Amt Lenzen-Elbtalaue und macht einen durchweg sehr gepflegten Eindruck. Dies ist nicht selbstverständlich.

So gibt es im benachbarten Mecklenburg eine ganze Reihe hervorragende Bodendenkmale von ähnlicher Bedeutung, die jedoch sich selbst überlassen total von Büschen und Sträuchern überwuchert sind. Solch denkmalunwürdige Behandlung hat das Mellener Hünengrab nicht zu fürchten. Ganz im Gegenteil, denn es ist zu Recht in der Liste der Zentralen Archäologischen Orte der Prignitz aufgenommen.

Sieben Bodendenkmale mit besonderer Bedeutung

Auf Infotafeln, Flugblättern und auch im Internet wird erklärt, was es damit auf sich hat: „Die über 10 000 Jahre gewachsene Kulturlandschaft der Prignitz verfügt über ein außerordentlich reiches archäologisches Erbe mit circa 3500 bekannten Fundstellen. Aus diesem gewaltigen Bestand treten derzeit sieben Bodendenkmale wegen ihrer nationalen oder landesgeschichtlichen Bedeutung hervor.

Fünf davon befinden sich im Landkreis Prignitz und zwei im Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Sie werden als Zentrale Archäologische Orte bezeichnet und sind so ausgewählt, dass die wichtigsten Zeitschichten der Region Beachtung finden.

Ein Archäologischer Pfad soll die Orte miteinander verknüpfen

Das gleichnamige Projekt wird vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum (BLDAM), dem Landkreis Prignitz, dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Verbindung mit den örtlichen Partnern getragen. Es hat die schrittweise archäologische, touristische und museale Erschließung und Nutzung der Bodendenkmale zum Ziel. Ein ’Archäologischer Pfad’ soll die Orte miteinander verknüpfen. Entlang des Pfades gilt es, Landesgeschichte, kulturelle Identität und Heimat zu vermitteln.“

Auch schon in früheren Zeiten erweckten Grabanlagen wie die von Mellen das Interesse der Menschen. Jedoch konnten sie es sich lange nicht erklären, wer diese Monomente errichtet hat. Meist wurden Riesen dafür verantwortlich gemacht. Nur sie konnten solch gewaltige Steinblöcke bewegen, glaubte man damals. Entsprechend bekamen die Großsteingräber, die ihren Namen den großen Steinen verdanken, aus denen sie gemacht sind, Bezeichnungen wie „Hünengrab“ oder „Hünenbett“.

Zahlreiche Gräber wurden zerstört

Vor Beschädigung oder gar Zerstörung schützte das frühe Interesse der Menschen an diesen Stätten jene jedoch nicht. So wurde auch die Mellener Grabanlage etlicher seiner Steine beraubt. 1845 zertrümmerte man beispielsweise einen großen Deckstein der Grabkammer, um daraus Baumaterial für den Bau eines Stalls des Gutes zu gewinnen.

Weniger Glück hatten die in alten Quellen genannten 28 bronzezeitlichen Hügelgräber in unmittelbarer Nähe des Mellener Steingrabes. Diese 3000 Jahre alten Gräber sind alle Mitte des 19. Jahrhundert komplett vernichtet worden. Zudem gab es in der näheren Umgebung drei weitere Großsteingräber bei Boberow und eines bei Bochin. Auch sie wurden in dieser Zeit zerstört. Das gleiche Schicksal ereilte auch ein Großsteingrab bei Pröttlin, das bereits 1828 beim Bau einer Chaussee zerstört wurde. So ist das Mellener Großsteingrab das einzig erhalten gebliebene bauliche Zeugnis dieser Epoche in der Prignitz und entsprechend wertvoll.

Von André Reichel

Die Vehlower Jugendwehr holt traditionell die abgeschmückten Weihnachtsbäume ab und bringt sie zum Lagerfeuer auf den Dorfplatz. Die Kinder und Jugendlichen verdienen sich ein bisschen Geld damit für eine Ausflug.

21.01.2019

Weil dein Enkel angeblich einen Verkehrsunfall hatte, gab ein 80 Jahre alter Mann einem Fremden 12 000 Euro. Das böse Erwachen kam zu spät.

20.01.2019

Nicht nur viel Lukullisches, auch Kulturereignisse erwarten die Besucher des Ruppiner Landes in diesem Jahr. Auf der Grünen Woche werben die Landkreise Prignitz und Ostprignitz-Ruppin an drei Ständen für die Wittstocker Landesgartenschau und Fontanes 200. Geburtstag.

21.01.2019