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Wollen Bürger das „PK“-Kennzeichen zurück?

Pritzwalk Wollen Bürger das „PK“-Kennzeichen zurück?

Überall in der Region fahren Autos wieder mit den alten Kennzeichen, die vor der Gebietsreform galten. Nur in Pritzwalk gibt es das „PK“ nicht mehr. Bis jetzt jedenfalls. Vizebürgermeister Ronald Thiel hat ein verstärktes Interesse an identitätsstiftenden Nummernschildern ausgemacht. Er möchte von den Bürgern wissen, ob sie das „PK“ wieder haben wollen.

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Vizebürgermeister Ronald Thiel möchte das alte Kfz-Kennzeichen PK für Pritzwalk wieder einführen. Sandra Falkenhagen ist dafür.

Quelle: Andreas König

Pritzwalk. Wittstock und Kyritz haben es, Neuruppin sowieso, aber auch die Kraftfahrer in Parchim, Ludwigslust oder Havelberg haben die Möglichkeit ihre Fahrzeuge mit den Kennzeichen der jeweiligen Altkreise zu versehen. Nur in der Prignitz ist das bislang nicht möglich. Das soll sich ändern.

Bürger äußerten Wunsch nach altem Kennzeichen

Zumindest wenn es nach dem stellvertretenden Pritzwalker Bürgermeister Ronald Thiel geht. „In Gesprächen in den vergangenen Tagen und Wochen habe ich immer wieder von Bürgern gehört, dass sie auch die PK-Kennzeichen zurückhaben möchten“, sagt der Vizebürgermeister. „Ich begrüße das, möchte aber wissen, wie stark dieser Wunsch in der Bevölkerung ist“, sagt er.

PK-Kennzeichen als Beispiel geprägt

Um eine Vorstellung zu vermitteln, wie so etwas aussehen könnte, hat Ronald Thiel probehalber ein PK-Kennzeichen prägen lassen. Es trägt die Inschrift PK-SP 761. „Stadt Pritzwalk 761 Jahre alt“, sagt San­dra Falkenhagen spontan. Die Mitarbeiterin des Bauhofs der Stadt ist gerade mit der Pflege der Grünanlagen am nördlichen Ortseingang beschäftigt, als der Vizebürgermeister mit dem neuen Schild eintrifft. „Die Idee finde ich gut“, sagt Sandra Falkenhagen. „Wir hatten ja das PK-Kennzeichen, als Pritzwalk noch Kreisstadt war.“

Kennzeichen vermitteln Identität in Zeiten der Gebietsreform

Für Ronald Thiel hätte eine solche Regelung nur Vorteile. „Die Bürger identifizieren sich stärker mit ihrer Region, wenn sie die alten Kennzeichen verwenden können. Gerade in Zeiten, in denen Gebietsreformen anstehen, ist es wichtig, Identifikationspunkte zu haben. „Kreise kommen und gehen, aber die Städte bleiben“, sagt der Vizebürgermeister.

Zulassungsstelle für Pritzwalk wäre wünschenswert

Doch die PK-Kennzeichen sollen nicht nur die Identität der Bürger mit ihrer (ehemaligen Kreis-) Stadt stärken. „Wünschenswert wäre es natürlich auch, in Pritzwalk eine Kfz-Zulassungsstelle zu etablieren“, sagt Ronald Thiel. In Wittstock werde das seit einigen Jahren sehr erfolgreich praktiziert. „Die Mitarbeiter der Kfz-Zulassungsstelle des Landkreises Prignitz in Perleberg machen eine hervorragenden Job, das ist gar nicht die Frage“, sagt Ronald Thiel. „Aber gerade für den Fall, dass der Weg in die Kreisstadt womöglich ein ganzes Stück weiter wird, wäre es sehr gut, wenn wir eine Kfz-Zulassungsstelle bekämen.“ Bürger, die sich dazu äußern wollen, haben unter anderem über die Ideenbox im Foyer des Rathauses Gelegenheit dazu. Möglich sind aber auch die anderen Kontaktmöglichkeiten, etwa über E-Mail.

Landkreis sah 2012 kaum Bedarf an alten Kennzeichen

Allerdings könnte es problematisch werden, die Prignitz noch in den Kreis der Landkreises zu bekommen, die Alt- oder Unterscheidungskennzeichen einführen können. Das Land Brandenburg, das sich bei der Wiedereinführung dieser Kennzeichen im Jahr 2012 als einziges dagegen ausgesprochen hatte, überließ es damals den Kreisen, die Weidereinführung zu beantragen. Im Landkreis Prignitz sah der damalige Leiter des Sachbereichs Verkehr in der Kreisverwaltung Prignitz, Jürgen Nüsse, einen Bedarf von „höchstens einem Prozent“, wie er seinerzeit der MAZ sagte. Das wären – Stand Oktober 2012 – höchstens 120 bis 130 Bürger gewesen, die ein Altkennzeichen gewünscht hätten.

„Was in anderen Kommunen geht, muss auch bei uns möglich sein“

„Damals war die Geschichte relativ neu, vielleicht konnten sich die Bürger auch nicht so recht vorstellen, das sie damit die Verbundenheit zu ihrer Heimatstadt und -region dokumentieren können“, entgegnet Ronald Thiel auf diesen Einwand. Inzwischen jedoch seien die Autos mit den WK-, KYR- und NRP-Nummernschildern aus dem Straßenbild nicht mehr wegzudenken. „Nur Pritzwalk und meinetwegen auch Perleberg sind nicht dabei. Was in anderen Regionen geht, muss doch bei uns auch möglich sein“, hofft Ronald Thiel. Die MAZ fragte beim zuständigen brandenburgischen Innenministerium nach, ob ein nachträgliches Beantragen von „PK“-Kennzeichen möglich wäre. Bis Redaktionsschluss gab es keine Antwort.

Von Andreas König

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