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Woidke besucht Möbelwerk

Meyenburg Woidke besucht Möbelwerk

Warum kommen junge Menschen zurück in die Prignitz? Dieser Frage ist Ministerpräsident Dietmar Woidke am Mittwoch bei seinem Besuch im nordwestlichsten Landkreis Brandenburgs nachgegangen. Erste Erkenntnisse dazu fand er in der Firma Meyenburger Möbel, die ausschließlich für Ikea produziert.

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Dietmar Gornig (rechts neben Woidke) führt Dietmar Woidke nicht zum ersten Mal durch sein Unternehmen. Die einzelnen Bereiche sind inzwischen immer weiter automatisiert worden.

Quelle: Beate Vogel

Meyenburg. Obwohl es bei der Firma Meyenburger Möbel einiges zu sehen gibt, war der Betriebsrundgang mit dem Ministerpräsidenten am Mittwoch von den aktuellen Ereignissen um die Kreisgebietsreform geprägt. Dietmar Woidke startete seine „Heimat-Tour“ in der Prignitz. Kurz bevor es in die riesigen Produktions- und Lagerhallen des Unternehmens ging, hatte er den Pressevertretern mitgeteilt, dass das Projekt abgesagt ist. Die meisten von ihnen waren auch nur deshalb angereist.

Die Hightechanlagen in der Möbelherstellung spielten daher nur am Rande eine Rolle. Allerdings ist die vollautomatische Verpackungsanlage – alle Teile für ein Möbelstück werden mitsamt den dazugehörigen Schrauben und Dübeln verkaufsfertig und automatisch in Kartons verpackt – in der Branche nicht selbstverständlich. Das Unternehmen, das ausschließlich für Ikea produziert, hat 430 feste Mitarbeiter und 50 bis 60 Zeitarbeiter, informierte der Geschäftsführer des Möbelwerks, Dietmar Gornig. Die Auftragslage sei gut. Gornig und der Ministerpräsident kennen sich schon länger. So waren die Themen nach dem Rundgang keine Neuigkeiten: Fachkräftemangel, Infrastruktur und Breitbandausbau. In einer lockeren Runde berichteten Mitarbeiter der Firma, warum sie nach dem Studium oder Jahren in der Ferne wieder in die Prignitz zogen. Dietmar Woidke geht es bei der „Heimat-Tour“ darum, was das Heimatgefühl in Brandenburg ausmacht.

Nachwuchssuche per Infotruck

Mark Schröder zum Beispiel hat über das Möbelwerk 2001 einen der ersten Dualen Studiengänge abgeschlossen. Heute ist er Abteilungsleiter in der Verpackung. „Ich habe es nicht bereut, nicht in eine Großstadt zu ziehen. Die Prignitz ist eine Gegend, die sehr lebenswert ist – auch für junge Leute.“ Personalleiterin Annett Rusch hat zunächst sechs Jahre in Hamburg gelebt, erzählte sie. „Aber dann bin ich zurückgekehrt.“ Ein Grund dafür seien ihre beiden Kinder gewesen, die sie nicht in der Großstadt aufwachsen lassen wollte. Im Unternehmen kümmert sie sich um die Nachwuchsgewinnung, unter anderem mit dem großen Infotruck. Der Laster mit Infotainmentausstattung tourt durch Gymnasien und Oberschulen, die Mitarbeiter informieren über Ausbildungsmöglichkeiten wie Duales Studium und Facharbeiter. Dabei kooperieren sie auch mit der Agentur Duales Studium Brandenburg und mit der Präsenzstelle der Technischen Hochschule Brandenburg in Pritzwalk.

Karrierechancen in Meyenburg

„Wir fahren bis Wittenberge, Lübz, Parchim oder Plau am See“, sagt Annett Rusch. Marten Lucht beschrieb sich als „typischen Prignitzer“: „Nach der Schule bin ich erst mal weg, war bei der Bundeswehr und acht Jahre lang in ganz Deutschland unterwegs.“ Mit Frau und Kindern wollte er aber zurück in die Heimat. Beim Möbelwerk habe er mit 27 Jahren noch einmal das Duale Studium angepackt. Jetzt ist er Produktionsleiter. Marieluise Tobias hat vor drei Jahren ihr Abitur im Nachbarkreis Ostprignitz-Ruppin gemacht. Das Möbelwerk lernte sie bei einer Jobstartmesse in Kyritz kennen. Die junge Frau war sich nach einem Praktikum sicher: „Hier will ich arbeiten.“

Trotz aller Verbundenheit mit der Prignitz gab es auch Kritik: Die Kitabetreuung sollte besser und vor allem kostenlos sein, die Ausbildung in bestimmten Berufen sich näher an den Bedürfnissen der Wirtschaft orientieren. Und an der Verkehrsanbindung in der ländlichen Region könne noch viel verbessert werden.

Von Beate Vogel

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