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Prignitz Zahnradwerk ist gerettet
Lokales Prignitz Zahnradwerk ist gerettet
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00:17 11.03.2017
Die Produktion kann am Standort Pritzwalk weitergehen. Quelle: Claudia Bihler
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Pritzwalk

Das Pritzwalker Zahnradwerk und das Schwesterunternehmen Prico Gear haben neue Eigentümer. Der offizielle Betriebsübergang an die neuen Eigentümer soll bereits im April stattfinden, wenn auch die letzten Formalitäten erfüllt seien, sagt Interimsmanager Sven Peters von der Unternehmensberatung Centuros aus Potsdam, der seit Beginn des vorläufigen Insolvenzverfahrens im November vergangenen Jahres das Unternehmen geführt und für den Verkauf restrukturiert hat. Für die Mitarbeiter bedeutet der Verkauf Entwarnung: Sie sollen auch künftig alle ihre Arbeitsplätze behalten können.

Käufer des Unternehmens ist die Andreas & Peiffer Gruppe aus Berlin, die seit 1998 Unternehmen aus dem Bereich Maschinenbau und verwandten Branchen in Krisensituationen kauft. Dabei werden die Firmen nicht restrukturiert und verkauft, sondern verbleiben als langfristige Unternehmen in der mittelständischen Holding.

Insolvenzverwalter spricht von guter Zusammenarbeit

Peters dankt noch einmal ausdrücklich dem Betriebsrat und der Industriegewerkschaft Metall, mit denen man sehr eng und konstruktiv zusammengearbeitet habe, so dass ein für alle Beteiligten zukunftsfähiges und sozial verträgliches Modell gefunden werden konnte. Konstruktive Zusammenarbeit sei auch mit der Arbeitsagentur, der Pritzwalker Stadtverwaltung und dem Potsdamer Wirtschaftsministerium möglich gewesen, sagt Peters.

Die gute Zusammenarbeit begrüßt auch Insolvenzverwalter Christian Graf Brockdorff von der Sozietät BBL Bernsau Brockdorff & Partner, der sich zudem freut, dass der Investor auch eine Lösung für das Schwesterunternehmen des Zahnradwerks Pricogear sei.

Kaufpreis wird nicht genannt

Peters teilt mit, dass mit der Andreas & Peiffer Gruppe das Zahnradwerk eine neue stabile Gesellschafterstruktur finde: „Die neuen Eigentümer haben viel Erfahrung mit Unternehmen in schwierigen Situationen. Sie wollen sich persönlich in die Geschäftsleitung einbringen und den Standort Pritzwalk langfristig weiterentwickeln.“ Die übrigen Unternehmen der Andreas & Peiffer Gruppe beschäftigen über 750 Mitarbeiter und erwirtschafteten im Jahr 2016 Umsätze von 120 Millionen Euro mit Großkunden der Metall- und Elektroindustrie.

Auch, wenn vereinbart worden sei, dass der Kaufpreis nicht genannt werde, zeigte sich Peters zufrieden: „Der Gläubigerausschuss hatte bereits im Vorfeld dem Verkauf zugestimmt. Die Gläubiger können mit einer guten Quote rechnen.“ Auch der Betriebsrat und die Betriebsversammlung hätten dem Verkauf an die neuen Investoren begrüßt.

Versammlung in Transfergesellschaft

Heiner van de Loo, der ehemalige Inhaber und langjähriger Geschäftsführer der Zahnradwerke, begrüßt die Entwicklung: „Die letzten Wochen und Monate waren für alle Beteiligten nicht leicht. Der Einstieg von A&P ist eine für das Unternehmen und die Region gute Nachricht, da der erfahrene Investor die Zahnradwerke fortführen und die Arbeitsplätze erhalten wird. Das war mir immer ein besonderes Anliegen.“

In der Transfergesellschaft für Mitarbeiter, die das Unternehmen mit der Insolvenz verlassen haben, wird es noch in diesem Monat eine Gesellschafterversammlung zum aktuellen Stand der Vermittlungen geben. Dem Vernehmen nach sollen bereits einige ehemalige Zahnradwerker in neue Arbeitsstellen vermittelt worden sein.

Die Andreas & Peiffer Gruppe

Die Andreas & Peiffer Gruppe ist als Berliner Mittelstandsholding seit 1996 als Investor tätig. Sie kauft Unternehmen unter anderem aus Krisen- und Sondersituationen wie Insolvenzen.

Zur Gruppe gehören seit 2007 die FEAG, die elektrische Anlagen und Komponenten baut, seit 2002 die Honsel Umformtechnik aus dem Bereich Sonderfertigung und Automobilzulieferung, und seit 1998 die Photon Laser Manufacturing.

Von Claudia Bihler

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