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Prignitz Prignitz und Ostprignitz-Ruppin mit so vielen Wolfsrissen wie noch nie
Lokales Prignitz Prignitz und Ostprignitz-Ruppin mit so vielen Wolfsrissen wie noch nie
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01:15 10.02.2019
Es gibt zunehmend mehr Wölfe im Land Brandenburg. Das macht insbesondere den Nutztierhaltern zu schaffen, die immer mehr Schäden beklagen. Quelle: Pixabay
Neuruppin

Brandenburg ist Wolfsland und von immer mehr Angriffen von Wölfen auf Nutztiere betroffen. Das geht aus der Rissübersicht für das Jahr 2018 vor, die das Landesamt für Umwelt veröffentlicht hat.

Mit insgesamt 153 Vorfällen hat es im vergangenen Jahr so viele Schadensfälle an Nutztieren gegeben wie in keinem Jahr zuvor, bei denen der Wolf als Verursacher ermittelt oder zumindest nicht ausgeschlossen wurde.

401 Tiere wurden angegriffen, vor allem Schafe, Damwild und Rinder. Allein 47 Vorfälle passierten im Landkreis Potsdam-Mittelmark – das sind rund 30 Prozent aller Vorfälle im Land Brandenburg.

Wolfsrisse in der Prignitz: Zwischenfälle in Bad Wilsnack und Viesecke

Auch in den Landkreisen Prignitz und Ostprignitz-Ruppin hat es Vorfälle gegeben, bei denen wahrscheinlich der Wolf involviert war, davon allein 18 in der Prignitz, die damit zusammen mit dem Landkreis Dahme-Spreewald die zweitmeisten Vorfälle in ganz Brandenburg verzeichnet.

Der folgenschwerste Vorfall im Jahr 2018 passierte Anfang Juli, als in Bad Wilsnack zwischen den Ortsteilen Grube und Sigrön wahrscheinlich Wölfe in ein Wildtiergatter eindrangen und insgesamt 13 Tiere angegriffen haben. Es war der erste bekannte Wolfsvorfall im Raum Bad Wilsnack. Rund zwei Wochen später kehrten sie zurück und rissen drei Damwildtiere.

Auch nur wenige Kilometer nördlich im Plattenberger Ortsteil Viesecke wurden Anfang August 2018 zwei Vorfälle mit elf attackierten Schafen gemeldet.

Zweites Wolfsrudel in der Prignitz gesichtet?

In Perleberg, Legde und Porep hat es ebenfalls Zwischenfälle gegeben. „Mir ist derzeit ein Rudel aus dem Landkreis Prignitz bekannt, das sich im Lenzener Raum aufhält“, sagt Uwe Roese, Wolfsbeauftragter des Landes Brandenburg.

Möglicherweise existiere hier bereits ein weiteres Rudel: „In einem Beobachtungsgebiet sind wir dabei herauszufinden, ob es ein zweites Rudel in der Prignitz gibt“, sagt der 58-Jährige.

Dabei könne ein Rudel durchschnittlich aus acht Wölfen bestehen. Auch Einzelgänger gebe es. „Man darf außerdem nicht vergessen, dass Wölfe zum Teil weite Strecken zurücklegen, also je nach Nahrungsangebot auch Landkreise und Bundesländer wechseln“, sagt Uwe Roese. 2017 hatte es in der Prignitz lediglich acht Vorfälle dieser Art gegeben.

Auch Wolfsrisse im Landkreis Ostprignitz-Ruppin

Etwas weniger, nämlich insgesamt neun Risse, haben sich hingegen in 2018 im Landkreis Ostprignitz-Ruppin ereignet. Damit liegt der Landkreis landesweit im oberen Mittelfeld und hatte vier Fälle mehr als 2017.

Den größten Schadensfall hat es Anfang April in Zippelsförde gegeben, als wahrscheinlich Wölfe fünf Schafe verletzen.

Auch im Raum Rheinsberg ereigneten sich gleich drei Vorfälle: „Uns ist dort ein Rudel und ein weiteres aus Kyritz beziehungsweise der Ruppiner Heide bekannt“, sagt Robert Franck, Wolfsbeauftragter aus Zechow.

Vorfall in Krangen ist dem Wolfsbeauftragten noch im Sinn

Er verwies darauf, dass sich die genaue Zahl der Wölfe im Landkreis auch deshalb nur schätzen ließe, weil sie in einem Revier von 25 Hektar auf Nahrungssuche gehen und ein Territorium von rund 250 Quadratkilometern hätten.

Der Vorfall in Krangen von Anfang Januar ist dem 54-Jährigen noch in Erinnerung, als mutmaßlich Wölfe in ein Wildtiergatter im Neuruppiner Ortsteil Krangen eindrangen und bei drei Angriffen insgesamt 14 Tiere töteten.

Anschließend unterstützte Robert Franck den betroffenen Tierhalter und installierte mit ihm einen provisorischen Stromzaun und Kameras, die eventuelle wiederkehrende Wölfe filmen sollten – und gefilmt haben: „Sie sind danach wieder nach Krangen zurückgekehrt, aber haben dieses Mal Abstand gehalten“, sagt der 54-Jährige.

Wie Tierhalter ihre Tiere vor dem Wolf schützen sollen

Das könne sich aber ändern, wenn der Winter dem Norden Brandenburgs jede Menge Schnee bescheren und die jeweiligen unter Strom stehenden Drähte überdecken sollte.

Dabei betont Robert Franck, dass Nutztierhalter ihre Tiere auch Einstallen oder ihre Zäune mit einem Untergrabenschutz versehen sollten, um weiteren Wolfsrissen vorzubeugen.

Nur wenn diese Mindeststandards vorhanden seien, können Tierhalter auch eine Entschädigung beim Landesumweltamt Brandenburg beantragen.

Immer mehr Wolfsrudel im Land Brandenburg

Es besteht zudem die Möglichkeit sich Schutzmaßnahmen fördern zu lassen. So wurden 2018 insgesamt 128 Anträge bewilligt und mit rund 780 000 Euro gefördert.

In der Prignitz haben fünf Antragsteller eine Fördersumme von rund 12 600 Euro erhalten. Im Landkreis Ostprignitz-Ruppin waren es acht bewilligte Anträge, für die zusammen rund 25 500 Euro bereitgestellt wurden.

Laut des Landesamts für Umwelt leben derzeit 37 Rudel und einige einzelne Wölfe im Land Brandenburg. Da sie sich weiter vermehren, könne das wiederum dafür sorgen, dass die Nutztierschäden 2019 weiter zunehmen: „Die Zahl der Vorfälle steigt nicht, weil sich die Tierhalter nicht um den Schutz ihrer Tiere kümmern, sondern weil es mehr Wölfe in Brandenburg gibt als in den vergangenen Jahren“, sagt der Wolfsbeauftragte Robert Franck.

Welche Landkreise kaum Nutztierschäden verzeichnen

Während es im Jahr 2016 noch 90 Vorfälle mit Schäden bei 247 Nutztieren gegeben hat, ist die Zahl seitdem kontinuierlich gestiegen.

„Im Zeitraum von 2016 bis 2018 ist die Zahl der Wolfsterritorien ebenfalls gestiegen“, sagt Thomas Frey, Sprecher des Landesumweltamts Brandenburg.

Dabei ist jeder Landkreis von Vorfällen betroffen. Nahezu keine Wolfsvorfälle wurden in den vergangenen drei Jahren in den Landkreisen Barnim, Oberhavel und Uckermark gemeldet.

Von Fabian Lamster

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