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Wohnen im Wasserturm und am Park

Pritzwalk will Flächennutzungsplan an veränderten Bedarf anpassen Wohnen im Wasserturm und am Park

Am Pritzwalker Wasserturm soll ein neues Wohn- und Gewerbebegebiet entstehen, einige andere Gebiete sollen abgerundet werden. Das sind nur einige der zahlreichen Ideen der Stadtverwaltung für eine Überarbeitung des Flächennutzungsplans, die sie am Dienstag dem Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt hat.

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Idyllische Lage: Die Wohnungsbebauung auf dem Dreieck an der Havelberger Straße soll rund um den kleinen Park geplant werden.

Quelle: Claudia Bihler

Pritzwalk.  „Wir müssen auch in Zukunft die Nachfrage an qualitativ höherwertigem Wohnraum und an Bauflächen für Eigenheime erfüllen können“, begründete Roland Thiel, der stellvertretende Bürgermeister, die Pläne. Das Kriterium, das die Verwaltung auch im Hinblick auf das Stadtumbau-Programm zu erfüllen hatte: Eine Entwicklung von Wohnbauflächen darf nur innerhalb des Stadtgebiets erfolgen, Abrundungen sind erlaubt, Lückenschließung steht im Vordergrund. Während an vielen Stellen (siehe Infokasten) lediglich vorhandene Gebiete ergänzt oder auch verkleinert werden sollen, steht auch eine komplette Neuentwicklung zur Diskussion.

Nachdem die Bundesstraße 107 nach dem Bau der Umgehung verlegt wurde, ist die Havelberger Straße nunmehr in kommunalem Eigentum. Das Dreieck zwischen Kyritzer und der Havelberger Straße wird südlich vom August-Bartels-Weg begrenzt. Neben der ehemaligen Glaserei und den Gewerbebauten am August-Bartels-Weg findet sich dort vor allem Ödland – einmal vom Wasserturm abgesehen, der bis vor einigen Jahren noch die Versorgung der Stadt Pritzwalk sicherte.

Das Konzept sieht nun vor, dieses Dreieck nicht nur für Wohnzwecke zu entwickeln, sondern auch noch einen kleinen Anteil Gewerbeflächen zu schaffen: „Das Gewerbegebiet Süd ist voll“, sagte Friedhelm Müller, Bauamtsleiter, bei der Präsentation der Vorschläge für den Flächennutzungsplan. Im nördlichen Bereich – also in Richtung Innenstadt – könnten rund um den kleinen Park, den es dort heute schon gibt, Flächen für Eigenheime geschaffen werden. Dieses Wohngebiet würde dann von einer Fläche für ein Mischgebiet nach Süden abgegrenzt, an das sich wiederum die Flächen für Gewerbe anschließen würden.

Kaum innerstädtische Flächen für Wohnungsbau

  • Mit der Flächennutzungsplanung werden im gesamten Stadtgebiet die Nutzungen für bestimmte Gebiete festgelegt. Lediglich solche Bauanträge sind dann genehmigungsfähig, die diesen Nutzungen entsprechen.
  • Diese Bauleitplanung soll die Entwicklung der Stadt lang- und mittelfristig vorgeben.
  • Für Wohnbebauung sind im Stadtgebiet derzeit fast ausschließlich Flächen ausgewiesen, die außerhalb der Innenstadt in den Ortsteilen liegen – etwa solche in Falkenhagen, so die Stadtverwaltung.
  • Derzeit einziges Gebiet, in dem im Moment eine Wohnbebauung in der Kernstadt möglich ist, ist der innere Bereich am Hansedamm.
  • Bedarf an Wohnbauflächen sei jedoch immer auf einem Grundniveau vorhanden, sagte der stellvertretende Bürgermeister.
  • Auch Baulücken in der Innenstadt würden verstärkt nachgefragt, sodass ihr Bestand zurückgeht.
  • Vor allem eine Nachfrage an qualitativ hochwertigen Wohnungen und Häusern könne die Stadt nur schlecht zufriedenstellen, sagte Thiel. Dabei befinde sie sich im Wettbewerb mit den anderen Städten der Region und müsse diesem standhalten können.
  • Vom Status „Gewerbegebiet“ entwidmen will die Stadt das Dreieck am Preddöhler Weg in Pritzwalk-Nord, das an den Festplatz grenzt. Bereits vor dem Bau des Lidl-Marktes hatten die Stadtverordneten sich gegen eine Gewerbenutzung ausgesprochen. Lidl war damals auf den heutigen Standort ausgewichen.

„Für den Wasserturm hat bereits ein Investor nachgefragt, der dort gerne Wohnungen einbauen würde“, sagte Thiel. Doch bevor dies möglich wird, muss eben zunächst Baurecht geschaffen werden – zunächst mit dem Flächennutzungsplan.
Der soll in den kommenden Monaten weiter entwickelt werden. Zahlreiche Änderungen, die eingearbeitet werden, sollen jedoch einfach nur an die jetzigen Gegebenheiten angepasst werden: So sollen Hochwasserlinien nach den neuen Richtlinien eingezeichnet, nicht mehr benötigte Flächen, etwa für inzwischen nicht mehr existente Kindereinrichtungen, entwidmet werden und Standorte mit neuer Nutzung dementsprechend gekennzeichnet werden.

An anderen Stellen werden existierende Wohngebiete „abgerundet“ oder angepasst. So sind gleich zwei Teilflächen auf dem Trappenberg rund um den Lessingweg noch für Wohnbebauung vorgesehen: Alle eignen sich jedoch nur für wenige Einfamilienhäuser. Auch in Richtung Kathfelder Mühle wird es geringfügige Anpassungen geben: Hier wird die Baufläche leicht reduziert. Die Pläne werden in den kommenden Monaten in der Stadtverordnetenversammlung und den Ausschüssen diskutiert. Außerdem müssen auch die Bürger an den Diskussionen um die Pläne beteiligt werden.

Von Claudia Bihler

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