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Zahl nichtdeutscher Tatverdächtiger gestiegen

Perleberg Zahl nichtdeutscher Tatverdächtiger gestiegen

Leicht gestiegen ist im vergangenen Jahr die Zahl der Tatverdächtigen im Landkreis Prignitz, die aus dem Ausland stammen. Von den insgesamt 2970 mutmaßlichen Tätern, die im vergangenen Jahr von der Prignitzer Polizei registriert wurden, waren 275 Personen ausländischer Herkunft. Das ist ein Anstieg um 3,2 Prozent.

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Quelle: dpa

Perleberg. Die Zahl der von ausländischen Bürgern begangenen Straftaten in der Prignitz ist im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2015 gestiegen. Das bestätigte Bodo Zackert, Leiter des Führungs- und Revierdienstes der Polizeiinspektion Prignitz in Perleberg. Von den 2970 Tatverdächtigen des vergangenen Jahres, zu denen Deutsche und Nichtdeutsche gehören, waren 275 Personen ausländischer Herkunft. Deren Anteil an den Gesamtstraftaten lag bei 13,3 Prozent und im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Prozentpunkte höher.

„Man muss jedoch differenzieren“, sagte der Leiter des Revier und Führungsdienstes. „Nichtdeutscher Herkunft sind erst einmal alle Bürger, die nicht die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen.“ Da bei der Erfassung der Polizeistatistik das Tatortprinzip gelte, kämen auf diese Weise auch Autodiebstähle, die beispielsweise an der Autobahn begangen wurden, dazu.

Straftaten mit Asylbezug

Erst seit vergangenem Jahr erfasst die Polizei getrennt „Straftaten mit Asylbezug“. Dort registrierten die Beamten für die Prignitz 132 Tatverdächtige. „Allerdings bedeutet Asylbezug in diesem Zusammenhang, dass beispielsweise auch Übergriffe auf Asylbewerber erfasst werden“, erklärte Bodo Zackert. Tatverdächtige, die entweder Asylbewerber oder Flüchtlinge sind, wurden 78 gezählt. Gegen 46 der betreffenden Personen wird wegen Körperverletzung ermittelt.

„Das sind in der Regel Auseinandersetzungen untereinander“, sagt Bodo Zackert. Die Praxis des Landkreises Prignitz, die Asylbewerber und Flüchtlinge in Wohnungen unterzubringen, hält der Leiter des Revier und Führungsdienstes für richtig. „Wenn Menschen über längere Zeit in Gruppenunterkünften untergebracht sind, steigt in der Regel das Konfliktpotenzial“, sagt Bodo Zackert. Er sei davon überzeugt, dass die Situation ohne die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen schwieriger wäre. „Aus unserer Sicht ist die Kriminalität von Menschen nichtdeutscher Herkunft weder außergewöhnlich hoch noch besorgniserregend“, fast Bodo Zackert zusammen.

AfD stellt Prignitzer Asylpolitik infrage

Der Kreisvorsitzende der AfD Prignitz, Thomas Schlaffke, hatte in einer Presseerklärung die Asylpolitik des Landkreises in Frage gestellt. Sie habe einen „merkwürdigen“ Beigeschmack. „Wenn es bei unseren 1335 Asylbewerbern, die immerhin schon in Wohnungen unterkommen konnten, 132 Straftaten gab, darunter 46 Körperverletzungen, dann ist das für mich ein Alarmzeichen und kein Grund zum Feiern. Diese Zahlen verkauft uns der rote Innenminister dann noch als Erfolg.“

„Von den 132 Delikten mit Asylbezug können eben nicht alle den Flüchtlingen und Asylbewerbern zugeordnet werden“, entgegnet Bodo Zackert und verweist auf die Zahl von 78 Tatverdächtigen. „Als Polizei können wir allenfalls die Ermittlungen führen, über eine Strafverfolgung entscheidet die Staatsanwaltschaft und darüber, ob wirklich eine Straftat begangen wurde, letztlich das Gericht.“ Den Anstieg der Zahl von nichtdeutschen tatverdächtigen führt Zachert auf die Nachwirkungen der Flüchtlingswelle zurück. „Teilweise fallen Taten in die 2016er Statistik, die bereits 2015, begangen wurden, als mehr Flüchtlinge kamen.“

Von Andreas König

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