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Prignitz Wohnen nur mit Einzelhandel
Lokales Prignitz Wohnen nur mit Einzelhandel
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00:17 01.11.2013
Ihren Vorentwurf will die Sallergruppe am kommenden Dienstag dem Stadtentwicklungsausschuss vorstellen. Quelle: Repro
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Pritzwalk

Die Sallergruppe hatte im vergangenen Jahr die Flächen erworben, auf denen sich bereits heute der Discounter Aldi sowie der Edeka-Markt befinden, die seit 2007 für fünf Jahre im Eigentum eines englischen Finanzinvestors waren. Einerseits wollen die neuen Eigentümer nun die Gebäude, die deutliche Abnutzungsspuren zeigen, sanieren. Gleichzeitig aber hatten die Ausschussmitglieder ein Vorkonzept bekommen, in dem die Sallergruppe auch eine weitere Entwicklung der umliegenden Flächen skizziert. "Bisher ist das nur eine Ideenskizze", betont Stephan Meyer von der Unternehmensgruppe, "wir wollen zunächst herausfinden, ob es an einem solchen Projekt überhaupt Interesse gibt."

Gleichzeitig hat die Gruppe die Entwicklung eines Wohngebietes skizziert, in der insgesamt 34 Einfamilienhäuser, darunter auch Doppel- und Reihenhäuser, Platz finden würden. Die Fläche, die dafür vorgesehen wäre, ist die Brachfläche zwischen Kiez, Am Ring und Meyenburger Tor. Sie gehörte ehemals zum Kraftverkehr. An deren äußeren Ecken befinden sich bereits heute Einfamilienhäuser. Baurechtlich ist die Fläche heute ein Mischgebiet. Um diesen Bereich bebauen zu können, müssten voraussichtlich zunächst Altlasten beseitigt werden, um dort überhaupt bauen zu dürfen. Auf dem Grundstück befindet sich unter anderem ein unterirdischer großer Tank, der entsorgt in jedem Fall werden müsste.

Die Flächen befinden sich teilweise in städtischem, teilweise in privatem Eigentum. Die Stadt will vor allem Bauflächen für Wohnbebauung ausweisen. Der Einzelhandel hingegen ist seit dem Bau der großen Verbrauchermärkte auf der grünen Wiese ein Pritzwalker Reizthema, vor allem wegen der Konkurrenz zur Innenstadt. Der potentielle Investor stellt in seinen Projektunterlagen allerdings klar: Um das Wohnbauprojekt mit Quadratmeterpreis auf üblichem Niveau zu realisieren, wäre eine Quersubventionierung aus dem Bau der Einzelhandelsgeschäfte notwendig.

Sein Projekt wird die Unternehmensgruppe beim Stadtentwicklungsausschuss am kommenden Dienstag, 5. November, vorstellen. Die Diskussion dort wird wohl schwierig, vermutlich noch aus zwei weiteren Gründen: Zum einen hat das Einzelhandelsprojekt in der Bergstraße einen neuen Aufschwung bekommen. Zum anderen darf die Stadt durch das Stadtumbau-Programm keine neuen Wohngebiete in den Außenbereichen mehr ausweisen, sondern muss diese auf ihrer heutigen Fläche entwickeln.

Pritzwalks Bauamtsleiter Friedhelm Müller sähe eine Wohnbebauung städtebaulich als "gute Abrundung" für das Gebiet. Und der stellvertretende Bürgermeister Ronald Thiel verweist aufs Baurecht: "Es ist nicht möglich, die Anzahl großflächiger Einzelhandelsbetriebe oder die Summe der im Mischgebiet zulässigen Einzelhandelsfläche zu begrenzen."

Von Claudia Bihler

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