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Prignitz Wüst gefallen, wiederbelebt und gewachsen
Lokales Prignitz Wüst gefallen, wiederbelebt und gewachsen
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00:17 27.07.2016
Ortsvorsteher Karl-Heinz Brüdigam mit der Dorfchronik. Quelle: Kerstin Beck
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Lindenberg

Das kleine nordwestlich von Wittenberge gelegene Lindenberg muss etwas Besonderes sein, denn das kleine Dorf fiel um 1900 wüst und wurde dennoch wieder neu belebt. Heute zählt der seit 1962 nach Wittenberge eingemeindete Ort sogar etwa 370 Einwohner - so viel, wie es hier noch nie gegeben hat. „Und wir führen ja hier jedes Jahr ein Sommerfest durch. Aber als es feststand, dass wir in diesem Jahr ein 450-Jahr-Feier begehen werden, war es klar: Da machen wir eine größere Feier draus!“ erzählte Ortsvorsteher Karl-Heinz Brüdigam auf der Festveranstaltung am Sonntagnachmittag. Und hoch her ging es da auch an der Buswendeschleife in der Feldstraße: ein großes Festzelt mit Kaffeetafel, Tanzvorführungen mit Kindern des Wittenberger Tanzzentrums, ein „Tag der offenen Tür“ beim dortigen Wasserwerk und am Abend ein Tanz- und Abendprogramm.

Chronik in Wittenberger Touritinfo zu haben

In einer Auflage von 100 Exemplaren ist auch eine 25seitige Ortschronik mit vielen Fotos entstanden, die der rührige Lindenberger erstellt hat und auf deren Titelbild ein eigens für diesen Anlass geschaffenes Logo prangt. Zu haben ist diese Broschüre für den Preis von 4 Euro zukünftig in der Wittenberger Tourist-Info.

Erstmals erwähnt wurde die kleine Ansiedlung in einem an den Brandenburger Schöppenstuhl gerichteten Brief des Marx von Möllendorff. Darin heißt es zuletzt ganz lapidar: Dat(um) Lindtberge mitwoch nach omnium Sanctor(um) Anno (MD)LXVI.

Doch nicht nur Lindenberg war ein Wohnsitz (und im 17. Jh. auch ein Rittersitz) der o. g. Familie - auch in Bernheide und Gadow lebten Mitglieder der Familie. Das Besondere in Lindenberg jedoch: Hier wurde am 7. Januar 1724 als Sohn des Prignitzer Deichhauptmanns Max Friedrich von Möllendorff der spätere preußische Generalfeldmarschall Wichard Joachim Heinrich von Möllendorf geboren. Doch an das damalige etwa zwei Kilometer westlich vom heutigen Festplatz entfernte Gut, welches ehemals auf einer lindenbestandenen Erhöhung existiert haben muss, erinnert heute nichts mehr - lediglich der Flurname „Dorfstelle“ in der Motricher Feldmark.

Von Kerstin Beck

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